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Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

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Nachrichten und Pressemitteilungen
Updated: 24 min ago

Orbáns Abwahl kann der Beginn einer demokratischen Zeitenwende sein

Tue, 21/04/2026 - 09:41
Ungarn hat es geschafft: Ein autokratisches Regime wurde an der Wahlurne gestürzt. Deutschland muss daraus lernen und die AfD-Propaganda endlich entlarven., Die überwältigende Abwahl Viktor Orbáns bei der ungarischen Parlamentswahl ist ein Zeichen der Hoffnung – für Ungarn, für Europa und für die liberale Demokratie weltweit. Péter Magyar und seine Tisza-Partei haben mit einer Zweidrittelmehrheit und einer Rekordwahlbeteiligung von fast 80 Prozent ...

Podcast 'fossilfrei' - #41: Treibhausgas-Projektionen: erreichen wir unsere Klimaziele?

Mon, 20/04/2026 - 15:19
Heute spricht 'fossilfrei' Host Wolf-Peter Schill mit Kai Wehnemann darüber, ob Deutschland seine Klimaziele erreicht und welche Rolle dabei die von ihm betreuten Treibhausgas-Projektionen des Umweltbundesamts spielen. Als Hintergrund erklärt Kai Wehnemann, wie aufwändig, aber auch wie transparent ...

Claudia Kemfert: „Kein Kerosin-Blackout, aber eine gefährliche Stressprobe“

Mon, 20/04/2026 - 13:25

Wegen des Iran-Kriegs wächst die Sorge, dass es zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommt. Dazu eine Einschätzung von Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im DIW Berlin:

Deutschland steht derzeit nicht vor einem akuten Kerosin-Blackout, aber vor einer ernsthaften Stressprobe. Die Versorgung ist noch stabil, doch anhaltende geopolitische Spannungen treiben Preise und erhöhen den Druck auf die Infrastruktur. Am Ende zahlen vor allem Verbraucher*innen die Rechnung dieser fossilen Krisenabhängigkeit. Das ist der Preis der verschleppten Energiewende.  

Aktuell ist Deutschland noch mit Kerosin versorgt, aber die Lage ist angespannt. Ein Großteil des Kerosins stammt aus heimischen und europäischen Raffinerien, insbesondere aus dem Nordwesteuropa-Raum rund um Rotterdam. Gleichzeitig ist Europa stark importabhängig und globale Lieferketten, etwa über die Straße von Hormus, spielen eine zentrale Rolle. Das macht das System krisenanfällig, auch wenn es aktuell noch stabil wirkt. 

Ein Kerosin-Mangel kann abgewendet werden, wenn schnell gegengesteuert wird. Entscheidend sind zusätzliche Importe, etwa aus den USA, eine höhere Auslastung der Raffinerien sowie der Zugriff auf strategische Reserven. Die Bundesregierung kann hier koordinierend eingreifen, Importwege flexibilisieren und die Verteilung priorisieren. Letztlich ist das aber eine europäische Aufgabe, die enge Abstimmung erfordert.

Reisende müssen sich derzeit eher auf höhere Preise als auf flächendeckende Ausfälle von Flügen einstellen. Airlines könnten bei anhaltender Knappheit einzelne Verbindungen reduzieren, vor allem weniger profitable Strecken. Ein genereller Zusammenbruch des Flugverkehrs ist aber nicht zu erwarten. Die Entwicklung wird sich zunächst über Preise und punktuelle Anpassungen im Flugplan zeigen.  


Anna Bindler: „Kriminalität und Sicherheitswahrnehmung haben relevante ökonomische und gesellschaftliche Folgen“

Mon, 20/04/2026 - 10:46

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 vorgestellt. Es folgt eine Einschätzung von Anna Bindler, Leiterin der Abteilung Kriminalität, Arbeit und Ungleichheit im DIW Berlin:

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt insgesamt einen Rückgang in registrierten Straftaten um 5,6 Prozent im Vergleich zu 2024 (ohne ausländerrechtliche Verstöße um 4,4 Prozent), bei Gewaltkriminalität einen Rückgang um 2,3 Prozent. Diese Zahlen reihen sich in längerfristige Entwicklungen ein: Die Kriminalitätsraten sind – bereinigt um ausländerrechtliche Verstöße – seit den 1990er‑Jahren im Trend gesunken.

Effektive Kriminalitätsbekämpfung, insbesondere im Bereich der Prävention, bleibt aber zentral. Denn Kriminalität kostet: Sie belastet den Staat unter anderem durch Polizei- und Justizkosten und verursacht in der Gesellschaft erhebliche (auch finanzielle) Schäden. Neben der erfassten Kriminalität sind Wahrnehmungen von Kriminalität gesellschaftlich und ökonomisch relevant. Unsere Auswertungen der Daten des Sozio‑oekonomischen Panels (SOEP) zeigen zum Beispiel, dass sich in manchen Jahren trotz sinkender Kriminalitätsraten die Sorgen vor Kriminalität erhöht haben. Beides – Kriminalität und das subjektive Sicherheitsgefühl – hat ökonomische Folgen und beeinflusst auch Mobilität und Arbeitsmarktverhalten von Menschen. Das zeigen auch die heute vorgestellten Ergebnisse der Dunkelfeldstudie Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD) für das Jahr 2024.

Internationale Studien schätzen die gesamtwirtschaftlichen Kosten von Kriminalität (materielle Schäden, Folgen für die Opfer, aber auch Vermeidungsverhalten aus Angst) auf bis zu zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts. Das unterstreicht die Relevanz einer evidenzbasierten Kriminalitätsprävention und Opferunterstützung. Dazu gehören aus ökonomischer Sicht eine kluge Wirtschafts- und Sozialpolitik, um in der Wissenschaft aufgezeigte sozio-ökonomische Faktoren für Kriminalität präventiv anzugehen, sowie eine sachliche Berichterstattung und verantwortungsvolle politische Rhetorik, um keine unnötigen Ängste auszulösen.

Die Ergebnisse der PKS müssen dabei mit Vorsicht interpretiert werden. Sie erfasst Verdachtsfälle und bildet das Hellfeld ab. Damit haben neben der Kriminalitätsentwicklung selbst auch das Meldeverhalten in der Bevölkerung und die Prioritätensetzung in der polizeilichen Arbeit einen Einfluss auf die Statistik. Insgesamt bietet die PKS damit nur eine Annäherung an die reale Kriminalitätsentwicklung und sollte gemeinsam mit den Ergebnissen der Dunkelfeldstudien (SKiD, LeSuBiA) interpretiert werden.


Nachruf auf Richard Hauser

Wed, 15/04/2026 - 14:58
8. Oktober 1936 – † 4. April 2026 , Prof. Dr. Richard Hauser ist Anfang April im Alter von 89 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Längsschnittstudie SOEP einen ihrer Gründungsväter, langjährigen Förderer und stets verlässlichen Unterstützer. Richard Hauser hat das SOEP in den frühen 1980er Jahren gemeinsam mit seinen Kolleginnen ...

Zusätzliche Altersvorsorge erreicht viele Haushalte nicht – deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen

Wed, 15/04/2026 - 09:05
Neue SOEP-Auswertung zur Altersvorsorge: Private Vorsorge wenig verbreitet und ungleich verteilt – Neues Altersvorsorgedepot soll Riester-Rente ablösen, zentrale Probleme bleiben aber bestehen – Auch bei betrieblicher Vorsorge deutliche Unterschiede – Mehrheit der Bevölkerung sieht Staat in der ...

KOM-1-26

Wed, 15/04/2026 - 00:00

Marcel Fratzscher: „Entlastung bei Energiepreisen greift zu kurz und ist sozial unausgewogen“

Mon, 13/04/2026 - 10:51

Die Bundesregierung hat sich auf Entlastungen bei den hohen Sprit- und Energiepreisen geeinigt. Zu den geplanten Maßnahmen eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

Die bislang angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Energiepreisen greifen zu kurz und sind in Teilen sogar kontraproduktiv. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel birgt die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, sondern auf den Konten der Mineralölkonzerne landet. Gleichzeitig setzt sie falsche Anreize, da sie den notwendigen Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr nicht unterstützt und damit den Preisdruck an anderer Stelle eher verstärken kann.

Auch die steuerfreie Einmalzahlung von bis zu 1.000 Euro durch Arbeitgeber ist kein zielgenaues Instrument. Sie kommt vor allem Beschäftigten in größeren und finanzstarken Unternehmen zugute, während viele andere Gruppen leer ausgehen – etwa Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Studierende oder Beschäftigte in kleinen Betrieben. Die Maßnahme ist damit sozial unausgewogen und erreicht gerade die besonders belasteten Haushalte nur unzureichend.

Insgesamt weist das Maßnahmenpaket eine deutliche soziale Schieflage auf. Dies droht die gesellschaftliche Akzeptanz für die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung zu untergraben. Entscheidend wäre eine stärker zielgerichtete Entlastung, die insbesondere Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen in den Blick nimmt.


Friedrich Merz' 80-Prozent-Illusion

Mon, 13/04/2026 - 09:44
Der Bundeskanzler will mehr als 700.000 integrierte Syrer zurück in ihr Herkunftsland schicken. Das ist ökonomisch völlig unsinnig und ein Affront gegen die Betroffenen. , Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner Äußerung, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer sollten innerhalb von drei Jahren in ihr Heimatland zurückkehren, eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Reaktionen reichen von Zustimmung bis zu scharfer Kritik. Die AfD sieht ihre ...

Marcel Fratzscher: „Wirtschaftliche Schäden werden trotz Waffenstillstand erheblich sein“

Wed, 08/04/2026 - 12:48

Zu den neuesten Entwicklungen im Iran-Krieg und den wirtschaftlichen Folgen eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

Der Waffenstillstand ist ein wichtiger Schritt, markiert aber noch keineswegs ein Ende des Konflikts. Eine erneute Zuspitzung ist möglich. Die wirtschaftlichen Schäden sind bereits jetzt erheblich, und auch die stark verflochtene deutsche Volkswirtschaft wird die Folgen deutlich zu spüren bekommen.

Es ist daher richtig, dass die Bundesregierung weiterhin über Entlastungen diskutiert. Angesichts der hohen Preissteigerungen besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Um Haushalte schnell, wirksam und sozial ausgewogen zu entlasten, sind direkte finanzielle Transfers – ähnlich wie 2022 mit der Energiekostenpauschale – das geeignete Instrument. Pauschale Maßnahmen wie eine Ausweitung der Pendlerpauschale oder eine Senkung der Kfz-Steuer wären hingegen wenig treffsicher und sozial unausgewogen, da sie vor allem höhere Einkommen begünstigen.

Weitaus gravierender als steigende Spritpreise ist derzeit der Anstieg der Lebensmittelpreise, der breite Bevölkerungsschichten trifft und insbesondere Haushalte mit geringen Einkommen stark belastet. Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel wäre daher ein sinnvoller Ansatz, um gezielt zu entlasten.

Gleichzeitig sollte sich die Politik nicht auf kurzfristige Maßnahmen beschränken. Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen, wie wichtig es ist, strukturelle Abhängigkeiten zu reduzieren und die Transformation voranzutreiben. Die Bundesregierung sollte daher Anreize setzen, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken. Maßnahmen wie ein Tempolimit, autofreie Sonntage oder eine stärkere Verlagerung auf den öffentlichen Nahverkehr können hierzu beitragen. Entscheidend wird sein, kurzfristige Entlastung mit langfristigen Reformen zu verbinden.


Claudia Kemfert: „Schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit“

Tue, 07/04/2026 - 13:25

Die aktuelle Situation rund um die Energieversorgung und die Energiepreise schätzt Claudia Kemfert, Energieökonomin und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), wie folgt ein:

Die Aussage des Chefs der Internationalen Energieagentur, wonach die Welt noch nie eine Unterbrechung der Energieversorgung im derzeitigen Ausmaß erlebt habe, klingt drastisch, stimmt aber. Wir erleben gerade die schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit. Es handelt sich um einen multiplen Schock aus steigenden Öl-, Gas- und Nahrungsmittelpreisen, der die Verwundbarkeit unseres Systems schonungslos offenlegt. Wenn zentrale Lieferwege ausfallen und Fördermengen einbrechen, gerät die Weltwirtschaft ins Wanken.

Das ist kein einmaliger Ausnahmefall, sondern typisch für ein fossiles Energiesystem, das auf geopolitischen Abhängigkeiten basiert. Diese Krisen sind systemimmanent – ein energiepolitischer Kurzschluss, bei dem immer wieder versucht wird, das fossile System zu stabilisieren, statt es zu überwinden. Strategische Reserven können den Druck kurzfristig etwas lindern, lösen aber nicht das Problem. Solange wir an Öl und Gas festhalten, bleiben wir erpressbar und anfällig für massive Preisschocks.

Gerade bei steigenden Spritpreisen zeigt sich: Pauschale Tankrabatte sind eine teure Scheinlösung. Sie verpuffen oft und entlasten nicht gezielt. Besser sind direkte Entlastungen wie ein Klimageld, mehr Markttransparenz und eine stärkere Kontrolle überhöht­er Preise. Kurzfristig helfen Tempolimit, mehr Homeoffice und ein günstiger öffentlicher Verkehr, um die Nachfrage zu senken und Preise zu stabilisieren.

Die einzige nachhaltige Antwort auf diese Krise ist klar: Raus aus fossilen Abhängigkeiten. Erneuerbare Energien sind der beste Schutzschild – sie müssen nicht importiert werden, sind ausreichend vorhanden und taugen nicht als Erpressungsmittel. Wer jetzt weiter auf fossile Lösungen setzt, verschärft die Krise und verspielt die Zukunft.


Diese zwei Fehler darf die Bundesregierung nicht machen

Fri, 03/04/2026 - 11:42
Ehegattensplitting, Steuern, Rente: Die große Sozialreform nimmt endlich Gestalt an. Jetzt ist wichtig: Sie darf nicht zulasten der Schwächsten gehen., Langsam kommt Bewegung in die überfälligen Reformbemühungen der Bundesregierung. Bundeskanzler und Finanzminister haben nach dem Ausbleiben des "Herbstes der Reformen" nun erneut große Vorhaben angekündigt. Nach den Änderungen beim Bürgergeld stehen Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, ...

4th Scientific Workshop on Productivity: Call for Papers gestartet

Wed, 01/04/2026 - 14:32
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) richtet gemeinsam mit dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) als Nationaler Ausschuss für Produktivität und dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) den vierten ...

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026: Energiepreisschock dämpft Erholung – Inflation steigt

Wed, 01/04/2026 - 10:12
Pressemitteilung der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wirt­schaftsforschung (WIFO), Kiel ...

SOEP erhält „Infrastructure Prize for Sociology“ der Kohli Foundation

Wed, 01/04/2026 - 09:50
Die unabhängige, private Stiftung „Kohli Foundation“ hat das Sozio-oekonomische Panel mit seinem diesjährigen Infrastrukturpreis ausgezeichnet. Sein Auswahlkomitee betont die Rolle des SOEP als Vorbild und treibende Kraft im Bereich Dateninfrastruktur – auch über Deutschland hinaus. Es leiste ...

Frauen von KI-Transformation im Beruf nicht deutlich stärker betroffen als Männer

Wed, 01/04/2026 - 09:00
Studie untersucht Zusammenhang zwischen Berufen mit hohem KI-Transformationspotenzial und Frauenanteil der Beschäftigten – Geschlechtsspezifisches Muster lässt sich nicht erkennen – Für Frauen wie Männer besteht Bedarf an einschlägiger und kontinuierlicher Weiterbildung Der technologische ...

Angelina Hackmann: „Ein Ausscheiden syrischer Arbeitskräfte würde in vielen Bereichen den Fachkräftemangel erheblich erhöhen“

Tue, 31/03/2026 - 12:34

Bundeskanzler Friedrich Merz hat gestern auf einer Pressekonferenz angekündigt, dass 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in den kommenden drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren sollen. Angelina Hackmann, Arbeitsmarktexpertin im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), schätzt die Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt wie folgt ein:

Wenn tatsächlich 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren, wird das den deutschen Arbeitsmarkt empfindlich treffen. Rund 240.000 syrische Geflüchtete arbeiten derzeit in sozialversicherungspflichtigen Jobs, davon viele in Mangel- und systemrelevanten Berufen. Ein Ausscheiden dieser Arbeitskräfte würde in vielen Bereichen, zum Beispiel im Transport- und Logistikbereich, in ausgewählten Produktionsbereichen oder dem Gesundheitswesen, den Fachkräftemangel erheblich erhöhen.

Gleichzeitig steht der Arbeitsmarkt bereits unter strukturellem Druck durch den demografischen Wandel. Mit dem Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand dürfte das Erwerbspersonenpotenzial bereits ab diesem Jahr sinken. Ohne ausreichenden Ersatz verstärkt sich der Arbeits- und Fachkräftemangel weiter.

Die Folgen gehen über einzelne Branchen hinaus: Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung dämpft das Wachstumspotenzial der gesamten Volkswirtschaft und könnte die aktuelle wirtschaftliche Erholung in Deutschland bremsen. Daher sind sowohl weitere Zuwanderung als auch das langfristige Halten bereits zugewanderter Arbeitskräfte zentrale Bausteine, um die Folgen des demografischen Wandels abzufedern.


DIW-Konjunkturbarometer März: Krieg im Nahen Osten bremst Erholung der deutschen Wirtschaft

Tue, 31/03/2026 - 10:30
Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im März auf 97,3 Punkte zurückgegangen. Im Februar lag der Wert noch bei 101,6 Punkten. Somit wurde der im Herbst begonnene Aufwärtstrend unterbrochen: Der Barometerwert ist erneut unter die neutrale 100-Punkte ...

Warum dieser Krieg ein echtes Dilemma ist

Mon, 30/03/2026 - 11:44
Der Krieg gegen den Iran zerreißt die westlichen Gesellschaften. Er ist völkerrechtlich kaum zu rechtfertigen, doch sein Abbruch wäre das schlimmste aller Ergebnisse. , Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran spaltet die westlichen Demokratien wie kaum ein geopolitisches Ereignis der jüngeren Geschichte. Die Frage, ob dieser Krieg gerechtfertigt ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Wohl aber lässt sich sagen, was das Schlechteste ...

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