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Diplomacy & Defense Think Tank News

Staatsräson, Gaza-Krieg und der Schaden an der regelbasierten Weltordnung

Bonn, 2. Mai 2024. Seit dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 rechtfertigt die Bundesregierung ihre politische und militärische Unterstützung von Israels Krieg in Gaza mit dem Prinzip der „Staatsräson“. Es basiert auf Deutschlands Verantwortung für den Holocaust und bedeutet die moralische Verpflichtung, das jüdische Volk und sein Land zu schützen. Die Staatsräson gilt als ein moralischer Pfeiler des deutschen Staates.

Das strikte Festhalten der Bundesregierung an der Staatsräson und wie diese auf Israel angewandt wird, irritiert. Man kann darin eine berechtigte innenpolitische Sorge über den zunehmenden Antisemitismus erkennen, doch untergräbt die bedingungslose Unterstützung der israelischen Regierung die moralische Verantwortung zum Schutz des menschlichen Lebens, auf der die Staatsräson letztlich beruht.

Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Wie der Krieg gegen Gaza geführt wird, stellt jedoch einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. Es fällt schwer, den Tod von mehr als 30.000 Menschen und die Zwangsvertreibung von 85 % der Bevölkerung von Gaza nicht als kollektive Bestrafung zu betrachten, was nach den Genfer Konventionen verboten ist. Ihre Strategie der verbrannten Erde hat die israelische Regierung damit gerechtfertigt, dass die Hamas "menschliche Schutzschilde" gebrauche. Das ist zwar nach den Genfer Konventionen auch verboten, aber diese Menschen haben dennoch Anspruch auf Schutz. Israels Evakuierungsbefehl an 1,1 Millionen Menschen in Gaza impliziert, dass diejenigen, die zurückbleiben, legitime Ziele sind. Auch der israelische Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus verstieß gegen das Völkerrecht, und zwar gegen die Wiener Übereinkommen über diplomatische und konsularische Beziehungen. Der Angriff war rücksichtslos und führte zu einem beispiellosen iranischen Vergeltungsschlag mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen.

Die israelische Regierung sieht ihr Vorgehen als Verteidigung gegen existenzielle Bedrohungen in einem gewalttätigen regionalen Kontext. Der Sinn einer regelbasierten Weltordnung ist jedoch, dass Konflikte im Rahmen des Völkerrechts ausgetragen werden, weil dies langfristig die beste Chance für den Weltfrieden bietet. Die gefährliche regionale Eskalation, die nun vom Gaza-Krieg ausgeht, scheint diese im Völkerrecht verankerte Weisheit zu belegen. Im Ukraine-Konflikt haben Deutschland und andere westliche Regierungen an diese Weisheit appelliert, nicht aber in der jüngsten Nahost-Krise, trotz Parallelen bei Opferzahlen und Eskalationsgefahr.

Die Staatsräson beeinflusste auch Deutschlands partiellen Finanzierungsstopp für das Palästinenserhilfswerk UNWRA. Die grundsätzliche Notwendigkeit, die einzige Organisation zu unterstützen, die in einer sich verschärfenden Hungerkrise noch humanitäre Hilfe in großem Umfang leisten kann, ging verloren im Zuge von Israels Vorwürfen, UNRWA-Mitarbeiter hätten am Terror-Angriff vom 7. Oktober mitgewirkt. Deutschland und andere westliche Regierungen haben dann auch die dringenden Appelle des UN-Generalsekretärs ignoriert, UNRWA weiterhin zu unterstützen zur Linderung des Leids in Gaza.

Auf globaler Ebene hat der Kurs der Bundesregierung eine antiwestliche Stimmung verschärft. Vor zwei Jahren verurteilte die UN-Generalversammlung die russische Aggression in der Ukraine mit großer Mehrheit. Jetzt sind Deutschland und einige andere westliche Länder durch ihre Stimmenthaltung bei Gaza-Resolutionen isoliert. Der Vorwurf der Doppelmoral, der lange Zeit an andere westliche Staaten gerichtet wurde, wird nun auch Deutschland gemacht. Anstatt für seine Integrität respektiert zu werden, hat Deutschland die Demütigung erlitten, vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Unterstützung von Völkermord angeklagt zu werden. All dies eröffnet anderen globalen Mächten Möglichkeiten, Spaltungen im Lager derjenigen auszunutzen, die für liberale Werte eintreten.

Die Unterstützung Deutschlands für die israelische Regierung schadet dem Eintreten für eine regelbasierte, humane internationale Ordnung und auch den deutschen Ambitionen auf einen ständigen Sitz in einem reformierten UN-Sicherheitsrat. Deutschlands Bemühungen um mehr internationale Verantwortung müssen sich daran messen lassen, wie Deutschland sich für das Völkerrecht und zivilisatorische Normen verwendet und wie es Deutschland gelingt, einen Ausgleich der legitimen Interessen aller Seiten, einschließlich der Palästinenser, herzustellen. Als Mittelmacht ist internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands höchstes strategisches Gut und die Währung, mit der es seinen Einfluss am besten geltend machen kann.

Die Bundesregierung hat zu Recht den Terrorismus der Hamas verurteilt. Deutschland hat eine Verantwortung für Israel und seine Bürgerinnen und Bürger, aber die Staatsräson darf nicht dazu herhalten, Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu decken. Es genügt auch nicht, einen humanitären Zugang nach Gaza zu fordern. Deutschland muss Bedingungen stellen: Einen Stopp von Waffenlieferungen, solange diese Waffen für Verstöße gegen die Genfer Konventionen genutzt werden. Die Bundesregierung muss deutlich machen, dass die israelischen Militäroperationen in Gaza unverantwortlich sind und letztlich die Sicherheit Israels selbst untergraben. Dies wäre ein besserer Ausdruck der deutschen Staatsräson.

Staatsräson, Gaza-Krieg und der Schaden an der regelbasierten Weltordnung

Bonn, 2. Mai 2024. Seit dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 rechtfertigt die Bundesregierung ihre politische und militärische Unterstützung von Israels Krieg in Gaza mit dem Prinzip der „Staatsräson“. Es basiert auf Deutschlands Verantwortung für den Holocaust und bedeutet die moralische Verpflichtung, das jüdische Volk und sein Land zu schützen. Die Staatsräson gilt als ein moralischer Pfeiler des deutschen Staates.

Das strikte Festhalten der Bundesregierung an der Staatsräson und wie diese auf Israel angewandt wird, irritiert. Man kann darin eine berechtigte innenpolitische Sorge über den zunehmenden Antisemitismus erkennen, doch untergräbt die bedingungslose Unterstützung der israelischen Regierung die moralische Verantwortung zum Schutz des menschlichen Lebens, auf der die Staatsräson letztlich beruht.

Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Wie der Krieg gegen Gaza geführt wird, stellt jedoch einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. Es fällt schwer, den Tod von mehr als 30.000 Menschen und die Zwangsvertreibung von 85 % der Bevölkerung von Gaza nicht als kollektive Bestrafung zu betrachten, was nach den Genfer Konventionen verboten ist. Ihre Strategie der verbrannten Erde hat die israelische Regierung damit gerechtfertigt, dass die Hamas "menschliche Schutzschilde" gebrauche. Das ist zwar nach den Genfer Konventionen auch verboten, aber diese Menschen haben dennoch Anspruch auf Schutz. Israels Evakuierungsbefehl an 1,1 Millionen Menschen in Gaza impliziert, dass diejenigen, die zurückbleiben, legitime Ziele sind. Auch der israelische Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus verstieß gegen das Völkerrecht, und zwar gegen die Wiener Übereinkommen über diplomatische und konsularische Beziehungen. Der Angriff war rücksichtslos und führte zu einem beispiellosen iranischen Vergeltungsschlag mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen.

Die israelische Regierung sieht ihr Vorgehen als Verteidigung gegen existenzielle Bedrohungen in einem gewalttätigen regionalen Kontext. Der Sinn einer regelbasierten Weltordnung ist jedoch, dass Konflikte im Rahmen des Völkerrechts ausgetragen werden, weil dies langfristig die beste Chance für den Weltfrieden bietet. Die gefährliche regionale Eskalation, die nun vom Gaza-Krieg ausgeht, scheint diese im Völkerrecht verankerte Weisheit zu belegen. Im Ukraine-Konflikt haben Deutschland und andere westliche Regierungen an diese Weisheit appelliert, nicht aber in der jüngsten Nahost-Krise, trotz Parallelen bei Opferzahlen und Eskalationsgefahr.

Die Staatsräson beeinflusste auch Deutschlands partiellen Finanzierungsstopp für das Palästinenserhilfswerk UNWRA. Die grundsätzliche Notwendigkeit, die einzige Organisation zu unterstützen, die in einer sich verschärfenden Hungerkrise noch humanitäre Hilfe in großem Umfang leisten kann, ging verloren im Zuge von Israels Vorwürfen, UNRWA-Mitarbeiter hätten am Terror-Angriff vom 7. Oktober mitgewirkt. Deutschland und andere westliche Regierungen haben dann auch die dringenden Appelle des UN-Generalsekretärs ignoriert, UNRWA weiterhin zu unterstützen zur Linderung des Leids in Gaza.

Auf globaler Ebene hat der Kurs der Bundesregierung eine antiwestliche Stimmung verschärft. Vor zwei Jahren verurteilte die UN-Generalversammlung die russische Aggression in der Ukraine mit großer Mehrheit. Jetzt sind Deutschland und einige andere westliche Länder durch ihre Stimmenthaltung bei Gaza-Resolutionen isoliert. Der Vorwurf der Doppelmoral, der lange Zeit an andere westliche Staaten gerichtet wurde, wird nun auch Deutschland gemacht. Anstatt für seine Integrität respektiert zu werden, hat Deutschland die Demütigung erlitten, vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Unterstützung von Völkermord angeklagt zu werden. All dies eröffnet anderen globalen Mächten Möglichkeiten, Spaltungen im Lager derjenigen auszunutzen, die für liberale Werte eintreten.

Die Unterstützung Deutschlands für die israelische Regierung schadet dem Eintreten für eine regelbasierte, humane internationale Ordnung und auch den deutschen Ambitionen auf einen ständigen Sitz in einem reformierten UN-Sicherheitsrat. Deutschlands Bemühungen um mehr internationale Verantwortung müssen sich daran messen lassen, wie Deutschland sich für das Völkerrecht und zivilisatorische Normen verwendet und wie es Deutschland gelingt, einen Ausgleich der legitimen Interessen aller Seiten, einschließlich der Palästinenser, herzustellen. Als Mittelmacht ist internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands höchstes strategisches Gut und die Währung, mit der es seinen Einfluss am besten geltend machen kann.

Die Bundesregierung hat zu Recht den Terrorismus der Hamas verurteilt. Deutschland hat eine Verantwortung für Israel und seine Bürgerinnen und Bürger, aber die Staatsräson darf nicht dazu herhalten, Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu decken. Es genügt auch nicht, einen humanitären Zugang nach Gaza zu fordern. Deutschland muss Bedingungen stellen: Einen Stopp von Waffenlieferungen, solange diese Waffen für Verstöße gegen die Genfer Konventionen genutzt werden. Die Bundesregierung muss deutlich machen, dass die israelischen Militäroperationen in Gaza unverantwortlich sind und letztlich die Sicherheit Israels selbst untergraben. Dies wäre ein besserer Ausdruck der deutschen Staatsräson.

Why Zimbabweans choose to migrate or stay

This opinion piece addresses the complexity of migration demonstrated by the varied reactions to the economic crisis in Zimbabwe. On the one hand, migration provides financial remittances that keep families afloat and cushioned from the adverse impact of the economic situation in the country. On the other hand, the social costs and the real or perceived failure of migration to transform lives through tangible economic investment in Zimbabwe turns some Zimbabweans against migration. Overall, the varied reactions to the economic crisis show that migration is not the only recourse in situations characterised by economic adversity. Resourcefulness is part of life in Zimbabwe, in contrast to stories of desolation that dominate media coverage of the country.

Why Zimbabweans choose to migrate or stay

This opinion piece addresses the complexity of migration demonstrated by the varied reactions to the economic crisis in Zimbabwe. On the one hand, migration provides financial remittances that keep families afloat and cushioned from the adverse impact of the economic situation in the country. On the other hand, the social costs and the real or perceived failure of migration to transform lives through tangible economic investment in Zimbabwe turns some Zimbabweans against migration. Overall, the varied reactions to the economic crisis show that migration is not the only recourse in situations characterised by economic adversity. Resourcefulness is part of life in Zimbabwe, in contrast to stories of desolation that dominate media coverage of the country.

Why Zimbabweans choose to migrate or stay

This opinion piece addresses the complexity of migration demonstrated by the varied reactions to the economic crisis in Zimbabwe. On the one hand, migration provides financial remittances that keep families afloat and cushioned from the adverse impact of the economic situation in the country. On the other hand, the social costs and the real or perceived failure of migration to transform lives through tangible economic investment in Zimbabwe turns some Zimbabweans against migration. Overall, the varied reactions to the economic crisis show that migration is not the only recourse in situations characterised by economic adversity. Resourcefulness is part of life in Zimbabwe, in contrast to stories of desolation that dominate media coverage of the country.

Europawahlen 2024 und die nächste strategische Agenda der EU

SWP - Thu, 02/05/2024 - 08:20
Vom 06. bis 09. Juni 2024 wählen die Bürger:innen der Europäischen Union ein neues Parlament. Das Dossier bündelt Analysen zu den Auswirkungen der Wahl auf die Institutionen der EU, ihre politischen Prioritäten sowie die europäische Parteienlandschaft.

Back to the Future of the Arctic

SWP - Thu, 02/05/2024 - 02:00

Russia’s war against Ukraine seems to have no immediate end in sight, the strategic competition between China and the US continues, and the expanding military cooperation between China and Russia increases the challenges facing the international com­munity. In this context, the Arctic seems to be a relic of the past, no longer the “zone of peace” that Mikhail Gorbachev described in 1987. Indeed, this Arctic exceptionalism ended long before Russia’s war of aggression began. In order to restore at least a minimum level of cooperation, informal talks are needed that could help to provide perspective after the end of the war. Two former relatively uncontroversial projects could serve as starting points: the recovery of radioactive remnants of the Cold War and an agreement to prevent unintentional escalation, namely, another Incidents at Sea Agreement (INCSEA). A return to old approaches to arms control could pave the way to renewed cooperation in the Arctic in the future.

Europa 2024. Was bewegt uns?

SWP - Wed, 01/05/2024 - 10:21
Die Sondersendung befasst sich mit den Herausforderungen der Wahlen und den großen Wahlkampfthemen: Migration und Grenzen, Klima, Umwelt und Wirtschaft.

Passing the Baton: Learning from the Experience of Brazil on the Security Council

European Peace Institute / News - Tue, 30/04/2024 - 23:22
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In recent years, the ten elected members of the Security Council (E10) have come to play a more prominent role, exerting increased influence in the council’s working methods, thematic issues, and some country files. The contributions of the E10 are particularly felt during times of constrained political space among the council’s permanent members (P5), as currently seen. In such cases, the ability and willingness of the E10 to work together across areas in which they have common interests has helped to spur the council’s work. Because gains made by the E10 are often based on the efforts and innovations of individual member states, experiences must be shared with incoming and future elected members to maintain momentum.

IPI is working to capture the experiences of outgoing elected members after their council terms end. While some member states undertake internal reviews of their council terms, they are not usually shared externally, which prevents their experiences from benefiting future council members.

To help the process of gathering lessons learned, IPI hosted a closed-door roundtable on April 30th, focusing on Brazil’s council term from 2022 to 2023. Some of the questions under discussion included:

  • What were Brazil’s main goals on the council and what strategies did it use to achieve these goals?
  • What were the key barriers and enablers to Brazil achieving its objectives while on the council?
  • How did dynamics among the P5 and E10 affect Brazil’s work specifically and the work of the council more broadly during this time?
  • What political and other events took place during this time and how did they affect the council’s work? What methods were utilized by Brazil and other council members to deal with these events?
  • Did the council’s working methods change during this time? If so, how? What were the implications of these changes?
  • In what ways, if any, did Brazil seek to “pass the baton” on issues it championed while on the council?
  • What are the insights of the experience as a non-permanent member that may be broadly applicable to other E10 and what are more specific to Brazil?
  • What are the perspectives/insights of Brazil as an E10 country in serving as president of the Security Council?

A meeting note summarizing the discussion can be found here>>

Supporting the Paris Agreement through international cooperation: potential contributions, institutional robustness, and progress of Glasgow climate initiatives

Many sector-level cooperative initiatives involving both national governments and non-state actors were launched around the 2021 Glasgow climate conference (COP26). However, there have been questions about whether and to what extent these initiatives could substantially contribute to achieving the Paris Agreement’s goal to limit global warming to 1.5 °C. To this end, this paper examines the prospects of the 14 Glasgow sector initiatives by investigating their aggregate mitigation ambition under current national signatories and the institutional robustness of each initiative. We find that the additional emission reduction ambition of the current national government signatories would, even if fully implemented, only fill about a quarter of the emissions gap in 2030 between the aggregate of existing national targets (nationally determined contributions: NDCs) and the required emission levels consistent with keeping warming below 1.5 °C, while the institutional robustness varied considerably across the initiatives. We also find that most national government signatories did not mention Glasgow initiatives in their updated NDCs submitted after COP26. Expansion of the national government participation, national government signatories’ incorporation of the initiatives’ goals into their updated NDCs by setting quantifiable domestic targets, and enhanced institutional capacity are key to successful emission reduction outcomes.

Supporting the Paris Agreement through international cooperation: potential contributions, institutional robustness, and progress of Glasgow climate initiatives

Many sector-level cooperative initiatives involving both national governments and non-state actors were launched around the 2021 Glasgow climate conference (COP26). However, there have been questions about whether and to what extent these initiatives could substantially contribute to achieving the Paris Agreement’s goal to limit global warming to 1.5 °C. To this end, this paper examines the prospects of the 14 Glasgow sector initiatives by investigating their aggregate mitigation ambition under current national signatories and the institutional robustness of each initiative. We find that the additional emission reduction ambition of the current national government signatories would, even if fully implemented, only fill about a quarter of the emissions gap in 2030 between the aggregate of existing national targets (nationally determined contributions: NDCs) and the required emission levels consistent with keeping warming below 1.5 °C, while the institutional robustness varied considerably across the initiatives. We also find that most national government signatories did not mention Glasgow initiatives in their updated NDCs submitted after COP26. Expansion of the national government participation, national government signatories’ incorporation of the initiatives’ goals into their updated NDCs by setting quantifiable domestic targets, and enhanced institutional capacity are key to successful emission reduction outcomes.

Supporting the Paris Agreement through international cooperation: potential contributions, institutional robustness, and progress of Glasgow climate initiatives

Many sector-level cooperative initiatives involving both national governments and non-state actors were launched around the 2021 Glasgow climate conference (COP26). However, there have been questions about whether and to what extent these initiatives could substantially contribute to achieving the Paris Agreement’s goal to limit global warming to 1.5 °C. To this end, this paper examines the prospects of the 14 Glasgow sector initiatives by investigating their aggregate mitigation ambition under current national signatories and the institutional robustness of each initiative. We find that the additional emission reduction ambition of the current national government signatories would, even if fully implemented, only fill about a quarter of the emissions gap in 2030 between the aggregate of existing national targets (nationally determined contributions: NDCs) and the required emission levels consistent with keeping warming below 1.5 °C, while the institutional robustness varied considerably across the initiatives. We also find that most national government signatories did not mention Glasgow initiatives in their updated NDCs submitted after COP26. Expansion of the national government participation, national government signatories’ incorporation of the initiatives’ goals into their updated NDCs by setting quantifiable domestic targets, and enhanced institutional capacity are key to successful emission reduction outcomes.

Der Erweiterungspolitik neue Glaubwürdigkeit verschaffen

SWP - Tue, 30/04/2024 - 13:29
Impulse für die EU-Reformdebatte

Jan-Christopher Scherer: „Deutsche Wirtschaft hat das Gröbste hinter sich“

Das Statistische Bundesamt hat heute bekannt gegeben, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,2 Prozent gewachsen ist. Dazu eine Einschätzung von Jan-Christopher Scherer, Experte für die deutsche Wirtschaft im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

Die deutsche Wirtschaft ist überraschend stark in das neue Jahr gestartet. Zwar hielten die Bürger*innen im ersten Quartal weiterhin ihr Geld zusammen, der private Konsum ist sogar gesunken. Doch Bauinvestitionen und Exporte konnten zulegen. Damit scheint die deutsche Wirtschaft das Gröbste hinter sich zu haben, denn fortan dürften auch die Konsumausgaben wieder zunehmen: Die Inflation ist deutlich zurückgegangen und die beschlossenen Tariflohnsteigerungen machen sich zunehmend bemerkbar. Die Arbeitnehmer*innen haben endlich auch real wieder mehr Geld in der Tasche. Das wird dem privaten Konsum auf die Sprünge helfen. Zudem steht die Zinswende der Europäischen Zentralbank bevor, sie wird in der zweiten Jahreshälfte für zusätzlichen Schub sorgen. Damit dürfte die deutsche Wirtschaft auch im Gesamtjahr 2024 robust zulegen.

Doktorand*in (w/m/div) im Bereich Simulation intergenerationaler Prozesse

Die am DIW Berlin angesiedelte forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine der größten und am längsten laufenden multidisziplinären Panelstudien weltweit, für die derzeit jährlich etwa 30.000 Menschen in knapp 15.000 Haushalten befragt werden. Das SOEP hat den Anspruch den gesellschaftlichen Wandel zu erfassen und steht somit immer neuen und vielfältigen Themen- und Aufgabenfelder gegenüber. Seine Datenerhebung und -generierung folgt dem Konzept des Survey bzw. Data Life Cycle.

Zum 1. Juni 2024 suchen wir eine*n

Doktorand*in (w/m/div) im Bereich

Simulation intergenerationaler Prozesse

(Teilzeit mit 75% / 29,25 Stunden)

Diese Stelle ist zur wissenschaftlichen Qualifizierung geeignet.


The impact of shock-responsive social cash transfers: evidence from an aggregate shock in Kenya

This study examines the effects of a nationwide shock-responsive social cash transfer scheme during an aggregate shock, with a focus on highly risk susceptible informal sector households in Kenya. Leveraging primary in-person survey data in a  doubly robust difference-in-differences framework, we find that households receiving shock-responsive cash transfers were less likely to encounter income loss, poverty, and food scarcity compared to households not receiving them. The scheme also reduced the likelihood of engaging in costly risk coping such as selling productive assets. When comparing different pillars of the scheme with varying degrees of shock-responsiveness, we observe that the impacts were statistically significant only  when payment cycles were pooled and the transfers were vertically scaled. The study adds to the global policy discussion on developing effective shock-responsive interventions, underscoring the merits of (adapted) social cash transfers during crises.

The impact of shock-responsive social cash transfers: evidence from an aggregate shock in Kenya

This study examines the effects of a nationwide shock-responsive social cash transfer scheme during an aggregate shock, with a focus on highly risk susceptible informal sector households in Kenya. Leveraging primary in-person survey data in a  doubly robust difference-in-differences framework, we find that households receiving shock-responsive cash transfers were less likely to encounter income loss, poverty, and food scarcity compared to households not receiving them. The scheme also reduced the likelihood of engaging in costly risk coping such as selling productive assets. When comparing different pillars of the scheme with varying degrees of shock-responsiveness, we observe that the impacts were statistically significant only  when payment cycles were pooled and the transfers were vertically scaled. The study adds to the global policy discussion on developing effective shock-responsive interventions, underscoring the merits of (adapted) social cash transfers during crises.

The impact of shock-responsive social cash transfers: evidence from an aggregate shock in Kenya

This study examines the effects of a nationwide shock-responsive social cash transfer scheme during an aggregate shock, with a focus on highly risk susceptible informal sector households in Kenya. Leveraging primary in-person survey data in a  doubly robust difference-in-differences framework, we find that households receiving shock-responsive cash transfers were less likely to encounter income loss, poverty, and food scarcity compared to households not receiving them. The scheme also reduced the likelihood of engaging in costly risk coping such as selling productive assets. When comparing different pillars of the scheme with varying degrees of shock-responsiveness, we observe that the impacts were statistically significant only  when payment cycles were pooled and the transfers were vertically scaled. The study adds to the global policy discussion on developing effective shock-responsive interventions, underscoring the merits of (adapted) social cash transfers during crises.

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