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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Analysen

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Publikationen des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Updated: 4 days 11 hours ago

Sieben Leitlinien für die deutsche Entwicklungspolitik

Mon, 10/05/2021 - 13:27

Das Umfeld deutscher Entwicklungspolitik hat sich seit Gründung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vor 60 Jahren grundlegend verändert. Damals gingen viele Partnerländer ihre ersten Schritte in neu gewonnener Unabhängigkeit. Heute sind sie politisch und wirtschaftlich etablierte, eigenständige Nationalstaaten. Die bipolare Ordnung der 1960er bis 1980er Jahre ist einer komplexeren, dynamischen Welt gewichen. Neben den Großmächten USA, China, Russland und EU prägen auch die großen Schwellenländer und Regionalmächte wirtschaftliche und politische Verflechtungen. Wie Zukunft aussehen kann – wirtschaftlich, sozial, ökologisch, kulturell – ist damit vielgestaltiger. Die liberale, demokratisch organisierte Marktwirtschaft steht einer Vielzahl von politischen Regimetypen gegenüber. Gleichzeitig nehmen globale Herausforderungen und der Bedarf nach gemeinsamen Antworten zu. Für Deutschland im Wahljahr stellen sich somit in den externen Politikfeldern einige Fragen: Wie kann die kräftezehrende Konkurrenz zwischen Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs-, Wirtschafts- und Klimapolitik zu einer fruchtbaren Komplementarität werden? Was ist das Zukunftsmodell der deutschen Entwicklungspolitik?

Das Zukunftsmodell einer deutschen Entwicklungspolitik für eine nachhaltige Zukunft liegt im Fördern und in der Ausgestaltung von gleichberechtigten Kooperationsbeziehungen auf Augenhöhe – mit Ländern aller Einkommensgruppen, auch der OECD. Weder verhaftet in einer Attitüde des Helfens, noch getrieben von dem Ziel, Gefahren abzuwehren. Sondern fokussiert darauf, gemeinsam sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Zukunftsmodelle zu erarbeiten und zu verfolgen. Basierend auf den Menschenrechten und idealerweise geteilter demokratischer, freiheitlicher Werte. Stets mit dem Ziel, Strukturen und Standards für globale Gemeinwohlsicherung im partnerschaftlichen Austausch zu entwickeln und gesellschaftlich zu verankern, um globalen Herausforderungen entgegen zu treten.

Wir sehen sieben Leitlinien für die deutsche Entwicklungspolitik im 21. Jahrhundert:

1. Wir begreifen Entwicklungspolitik als transformative Strukturpolitik für nachhaltige Entwicklung. Es bedarf eines Umbaus unserer Sozial- und Wirtschaftssysteme, um menschliche Existenz innerhalb der planetaren Grenzen sicherzustellen. Wir benötigen institutionelle, technologische und ökonomische Infrastrukturen, die katalysierend einen nachhaltigen Umgang mit gesellschaftlichen und natürlichen Ressourcen ermöglichen. 

2. Entwicklung ist eine universelle, geographisch ungebundene Herausforderung, in deren Zentrum das Recht auf Selbstbestimmung jedes Menschen steht. Es gilt, die strukturellen Voraussetzungen für ein globales Miteinander so weiterzuentwickeln, dass Selbstbestimmung, also emanzipierende Handlungsfreiheit, für alle Menschen möglich und insbesondere für die unteren 40% gefördert wird. Dieser Strukturwandel bedarf der entwicklungspolitischen Kooperation Deutschlands mit Niedrigeinkommens-, Schwellen- und Hocheinkommensländern.

3. Entwicklung ist nicht das einfache Ergebnis von Wirtschaftswachstum oder der Überwindung von Armut. Vielmehr entsteht Entwicklung durch Prozesse des Erdenkens und Verwirklichens nachhaltiger Zukünfte. Folglich beginnt Entwicklung erst dann, wenn absolute Armut überwunden und soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe möglich ist.

4. Diese Zukünfte nachhaltig zu gestalten, wie in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beschrieben, ist eine ressort-, skalen- und sektorübergreifende Aufgabe binnen- und außenorientierter Politik. Sie kann nur im Zusammenspiel der unterschiedlichen Ressorts, Entscheidungsebenen (lokal, national, regional, global) und von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erreicht werden. Nachhaltigkeit bedarf somit einer starken Governance-Architektur, die mit den notwendigen Entscheidungsbefugnissen und Ressourcen ausgestattet ist.

5. Zukünfte sind je nach Kontext unterschiedlich und nur erreichbar, wenn sie von lokalen Akteursstrukturen verwirklicht werden. Zukunft entsteht nicht durch Vorgaben oder Unterstützung von außen. Daher sind entwicklungspolitische Bemühungen stets gleichberechtigte Kooperationen auf Augenhöhe. Weder mehr, noch weniger. Kooperation macht einen kontinuierlichen Austausch und Dialog möglich, der die Verständigung auf gemeinsame Werte und Voraussetzungen für Zukunft erlaubt und existierende Strukturen transformiert.

6. Politik für nachhaltige Entwicklung und globales Gemeinwohl im 21. Jahrhundert muss einen planetaren Blick einnehmen und den Dialog mit lokalen Lebenswelten weltweit pflegen. Ziel ist der Schutz der globalen Gemeingüter: soziale Gleichheit und Armutsbekämpfung, gesellschaftlicher Frieden und politische Teilhabe, ein klimaneutrales und wohlstandsicherndes Wirtschaftssystem, gesunde Ökosysteme, ein stabiles Klima, Biodiversität und kulturelle Vielfalt. Die zentralen politischen Hebel wurden durch die COVID-19-Pandemie erneut deutlich. Dazu gehören unter anderen eine nachhaltige Gestaltung der Finanzmärkte, der Digitalisierung und der Wirtschaft, robuste soziale Sicherungs-, Ernährungs- und Gesundheitssysteme, eine Stärkung von Bildung, Wissenschaft und Innovationsentwicklung, inklusive Institutionen für den globalgesellschaftlichen Zusammenhalt und die Förderung der regionalen und multilateralen regelbasierten Kooperation. Entwicklungspolitik kann nicht alle Hebel bedienen, benötigt sie aber und trägt zu ihnen bei.

7. Entwicklungspolitik verstehen wir als Politik für die Entwicklung und Ermöglichung nachhaltiger Zukünfte im Sinne eines globalen Gemeinwohls.  Eine solche Politik investiert in die Gestaltung multilateraler Normen und Regelwerke und rückt die multilaterale Zusammenarbeit in ihren Mittelpunkt, zu dem die bilaterale und europäische Zusammenarbeit flankierend und unterstützend hinzukommt.

Anna-Katharina Hornidge & Imme Scholz leiten gemeinsam das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE). A.-K. Hornidge bekleidet zusätzlich die Professur für Globale Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn. I. Scholz ist Honorarprofessorin an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Arbeitstitel: „Lernen für den Frieden“

Mon, 10/05/2021 - 13:09

Um neben zahlreichen Bildungsangeboten zu Krisenprävention und Friedensförderung auch vielfältige Erfahrungen aus der Praxis zusammenzuführen, sehen die 2017 von der Bundesregierung verabschiedeten Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ eine „Lernplattform“ vor. Sie sollte verschiedene Akteure der Friedensförderung in unterschiedlichen Formaten zusammenbringen und Wissen kontinuierlich und problemorientiert sammeln. Dafür bleibt noch viel zu tun.

Dissecting aid fragmentation: development goals and levels of analysis

Fri, 07/05/2021 - 14:36

Aid fragmentation is widely denounced, though recent studies suggest potential benefits. To reconcile these mixed findings, we make a case for studying differences across aid sectors and levels of analysis. Our cross-national time-series analysis of data from 141 countries suggests aid fragmentation promotes child survival and improves governance. However, just looking across countries has the potential to blur important within-country differences. We analyse subnational variation in Sierra Leone and Nigeria and find that the presence of more donors is associated with worse health outcomes, but better governance outcomes. This suggests that having more donors within a locality can be beneficial when they are working to improve the systems through which policies are implemented, but harmful when they target policy outcomes directly. A survey of Nigerian civil servants highlights potential mechanisms. Fragmentation in health aid may undermine civil servants’ morale, whereas diversity in governance aid can promote meritocratic behaviour.

E-government and democracy in Botswana: observational and experimental evidence on the effect of e-government usage on political attitudes

Tue, 04/05/2021 - 08:34

This study assesses whether the use of electronic government (e-government) services affects political attitudes. The results, based on evidence generated in Botswana, indicate that e-government services can, in fact, have an impact on political attitudes. E-government services are rapidly being rolled out around the globe. Governments primarily expect efficiency gains from these reforms. Whether e-government in particular, and information and communication technology (ICT) in general, affect societies is hotly debated. There are fears that democracy may be compromised by surveillance, censorship, fake news, interference in elections and other strategies facilitated by digital tools. This discussion paper adds to the nascent literature by investigating if the expanding e-government usage in Botswana affects individual support for democracy, regime satisfaction and interpersonal trust. Methodologically, the study relies on observational and experimental evidence. The observational approach assesses the impact of the usage of different e-services such as e-payments and electronic tax return filings on political attitudes. The experimental approach incentivises taxpayers to file their tax returns electronically. Both approaches build on an original in-person survey gauging the political attitudes of 2,109 citizens in Greater Gaborone. The survey was conducted in February and March 2020. In terms of results, we do not identify a general substantive effect for the impact of all e-services on political attitudes. For some of the e-services and attitudes tested, however, we find significant evidence. Furthermore, our study yields significant results for several of the linkages between the causal steps within our causal mechanisms. For instance, we find that e-government can empower citizens to engage in political activities and that, although e-government users on average report that the government is not addressing their needs, a simple incentivising message can significantly improve people’s feelings in this regard.

Wie COVID-19 die Vorteile einer Lokalisierung der Entwicklungszusammenarbeit aufzeigt

Mon, 03/05/2021 - 12:51

Als Nebenprodukt der Pandemie ist in der Entwicklungszusammenarbeit ein einmaliges globales Experiment in Gang gekommen. Aus vielen Länderbüros des globalen Südens wurden 2020 die internationalen Mitarbeiter*innen abgezogen und in ihre Heimatzentralen in Europa und Nordamerika zurückbeordert. Die betroffenen Entwicklungsprogramme kamen dadurch jedoch nicht unbedingt ins Stocken. In einigen Fällen ist sogar das Gegenteil zu beobachten. So zeigt eine gemeinsame Studie internationaler Nichtregierungsorganisationen und der australischen La Trobe University, dass der Rückzug internationaler Mitarbeiter*innen aus Programmen in Ozeanien den Entscheidungsspielraum für lokale Akteure erheblich erweitert hat. Die Vorteile einer solchen Lokalisierung der Entwicklungszusammenarbeit sollten in der Diskussion um zukünftige Ansätze der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden.

Der öffentliche Fokus liegt derzeit vor allem auf der Not und den wirtschaftlichen Schäden, die die COVID-19-Pandemie verursacht. So werden die Entwicklungserfolge vieler Länder des globalen Südens sowie der Entwicklungszusammenarbeit in den vergangenen Jahrzehnten zunichte gemacht. Auch die global vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind kaum noch im vorgesehenen Zeitplan zu erreichen. Trotz alledem kann die Entwicklungszusammenarbeit von den lokalen Reaktionen auf die Pandemie auch lernen. Die oben genannte Studie ist dafür ein gutes Beispiel. Sie zeigt, dass infolge des Rückzugs internationaler Mitarbeiter*innen aus Entwicklungsprogrammen lokale Expertise und Netzwerke stärker genutzt wurden, die Zusammenarbeit zwischen lokalen Akteuren zunahm, Hierarchien abgebaut wurden und die Entscheidungsfindung insgesamt dezentralisiert wurde. Über die lokalen Mitarbeiter*innen der Entwicklungsorganisationen und ihre Partnerorganisationen hinaus konnten auch Akteur*innen auf nationaler Ebene die Prioritäten wieder stärker mitbestimmen, da sie die Agenda nicht wie zuvor von internationalen Expert*innen dominiert sahen. Gemäß dieser Bestandsaufnahme haben die veränderten Rahmenbedingungen in der Pandemie, die in der Entwicklungszusammenarbeit oft schwer zu erreichende Ownership, also die nationale und lokale Verantwortung und das Engagement für Entwicklungsmaßnahmen, indirekt gestärkt.

Die Diskussion um die Vorteile dieser Lokalisierung, die in der Entwicklungszusammenarbeit meist unter dem Stichwort „Partizipation“ geführt wird, wurde in den vergangenen Jahren vor allem in der Nothilfe geführt. „Lokalisierung“ meint die stärkere Übergabe von Entscheidungsgewalt und Ressourcen von internationalen Organisationen an lokale Akteure. Eine Untersuchung von Nothilfeprojekten über einen Zeitraum von drei Jahren bestätigt, dass diese durch stärkere Lokalisierung durchaus bessere Ergebnisse erzielten. So waren lokal angeleitete Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingen in Grenzregionen in Myanmar und Tunesien beispielsweise deutlich besser darin, informelle Ressourcen der Menschen wie Verwandtschafts- und Bekanntschaftsnetzwerke einzubeziehen als internationale Initiativen. Die Untersuchung zeigt darüber hinaus auf, dass viele mit einer stärkeren Lokalisierung verbundene Befürchtungen unbegründet waren und dass der wesentliche Hinderungsgrund für eine stärkere Lokalisierung die Weigerung internationaler Organisationen war, Macht abzugeben. Auch in der Entwicklungsforschung setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass eine zu starke Steuerung durch Entwicklungsorganisationen das Entstehen von Ownership verhindern und die Wirksamkeit von Projekten reduzieren kann. Daher sind neue Ansätze notwendig, die lokale Entscheidungen, das Einfließen lokaler Expertise sowie die Entwicklung lokal angepasster Lösungswege stärker ermöglichen und fördern.

Ein Ansatz, der sich in der Lokalisierung der Entwicklungszusammenarbeit bereits bewährt hat, ist Problem Driven Iterative Adaptation (PDIA; problemgeleitete schrittweise Anpassung). Dieser Ansatz basiert auf der Analyse fehlgeschlagener Entwicklungsprojekte am Harvard Center for International Development. Lokale Partner wie Ministerien werden dabei nachfrageorientiert angeleitet, eigenständig Entwicklungsprobleme zu analysieren und auf Basis ihrer lokalen Expertise Lösungsstrategien zu entwickeln, die auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten sind. Die lokalen Partner sind in diesem Prozess auch verantwortlich für die Umsetzung der vereinbarten Lösungsschritte. In wiederkehrenden Treffen tauschen sie sich über Fortschritte und Fehlschläge aus und passen die Vorgehensweise entsprechend an. Dabei lernen sie nicht nur mehr über konkrete Reformen, sondern entwickeln auch eine grundsätzliche Problemlösungskompetenz, die sie zukünftig eigenständig anwenden können. Somit ist PDIA ein möglicher Ansatz, um die Lokalisierung der Entwicklungszusammenarbeit, deren Vorteile durch die Pandemie deutlich geworden sind, stärker zu institutionalisieren. Dadurch könnte Entwicklungszusammenarbeit künftig nicht nur wirklich partizipativer, sondern möglicherweise auch wirksamer und nachhaltiger werden.

Michael Roll ist  Soziologe und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprogramm „Transformation politischer (Un-)Ordnung

Tim Kornprobst ist Teilnehmer des 56. Kurses des Postgraduierten-Programms am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. Er ist Koautor der Publikation Postkolonialismus & Post-Development: Praktische Perspektiven für die Entwicklungszusammenarbeit des Stipendiatischen Arbeitskreises Globale Entwicklung und postkoloniale Verhältnisse der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).

Unmasking the middle class in the Philippines: aspirations, lifestyles, and prospects for sustainable consumption

Mon, 03/05/2021 - 10:33

The lifestyles of the growing middle classes in the Philippines have a potentially significant impact on the environment. To what extent and how this happens depends on the attitudes, aspirations and actual consumption practices of the middle classes. Environmental knowledge, environmental concern, wealth and international experience present the key concepts for the exploratory analysis of consumer behaviour. This contribution draws on a unique combination of quantitative and qualitative data, using national and city-level household surveys as well as insights from focus group discussions. The study finds that higher wealth levels and environmental concern influence reported energy saving behaviours. Younger, female and environmentally concerned consumers also tend to choose more sustainable modes of transport, but the correlation is weak. Overall, more carbon intensive, unsustainable consumption patterns can be expected as households move up the socioeconomic ladder. While the middle classes score fairly highly on the measurement scales of environmental concern and knowledge, education, savings and income security matter more to them in day-to-day life. For prospective sustainable consumption policies, our results imply that more action that draws on behavioural insights is needed to overcome the knowledge–action gap.

Do investor-state dispute settlement cases influence domestic environmental regulation? The role of respondent state bureaucratic capacity

Mon, 03/05/2021 - 09:18

Does international politics influence domestic politics? In the investment treaty regime, there is currently a debate about whether investor-state dispute settlement cases influence respondent state domestic regulation. We present a systematic test of this relationship. Using two unique datasets, we examine whether investor-state cases targeting environmental measures influence respondent states’ environmental regulation. We make two theoretical contributions. First, we present an integrated typology of potential regulatory responses to investor-state dispute settlement cases. Second, we propose a novel, conditional theory of regulatory responses to investor-state cases. We argue that states’ responses should depend on their bureaucratic capacity. In our analysis, we find that respondent state bureaucratic capacity conditions the relationship between investor-state cases and subsequent domestic regulation. There is a more pronounced negative relationship between investor-state cases and regulatory behavior in states with high bureaucratic capacity than in low-capacity states.

The second hand market for air conditioners in Metro Manila. Business models, resource use, policy options

Thu, 29/04/2021 - 09:22

The demand for space cooling and, accordingly, room air conditioners sales are soaring, especially in tropical middle income countries. Energy demand for space cooling is expected to triple till 2050. These market dynamics present a challenge from an energy security and a global warming perspective. In parallel, positive effects of air conditioner ownership on human development are becoming increasingly clear. Policymakers and technical cooperation agencies tend to focus either on the phase-in of new technologies or the end-of-life stage, neglecting the phase in between. This report analyses the second hand market of air conditioners in the Philipppines. It focuses on the question when and how to regulate the second hand market to balance energy, climate, resource and social impacts. It analyses prevalent business models, sales, prices, customers as well as energy efficiency and resource use. Several policy options for dealing with the second hand air conditioner market are developed.

Proposals to make the T20 a more impactful, effective, and continuous think tank process

Wed, 28/04/2021 - 21:54

The T20 process has been put on a new footing during the German T20 process in 2017 by establishing issue-specific task forces as the key organisational structure. Task forces have evolved throughout the years, and other elements have been added, such as inviting think tanks from the region of the hosting nation and from Africa, and issuing calls for papers. After 4 years, we believe, it is time to reflect on the T20’s achievements as well as areas for improvement. In this concept note, we focus mainly on process-related and structural issues as a prerequisite to advance specific recommendations to the G20 on pressing global challenges. As longstanding participants of the T20, we describe in the following our view on the purpose and current shortcomings of the T20 process and make suggestions on how the process could be reformed to allow the group to realise its full potential to become more impactful, effective and continuous while maintaining the T20’s diversity, inclusiveness and dialogue-orientation. In particular, we propose a number of reforms of the governance of the T20.

Diskussionsbedarf in puncto Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Wed, 28/04/2021 - 13:49

Gesellschaften des Globalen Nordens sind die Unsicherheiten und Ungewissheiten der letzten Jahre nicht gewohnt. Nach einer kontinuierlichen Phase des Wohlstands hinterließen die Folgen der globalen Wirtschaftskrise, die „Migrationswelle“ 2015 sowie die andauernde COVID-19-Pandemie gewaltige Spuren in der Gesellschaft. Gerade in derart schweren Zeiten ist ein Konsens darüber, was Gesellschaften zusammenhält, und wie wir Meinungsverschiedenheiten lösen, von besonders großer Bedeutung.

Zu Beginn der COVID-19-Pandemie hatten viele „gepredigt“, dass die Krise die Menschen zusammenschweißen werde – doch weit gefehlt. Das Fundament unserer offenen Gesellschaften bröckelt. Eine aktuelle Studie kommt zum Schluss, dass der Zusammenhalt in Deutschland während der Pandemie im Durchschnitt zwar relativ hoch war, doch bestimmte soziale Gruppen (mit einem niedrigeren Bildungsstand und geringerem Einkommen) drifteten weiter auseinander. Werte wie politische Gleichheit und Menschenwürde, von denen wir annahmen, sie wären in unserer Gesellschaft tief verwurzelt, werden jetzt offen infrage gestellt.

Eine gewaltige Herausforderung, vor der offene Gesellschaften stehen, ist es, die Schwächen und Widersprüche, die sich in den letzten Jahren offenbarten, beim Namen zu nennen. Eine Debatte hierüber wird unerlässlich, um inklusive und demokratische Systeme zu bewahren und sich über gemeinsame Wertevorstellungen zu verständigen.

Zusammenhalt und Demokratie als Fundament für gemeinwohlorientierte Gesellschaften

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nicht nur im Umgang mit Krisen essenziell, sondern auch ein wichtiger Grundpfeiler für Frieden und Wohlstand. Starke Bindungen innerhalb einer Gesellschaft bedingen mehr Lebensqualität, Wirtschaftswachstum und Gesundheit. Zusammenhalt bildet auch die Grundlage, um Interessen und gemeinsame Werte aushandeln zu können. So sind vertrauensvolle und kooperative Beziehungen zwischen Staat und Bevölkerung Voraussetzung dafür, dass Gesellschaften Gemeinwohl definieren und erreichen können.

Demokratien bieten nicht nur entscheidende Vorteile bei der Bereitstellung öffentlicher Güter, sondern sind auch die einzigen politischen Systeme, die Diversität und unterschiedliche Meinungen tolerieren und durch inklusive Verfahren moderieren. Offenheit, Partizipation und Rechtsstaatlichkeit schaffen Raum für Debatten über Gemeinwohl und Werte, was wiederum gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann.

Unglücklicherweise leiden gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie weltweit. Die beschleunigte „dritte Autokratisierungswelle“ führt dazu, dass heute ein Drittel der Weltbevölkerung – also 2,6 Milliarden Menschen – in Staaten lebt, in denen Autokratie auf dem Vormarsch ist. Über gesellschaftlichen Zusammenhalt sind weltweit nur wenige Zahlen verfügbar und diese sind recht ungenau. Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen. Aber beobachtbare Entwicklungen sind ebenso besorgniserregend.

Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt gehören prominent auf die Tagesordnung

Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie sind nichts Selbstverständliches. Sie müssen gehegt, gepflegt und geschützt werden. Der bröckelnde Zusammenhalt und demokratische Zerfall herrschen nicht nur im Globalen Norden, sondern weltweit vor. Ebenso wie bei der globalen Pandemie besteht internationaler Handlungsbedarf. Regierungen und internationale Organisationen sind sich dieser Notwendigkeit bewusst und riefen jüngst neue Initiativen ins Leben. Auch die deutsche Entwicklungspolitik definierte gesellschaftlichen Zusammenhalt als eines ihrer strategischen Kernthemen.

Das sind positive Entwicklungen, doch es gibt noch Luft nach oben. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind mehr als ein hübsches Beiwerk. Sie sollten als Leitlinien für jegliches Handeln dienen. Zudem ist ein kontinuierlicher politischer Dialog über Demokratie und Zusammenhalt in verschiedenen Kontexten und zwischen Partnern eine hervorragende Gelegenheit, Entwicklungspolitik und -praxis zu überdenken. Der offene und konstruktiv-kritische Austausch von Ideen über diese gesellschaftspolitischen Grundlagen kann eine Transformation internationaler Zusammenarbeit ermöglichen – weg von einem Paradigma des Wissenstransfers vom Globalen Norden in den Globalen Süden hin zu einer Kultur der Reziprozität und Mitgestaltung.

Die Aushöhlung unserer gesellschaftlichen Fundamente verdient auch in der öffentlichen Debatte in Deutschland eine herausragende Stellung. Die bevorstehenden Bundestagswahlen sind eine hervorragende Gelegenheit, kritisch und ehrlich über unser Verständnis von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Demokratie zu diskutieren, sowie auch darüber, wie wir sie auf nationaler und internationaler Ebene fördern wollen. Zynische und einseitige Medienkampagnen wie #allesdichtmachen könnten die Spaltung vertiefen, anstatt solch einen Dialog zu fördern. Es braucht eine produktive Debatte zwischen unterschiedlichen Standpunkten. Wenn wir dabei andere Meinungen respektieren und bereit sind, auch eigene Standpunkte zu überdenken, könnten diejenigen, die in der Pandemie eine Chance für mehr Zusammenhalt sahen, letztendlich doch Recht behalten.

Mainstreaming South-South and triangular cooperation: work in progress at the United Nations

Tue, 27/04/2021 - 12:07

South-South cooperation has become an increasingly visible part of international development processes. Together with the expansion of triangular cooperation – that is, cooperation among developing countries supported by a traditional donor or multilateral organisation – the growing clout of South-South schemes reflects shifts in power and wealth towards the former developing world. Against this backdrop, United Nations (UN) entities have repeatedly been asked to mainstream their support for South-South and triangular cooperation (SSTC), but there is hardly any systematic comparative evidence on whether and how they have done so. This paper addresses this gap in three steps. First, it traces the rise and evolution of South-South terminology at the UN, showing that the use of North-South frames had its origins in debates about international inequalities in the 1960s and has expanded in the context of globalisation processes since the 1970s, and also that it is developing countries themselves that have taken up and rallied behind notions of South-South. The paper provides an overview of three partly complementary and partly contradictory approaches that understand South-South cooperation to be a set of technical cooperation modalities; a general political narrative; or a shorthand for inter-state cooperation beyond North-South assistance, with the latter being the dominant de facto understanding among UN entities. Second, the analysis focuses on UN efforts over the last two decades aimed at mainstreaming support for SSTC. It centres around a scorecard of 15 UN entities that maps their level of institutional focus on SSTC, based on insights from strategies, annual reports, publications, monitoring frameworks, budgets and organisational structures. Based on the scorecard, UN entities are grouped under the tentative labels of “champions”, “waverers” and “stragglers” for mapping patterns of SSTC mainstreaming. Third, the paper identifies three key factors that, in addition to beliefs in the functional relevance and potential effectiveness of SSTC, have accompanied and conditioned UN mainstreaming efforts. SSTC support has been part of (a) strategic considerations for positioning UN entities in an evolving funding environment; (b) internal bureaucratic dynamics that centre around individuals and shape day-to-day engagement; and (c) geopolitical tensions connected to the increasingly visible fracture between the United States and China. Traditional donors, in particular, tend to approach South-South cooperation as an umbrella for the expansion of China’s clout across the UN development system, leading to an intensification of SSTC-related contestations. Overall, support for South-South and triangular cooperation has had a long, multi-faceted, expanding and increasingly controversial trajectory at the UN. With reference to areas of future research and policy recommendations, the paper suggests that UN entities – in coordination with member states – are well advised to expand their efforts for exploring how to best support cooperation that unfolds outside traditional North-South assistance schemes.

COVID-19 und Naturschutz: Strategien zur Krisenbewältigung für Mensch und Natur

Mon, 26/04/2021 - 13:20

Die Corona-Pandemie ist eine weltweite Gesundheitskrise, die eng mit der globalen Biodiversitätskrise verwoben ist. Sie entstand durch einen zoonotischen Erreger, der von Wildtieren auf den Menschen übersprang. Viren können sich in gestörten Ökosystemen leicht ausbreiten, und mit zunehmendem Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren wächst das Risiko einer Übertragung. Der Naturschutz kann entscheidend dazu beitragen, das Risiko weiterer Pandemien zu verringern; gleichzeitig wirkt sich die aktuelle Pandemie in vielerlei Hinsicht auf den Naturschutz aus. In dieser Analyse und Stellungnahme schlagen wir Strategien zur Minderung der negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Naturschutz im Globalen Süden vor. Viele Zoonosen haben dort ihren Ursprung, und die Lebensgrundlagen sind stark von natürlichen Ressourcen abhängig. Das Paper erläutert die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf Naturschutzgebiete sowie die spezifischen Folgen für den Tourismus und den Wildtier-handel – zwei Sektoren, die eng mit solchen Schutzgebieten verbunden sind.
Mit dem pandemiebedingten wirtschaftlichen Abschwung geraten die natürlichen Ressourcen in vielen Ländern unter Druck: Für den Naturschutz vorgesehene Mittel werden in den Gesundheitssektor umgeleitet, Länder senken ihre Naturschutzstandards, um die Wirtschaft anzukurbeln, und die arme Bevölkerung in ländlichen Regionen greift zum Überleben auf geschützte natürliche Ressourcen zurück. Diese Trends beschleunigen den Verlust der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen, schaffen günstige Bedingungen für das Auftreten von Zoonosen und bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen.
Vor der Corona-Pandemie war der naturnahe Tourismus eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie. Der vorübergehende Einbruch des Tourismus hat positive wie auch negative Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung. Nachteile erleiden einerseits viele Angestellte im Tourismussektor, die ihren Arbeitsplatz und ihre Lebensgrundlage verloren haben. Außerdem ist eine wichtige Finanzierungsquelle für das Management von Schutzgebieten weggefallen. Andererseits hat der vorübergehend rückläufige Tourismus der Natur Zeit gegeben, sich zu erholen, während der Rückgang des internationalen Flugverkehrs die globalen Kohlenstoffemissionen dieses Sektors gesenkt hat.
Der Wildtierhandel – ein wichtiger Faktor in der Verbreitung von Zoonose-Erregern – wurde infolge der Pandemie in einigen Ländern verboten. Doch soziale Schutzmaßnahmen für lokale Gemeinschaften, die von Proteinen aus Wildtieren abhängig sind, fehlen noch weitgehend.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, empfehlen wir, den Naturschutz weiterhin ganz oben auf die internationale Agenda zu setzen, insbesondere inmitten der aktuellen globalen Gesundheitskrise, die sich mit der fortschreitenden Zerstörung von Ökosystemen schnell wiederholen könnte. Umweltgesetze müssen aufrechterhalten und Finanzmittel zur nachhaltigen Sicherung von Lebensgrundlagen zur Verfügung gestellt werden. Die Wiederbelebung des naturnahen Tourismus sollte unterstützt werden, da er nicht nur finanzielle Mittel für den Naturschutz, sondern auch Einkommen für lokale Gemeinden generieren kann. Gleichzeitig sollte die Tourismusindustrie ihren ökologischen Fußabdruck weiter reduzieren. Die Eindämmung des Wildtierhandels muss so gestaltet sein, dass der Proteinbedarf von Gemeinschaften gedeckt bleibt.

Green transitions in Africa–Europe relations: what role for the European Green Deal?

Fri, 23/04/2021 - 14:00

Key messages

• Green transitions have the potential to support Africa–Europe cooperation by combining
the climate agenda with an innovative socio-economic project for jobs creation and
sustainable growth. Green transitions can be a fruitful area for cooperation because
common interests and interdependencies between both continents are high.
• Green transitions are key topics in the African Union (AU) and the European Union
(EU). Both are committed to implementing the 2030 Agenda for Sustainable
Development and the Paris Climate Agreement within which green transitions are key
elements. The EU has initiated the European Green Deal with an ambitious agenda to
transform Europe into a carbon-neutral continent by 2050. On both continents, green
transitions play a prominent role in debates about socio-economic COVID-19 recovery
programmes.
• Notwithstanding these communalities, the EU and the AU approach green transitions
from very different angles. Whereas the EU has a major historic responsibility and
continues to have very high per capita emissions, African countries have contributed
little to climate change but will be severely affected by its consequences. The AU’s
Agenda 2063 gives strong priority to poverty reduction and climate adaptation, whereas
the social dimension of the European Green Deal is limited. Acknowledging these
differences will need to be the starting point for identifying priorities for AU–EU
cooperation on developing green transitions.
• In order to make cooperation on the Green Deal and green transitions fruitful for AU–EU
relations, the EU institutions and member states will need to understand African
countries’ strategic objectives and interests. They will need to learn from past
experiences and reflect an eye-level partnership in their communications on, and
approaches to, cooperation in order to gain the trust of, and jointly identify common
interests with, African partners. The AU and member states, in turn, will need to invest
more in defining their strategic objectives, in promoting socially inclusive green
transitions across the continent, and in cooperating with the EU on green transitions.
• Neither Europe nor Africa has a blueprint for what carbon-neutral societies and
economies will look like. Cooperation on green transitions therefore provides
opportunities for joint learning and joint knowledge production by European and African
actors and for some of the underlying structural asymmetries to be addressed.
• This paper explores six particularly relevant fields of action for AU–EU cooperation on
green transitions and the Green Deal – energy transitions, the circular economy, trade,
climate change adaptation in the agricultural sector, climate diplomacy and financial
instruments. For each of these fields of action, reform initiatives on both continents are
discussed and specific recommendations developed.

Identity and discourse within diverse international networks: the Managing Global Governance network seen through the lenses of thematic oral history

Fri, 23/04/2021 - 11:05

The MGG Programme is an innovative and ambitious initiative implemented by the German Development Institute (DIE) with the support of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). Although the scope and objectives have changed since it was launched in 2007, there is a clear vision that summarises its overarching goals: to construct a network that functions as an effective, high-quality, knowledge-based cooperation system for promoting global governance and sustainable development in the long run. In this respect, managing and crafting symbols, perceptions and collective identities within the MGG will remain crucial as a glue that enables collective efforts and maximises the network’s overall impact.
Under what conditions does cooperation among diverse groups become sustainable? How does the MGG look when analysed as part of the longer-term life trajectory of its participants? How do individual identities intersect with a collective sense of belonging to the programme and to the network? What is the role of the collective identity and the collective narrative that underpins MGG efforts? The main goal of this discussion paper is to apply oral history methodologies to answer some of these questions. The assumption is that the long-term impact of the MGG Programme depends on how well individual motivations, which are shaped by complex life trajectories, intersect with national interests and broader global cooperation narratives.
By confronting theory with empirical evidence, this paper also draws some lessons and raises some interesting questions that may be useful for MGG staff to consider when planning future activities.

Reaching the poorest and most vulnerable: addressing loss and damage through social protection

Fri, 23/04/2021 - 10:24

A growing scientific evidence reaffirms that slow onset climate events such as desertification, sea level rise and loss of biodiversity will place an increasing number of people at risk of poverty and social marginalization. Establishing national social protection systems aligned with the 2030 Agenda for Sustainable Development and the Paris Agreement could be a key policy approach to address increasing risks from long-term changes to the climate system. Through a review of conceptual and empirical literature, this study explores the potential for social protection to address slow onset events by looking into the multiple dimensions of vulnerability and resilience. The paper further derives recommendations on how this potential can be translated into strategic policy agendas and discusses options for financing such interventions in developing countries.

When industrial policy fails to produce structural transformation: the case of Ethiopia

Fri, 16/04/2021 - 09:21

Despite the increasing foreign investment in many African economies, their participation in trade, and the economic growth that follows from it, structural transformation has remained limited. This blog takes a look at Ethiopia’s industrial policy and argues that the government has failed to sufficiently emphasize innovation in—and technology transfer to—domestic firms, leading to minimal “upgrading” of low to high value-added activities.

Avoiding too little, too late: debt relief for a green and inclusive recovery

Thu, 15/04/2021 - 12:43

The  COVID-19  crisis  has  been  a  significant  setback  for  global  development.  In  October  2020,  the  World Bank estimated that the pandemic “could push up to 40 million people into extreme poverty” in  Africa  alone  in  2020,  “erasing  at  least  five  years  of  progress  in  fighting  poverty”  (Zeufack  et  al.,  2020: 1). Public debt — which was already unsustainable in many developing countries before COVID-19 — is increasing rapidly and constraining government responses to the health, social, and economic crises caused by the pandemic. The ability of many developing nations to mobilize resources has been hampered due to severe economic contractions,. Many are using 30 percent to 70 percent of what little  government  revenue  to  service  debt  payments  (Bárcena,  2020).  Indicative  of  a  looming  debt  crisis, there have been more credit rating downgrades for emerging markets and developing countries in 2020 than in all previous crises over the past 40 years. According to the International Monetary Fund (IMF), almost half of low-income developing countries were at high risk of debt distress or in debt distress at the end of September 2020 (IMF, 2020a). This analysis does not comprise middle-income countries, many of which are also under severe strain. Many emerging markets and developing economies are facing serious obstacles in obtaining the fiscal space to combat the virus, protect the vulnerable, and mount a green and inclusive recovery. While developed countries have been able to respond forcefully to the crisis — through fiscal policy, loans and loan guarantees to businesses, and quantitative easing policies — the responses of emerging  markets  and  developing  countries  have  been  on  average  much  smaller.  For  many  of  them,  calls  for  “building  back  better”  ring  hollow  unless  they  receive  international  support  to  do  so.  Without  a  resolute global debt relief effort, the goals set out by the international community in the 2030 Agenda for Sustainable Development and the Paris Agreement on climate change will not only be missed, but the progress made to date will be lost.

Covid-19 Crisis: G20 and debt sustainability in Sub-Saharan Africa

Tue, 13/04/2021 - 16:02

COVID-19 has further exacerbated the debt situation in sub-Saharan Africa (SSA). Prior to the pandemic about half of low-income countries (LICs) were at high risk of debt distress or in debt distress, including a large number of LICs in SSA.
To cope with the severe economic consequences of COVID-19, the international community, particularly the G20 countries have a key role to play in providing short-term liquidity and debt relief to SSA. The International Financial Institutions (IFIs) have already provided financial assistance to SSA by extending and reforming existing facilities. Further scaling up of funding by the IFIs is needed by eligible SSA borrowers with demonstrated capacity to use funds transparently, well, and on account of debt sustainability considerations. For these reasons, the G20 has a key role to play.
Already there is a chorus for a global Special Drawing Rights (SDR) reallocation initiative led by the G20. This will require strong political ownership and commitment by G20 countries who collectively own the largest share of SDRs. By donating or agreeing to lend part of their shares, the G20 could considerably support LICs in SSA and elsewhere to meet their infrastructure and human capital needs.
The G20, the Paris Club, and the IFIs have established two processes for providing timely liquidity to developing countries: the “Debt Service Suspension Initiative” (DSSI) and the “Common Framework for Debt Treatments beyond the DSSI”. G20 countries assume a crucial role in providing bilateral grants and loans to LICs because at the end of 2019 they held 91 percent of the bilateral debt of countries that are eligible for the DSSI.
In addition to this liquidity provision, the G20 should support countries in SSA through non-financial measures, including capacity building and responsible lending. The international community and the G20 have a shared responsibility to contribute to debt sustainability in LICs, including in SSA.

We need to upgrade the United Nations: towards a more effective sustainable development governance

Tue, 13/04/2021 - 14:10

The authors call for the forthcoming report of the UN Secretary-General, 'Our Common Agenda,' to specify the necessary steps toward establishing more effective, agile and accountable sustainable development governance by the UN. In addition to welcoming moderate reforms, the analysts argue that "riding things out" is not an option when the need for action is so pressing. A UN Sustainable Development Council – created by upgrading and transforming ECOSOC – could become the centerpiece of more ambitious reforms.

A new multilateralism for the post-COVID world: What role for the EU-Africa partnership?

Mon, 12/04/2021 - 23:16

Multilateralism has been in trouble for a while, particularly at the global level. Yet, the European Union (EU) and its member states have remained among its staunchest supporters. In their June 2019 Council Conclusions, EU leaders drew the outlines of a common European vision to uphold, extend and reform the multilateral system. Against an increasingly complex and contested geopolitical backdrop, these goals were further developed in the recent EU Communication on Multilateralism, published in February 2021.
Key messages:
• In the wake of COVID-19, European leaders have reaffirmed their support for multilateralism and their hope of reforming and carrying forward the multilateral system. This was most recently stated in the EU’s Communication on Multilateralism of February 2021. Strengthening multilateral cooperation will require partners. The African Union (AU) with its 55 member states could be an important partner, but it cannot be taken for granted.
• To build meaningful cooperation with African actors and work together towards constructive multilateralism, the EU and its members must accept that African states have their own views of shifts in the global order and the desirability of further change. For greater legitimacy of the multilateral system, the EU must move beyond simply protecting the status quo, combining its stance as a defender of human rights and other universal norms and values with support for reforms and efforts to strengthen meaningful African participation in multilateral fora.
• The EU must support reform of the UN Security Council to ensure that Africa gains proper representation. In the meantime, the EU should take further steps towards substantive cooperation. This includes improving internal coordination; increasing outreach to the A3, the AU and concerned African states; and working with the A3 early in the drafting process for resolutions that affect Africa.
• The EU should make the most of the G20 Italian Presidency in 2021 to facilitate participation of African actors in this forum, which has increasing sway over a range of sensitive issues for African countries, such as debt relief. The G20 should seek to build consensus around an inclusive recovery agenda, to “build back better” and advance structural cooperation in the financial and health sectors.
• COVID-19 has demonstrated the importance of health as an urgent area of multilateral cooperation. The EU should seek to work closely with African actors to reform and improve multilateral structures in the health domain, to respond effectively to the ongoing crisis and for future preparedness. This should include supporting African countries in developing local bio manufacturing capabilities, working together to reform and strengthen the World Health Organization (WHO) and to fully implement the “One Health” approach.
• The EU should engage with African countries now to formulate a common and mutually beneficial vision and position for the international climate and environmental negotiations set for this year. Particularly, this concerns decisions on the post-2020 biodiversity framework and post-2025 climate finance target and reporting standards. Key topics include the role of nature-based solutions in addressing and integrating multiple environmental issues and provision of more funds for climate adaptation.

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