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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Briefing Paper

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Publikationen des German Institute of Development and Sustainability (IDOS)
Updated: 1 day 3 hours ago

Die Macht von Geschichten: Warum brauchen wir neue Narrative für eine nachhaltige Zukunft – und wie können quantitative Analysen diese unterstützen?

Mon, 05/12/2022 - 14:08

Während die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung universell sind, sind die Wege, die zu ihnen führen, vielfältig. Länder haben aufgrund ihrer unterschiedlichen biophysischen, sozio-ökonomischen und politisch-kulturellen Ausgangsbedingungen unterschiedliche Leitvorstellungen davon, wie die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) erreicht werden sollen, und sie verfügen über unterschiedliche Ansatzpunkte und Hebel hierfür. Nachhaltige Entwicklungspfade, die machbare und aus Sicht unterschiedlicher Akteure erstrebenswerte Wege zur Erreichung der Agenda 2030 und der Pariser Klimaziele beschreiben, müssen diese Faktoren und deren Vielfalt berücksichtigen. Es reicht daher nicht aus, nur eine einzige Pfadoption vorzuschlagen und deren potenzielle Wirkungen zu analysieren. Jeder dieser „nachhaltigen Entwicklungspfade“ erfordert zudem Transformationsprozesse, die einen disruptiven Paradigmenwechsel und einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel mit sich bringen. Es bedarf daher positiver, an unterschiedliche Gegebenheiten anknüpfende Leitvorstellungen (“Visionen”). Diese sind am ehesten in einer Kombination aus qualitativen Erzählungen oder Narrativen sowie darauf aufbauender, quantitativer Szenarien zu vermitteln. Analysen können dann die positiven Wechselwirkungen sowie mögliche Zielkonflikte zwischen den einzelnen SDGs und hierfür vorgesehenen Maßnahmen beschreiben und dazu beitragen, Synergien zu verstärken sowie wechselseitige Beeinträchtigungen oder Blockaden zu vermeiden oder zu minimieren.

Achieving the SDGs: Europe’s compass in a multipolar world - Europe Sustainable Development Report 2022

Mon, 05/12/2022 - 12:33

In September 2015, the international community adopted the 2030 Agenda and its Sustainable Development Goals (SDGs). In doing so, all 193 UN member states signed off on 17 goals to promote socioeconomic prosperity and environmental sustainability. Earlier that same year, the Addis Ababa Action agenda for financing development had been adopted, while the close of the year saw the conclusion of the Paris Climate Agreement. Yet seven years on, the world is significantly off-track to achieving most of these goals, and multiple crises have led to a reversal of SDG progress. From the outset, Heads of State agreed that a number of countries each year (around 40) should present reports on their progress towards the SDGs, in so called ‘voluntary national reviews’ (VNRs) and that leaders would meet every four years to review global SDG progress and agree on a path forward. In July 2023, the EU is to present its first Union-wide voluntary review at the United Nations. This presents a good opportunity for the EU to send a strong message to the international community and to demonstrate its commitment to and leadership on the SDGs. A few months later, in September 2023, Heads of State will again meet under the auspices of the UN General Assembly in New York for the second SDG Summit (the first was held in 2019). Following the SDG Summit, the Summit of the Future, in September 2024, will debate and hopefully lead to the adoption of a Pact for the Future to include major reforms of multilateral institutions and sustainable development finance. This year’s Europe Sustainable Development Report (ESDR 2022) aims to support both of these processes and contribute to strengthening the EU’s SDG leadership at home and internationally.

Der (grüne) Kapitalismus wird die biologische Vielfalt nicht retten!

Mon, 05/12/2022 - 12:05

Bonn, 5. Dezember 2022. Vom 7. bis zum 19. Dezember 2022 wird die 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) im kanadischen Montreal unter dem Vorsitz von China stattfinden. Trotz der schwierigen geopolitischen Weltlage wird erwartet, dass sich die Regierungen auf ein neues „globales Rahmenabkommen für Biodiversität“ (GBF) einigen werden. Viele Beobachter*innen hoffen auf eine bahnbrechende Vereinbarung zum Schutz der biologischen Vielfalt. Manche sprechen gar von der „letzten Chance für die Natur“.

Der aktuelle Entwurf des GBF steht ganz im Zeichen der Agenda 2030 und des Pariser Abkommens, fordert er doch einen Wandel in den „Beziehungen der Gesellschaften zur biologischen Vielfalt“. Die zugehörige Erklärung von Kunming, die auf der ersten Sitzung der COP15 im Oktober 2021 in China verabschiedet wurde, betont die Notwendigkeit eines „transformativen Wandels in allen Wirtschaftssektoren und allen Teilen der Gesellschaft“ und die „Sicherstellung von Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum“. Es scheint, dass Regierungen zunehmend anerkennen, was Wissenschaftler*innen und Umweltaktivist*innen schon seit Jahrzehnten fordern: Wir müssen aus nicht nachhaltigen Formen der Produktion und des Konsums aussteigen.

Viele politische Entscheidungsträger*innen, NGOs und Naturschützer*innen sind sich zwar einig, dass tiefgreifender Wandel notwendig ist – doch der Entwurf des GBFs spiegelt dies nur in Teilen wieder. Das GBF zeichnet sich überwiegend, wie viele multilaterale UN-Dokumente auch, durch technokratische Vorgaben und Zielen aus. Das mag viele Experten*innen nicht überraschen, doch ist dies eine der wesentlichen Schwächen des künftigen GBF. Die politische Ökonomie des Naturschutzes bleibt weitestgehend außen vor. Regierungen sollten aus unserer Sicht die progressiven Elemente der Erklärung von Kunming ernst nehmen und anerkennen, dass wir eine sozial-ökologische Transformation benötigen, um den Verlust von Biodiversität zu stoppen. Wenn wir unser aktuelles Wirtschaftssystem nicht grundsätzlich infrage stellen, bleibt der Erfolg des neuen GBF höchst unwahrscheinlich.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig, alarmierend und enttäuschend. Trotz einer wachsenden Zahl von Schutzgebieten und marktorientierter Naturschutzinstrumente ist die biologische Vielfalt seit 1970 weltweit um 68 Prozent zurückgegangen. Dennoch bleibt unendliches Wirtschaftswachstum das vorherrschende Paradigma – den verheerenden Auswirkungen auf die Ökosysteme zum Trotz. Darüber hinaus machen komplexe Wertschöpfungsketten und die damit verbundene Trennung der Produktion (z.B. Holzeinschlag im Regenwald) vom Konsum, das Artensterben in unserem täglichen Leben schwer greifbar. Die Verluste finden anderswo statt und bleiben für uns unsichtbar.

Nichtmenschliche Lebewesen sind nicht Teil unserer „communities of justice(Gerechtigkeitsgemeinschaften). Sie sind meist nur dann relevant, wenn sie unseren Interessen dienen (z.B. als Nahrung oder zur Bestäubung), als Faktoren von Kosten-Nutzen-Rechnungen und im Rahmen von vorgeschriebenen Kompensationsmaßnahmen, etwa bei großen Infrastrukturprojekten. So warf eine große deutsche Tageszeitung Gegner*innen der Elbvertiefung und des Ausbaus der Fahrrinne einst vor, dass sie gefährdeten Arten wie dem Schierlings Wasserfenchel mehr Wert beimessen würden als Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Der Schutz der Artenvielfalt scheint also nur solange erwünscht, wenn er sich nicht auf unsere Volkswirtschaften auswirkt. Hier stellt sich folglich die Frage: Wie viele Arbeitsplätze ist uns das Aussterben von Arten wert?

Was ist nötig, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und den Trend umzukehren? Was müssen wir tun, um das neue GBF erfolgreich umzusetzen? Zunächst müssen wir anerkennen, dass unser Wirtschaftssystem und sein inhärentes und permanentes Streben nach Expansion zu einer verstärkten Ressourcennutzung, zur Zerstörung von Lebensräumen und zum Verlust der biologischen Vielfalt führt. Folglich erfordert das GBF eine sozial-ökologische Transformation hin zu einer Wirtschaft, die ohne permanentes Wachstum von Produktion und Konsum auskommt. Das Wirtschaften in einer solchen Gesellschaft sollte nicht der Kapitalakkumulation dienen, sondern einen Zustand anstreben, in dem Wohlstand und eine intakte biologische Vielfalt vereinbar sind. Dies erfordert eine durchschnittliche Verringerung der Produktion und des Konsums in einigen Wirtschaftssektoren, während es in Bereichen wie erneuerbare Energien, Bildung, Gesundheit und Pflege Wachstum erfordert. Ein solcher Wandel würde dem Wohlergehen der Menschen, dem Bewahren der biologischen Vielfalt, Vorrang vor Kapitalakkumulation und Profit einräumen. So könnten wir einige der Ursachen für den Verlust der Artenvielfalt aus dem Weg räumen.

Zweitens müssen wir beim Schutz der Biodiversität neue Ansätze verfolgen, die über marktorientierte Instrumente, Kosten-Nutzen-Ansätze und Schutzgebiete, die den Menschen getrennt von der Natur betrachten, hinausgehen. Schutzstrategien sollten die Rolle indigener Gruppen und lokaler Gemeinschaften anerkennen und jene Akteur*innen unterstützen, die seit Jahrhunderten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für den Naturschutz ist hier ein vielversprechendes Instrument. Es würde Menschen zugutekommen, die in Gebieten leben, in denen dem Erhalt der Biodiversität eine große Rolle zukommt. Die Zahlungen würden die Grundbedürfnisse indigener Gruppen und lokaler Gemeinschaften (IPLC) decken. Sie können außerdem als eine Form der „Wiedergutmachung“ für IPLCs angesehen werden, da sie im Zuge der Einrichtung neuer Schutzgebiete häufig von ihrem traditionellen Land vertrieben wurden.

Partnerships for policy transfer: how Brazil and China engage in triangular cooperation with the United Nations

Mon, 05/12/2022 - 10:17

This paper offers a comparative analysis of Brazilian and Chinese partnerships with the United Nations (UN) as a mechanism and channel for policy transfer. In international policy travel flows, China and Brazil currently hold privileged places as hubs from which development-related policies travel and through which they circulate. Both countries have invested in systematising their development experience and transferring development policies within their regions and beyond – often through triangular cooperation, i.e. South–South cooperation supported by third actors such as UN entities. So far, however, this variegated engagement has remained under the radar of scholarly attention. To address this gap, we examine 35 policy transfer partnerships – 17 for Brazil and 18 for China – forged with different parts of the UN system over the last two decades. In order to offer a first systematic account of partnership trajectories, we provide an overview of partnership types (namely projects, programmes and policy centres) and transfer dimensions (including the policies themselves, transfer agents and governance arrangements). Our comparative mapping presents an evolving landscape: while Brazil was first in institutionalising robust policy transfer partnerships with numerous UN entities and then slowed down, China started more cautiously but has significantly expanded its collaboration with the UN system since 2015. The partnerships analysed cover a substantial range of sectors, with a particular focus – for both Brazil and China – on agricultural policies. While Brazilian partnerships with the UN primarily engage with linkages between agriculture and social protection, however, China–UN partnerships focus more on productivity and market linkages. As the first comprehensive mapping and comparative analysis of Brazilian and Chinese policy transfer partnerships with the UN, this paper contributes to a better understanding of (triangular) cooperation schemes between international organisations and their member states, as well as debates about how policies deemed as successful travel around the globe.

»Summit of the Future« – Deutschland im Co-lead für die Vereinten Nationen. Der UN-Zukunftsgipfel 2024 als Chance und Herausforderung

Fri, 02/12/2022 - 11:45

Der Präsident der UN-Generalversammlung hat Deutschlands Botschafterin und Namibias Botschafter zu Verhandlungsführern für den »Summit of the Future« ernannt. Dieser für September 2024 geplante Reformgipfel  soll die UN und mithin Strukturen des Weltregierens besser für alte und neue Herausforderungen aufstellen. Dazu zählt, die Umsetzung der internationalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 voranzubringen.  Wegen der angespannten Weltlage ist dies kein leichtes Unterfangen. Wichtig ist jetzt, den Prozess gut aufzugleisen, um Unterstützung zu gewinnen sowie öffentliche Aufmerksamkeit für und Vertrauen in ihn zu  schaffen.

The EU in Sharm-El-Sheikh: good cop at a bad COP?

Wed, 30/11/2022 - 17:31

When the cover decision of the UN climate change conference (COP27) in Sharm-El-Sheikh was finally accepted by all parties, it was clear that the EU had only been moderately successful. So the question remains if the EU could have done more. Or could it have engaged differently to achieve a more ambitious result of COP27, in particular with regards to reducing emissions or international climate finance? This blog post discusses key lessons for the EU as it prepares for the next rounds of global climate negotiations, including COP28 in Dubai. It suggests for the EU to act decisively in the months ahead, to enter the negotiations in good time and to demonstrate resolve on key issues, now including Loss and Damage. This requires the EU to dedicate more time and energy into its climate diplomacy and to live up to its announcements and pledges with commensurate resources politically, technically and, indeed, financially.

The global biodiversity framework needs a robust action agenda

Wed, 30/11/2022 - 17:11

It is anticipated that the 15th Conference of the Parties (COP15) of the Convention on Biological Diversity (CBD), held in Montreal, Canada, in December 2022, will agree on an ambitious, specific and measurable global biodiversity framework. However, governments alone are unlikely to reverse negative trends in biodiversity. This correspondence suggests that a biodiversity action agenda that mobilizes nature recovery actions from across society — including businesses, investors, civil society groups and local communities — should be included as a complement to governmental efforts. If governments can agree on a strong framework, an action agenda can create productive links between multilateral and transnational actions. However, if governments fail to agree on an ambitious framework the action agenda can help to sustain action and build momentum. The article argues that the action agenda should be complementary, catalytic, collaborative, comprehensive and credible to generate enthusiasm for a diverse array of actors to take biodiversity action.

African Union-European Union cooperation on climate and energy: discussing perspectives on hydrogen and just transitions

Tue, 29/11/2022 - 13:16

Africa and the European Union (EU) have a shared interest in providing reliable and clean energy to their citizens, despite this being a rather heated moment of Africa-Europe relations in the area of climate and energy cooperation. Tensions concern the perceived protectionist slant of the European Green Deal, the EU’s “dash for gas” in Africa as part of its strategy to become more independent of Russian imports, and multilateral climate issues, such as at COP27 the balance between climate finance, loss and damage, and climate ambition. Hydrogen technologies have been prominent in discussions between the EU and African countries since the 2020 political push for hydrogen in Europe. In theory, cooperation on hydrogen may benefit both continents. Yet, techno-economic issues remain unsettled, and a framework for cooperation needs to be set up that includes both environmental and social criteria, economic benefits, as well as investments in industrialisation for producer regions. Just Energy Transition Partnerships (JETPs) have so far been targeted mainly at countries with rapidly growing greenhouse gas (GHG) emissions, such as South Africa and Indonesia. While this is a legitimate focus, it risks leaving out most African countries, in particular the least developed ones. JETPs in Africa could focus on access to clean energy and bring important innovations in terms of country ownership and donor coordination.

Entrepreneurship in Northeastern Syria

Tue, 29/11/2022 - 10:01

Drawing on the institutional approach, we describe the remarkable expansion of entrepreneurship in an under conflict area (Amuda-North east Syria), and explore its possible role in the future peace in Syria. Our findings indicate that; with the collapse of formal institutions constraining entrepreneurship, the disruption of supply chains and the weakness of new institutions; the entrepreneurs can depend on informal institutions that embrace entrepreneurship and deploy individual and social resources to exploit productive opportunities. Furthermore, those entrepreneurs have a possible positive role in the future development and peace.

Forward detrending for heteroskedasticity-robust panel unit root testing

Mon, 28/11/2022 - 14:01

The variances of most economic time series display marked fluctuations over time. Panel unit root tests of the so-called first and second generation are not robust in such cases. In response to this problem, a few heteroskedasticity-robust panel unit root tests have been proposed. An important limitation of these tests is, however, that they become invalid if the data are trending. As a prominent means of drift adjustment under the panel unit root hypothesis, the (unweighted) forward detrending scheme of Breitung suffers from nuisance parameters if the data feature time-varying variances. In this article, we propose a weighted forward-detrending scheme. Unlike its unweighted counterpart, the new detrending scheme restores the pivotalness of the heteroskedasticity-robust panel unit root tests suggested by Demetrescu and Hanck and Herwartz et al. when applied to trending panels with heteroskedastic variances. As an empirical illustration, we provide evidence in favor of non-stationarity of health care expenditures as shares of GDP in a panel of OECD economies.

Wie entfalten transnationale Wissensnetzwerke Wirkung?

Mon, 28/11/2022 - 13:10

Die aktuellen globalen Herausforderungen erfordern eine wirksame länder- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Transnationale Netzwerke sind für heterogene Akteur*innengruppen ein Kooperationsraum, in dem sie gemeinsames Verständnis für globale Probleme schaffen, Fachwissen teilen, gemeinsame Lösungen entwickeln und Veränderungsprozesse einleiten können. Dass globale Netzwerke Wirkung entfalten, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit; nicht jedes Netzwerk ist erfolgreich. Das Programm „Managing Global Governance“ (MGG) ist ein politikrelevantes Netzwerk mit Akteur*innen aus Brasilien, China, Deutschland und anderen EU-Ländern, Indien, Indonesien, Mexiko und Südafrika. Seine 15-jährige Geschichte zeigt, wie sich Netzwerke langfristig entwickeln und Wirkung erzielen können.

MGG bringt Regierungseinrichtungen, Think Tanks und Forschung sowie Organisationen aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen, die sich auf globale Fragen, insbesondere die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und das globale Gemeinwohl konzentrieren. Das Programm verzahnt dafür Qualifizierung, Forschung und politischen Dialog. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Seit 2007 ist die MGG Academy zentrales Element des Programms. Sie bringt junge Führungskräfte aus allen teilnehmenden Ländern zusammen und verknüpft akademisches Wissen mit Leadership-Coaching, um im Rahmen konkreter Projekte transformativen Wandel zu erzielen. Heute nehmen mehr als 430 Alumni und rund 100 Partnerinstitutionen an den Forschungs- und Beratungsprojekten des Netzwerks teil. Alle Aktivitäten stärken damit MGG als nachhaltiges System der Wissenskooperation.

15 Jahre MGG zeigen, wie transnationale Netzwerke auf verschiedenen Ebenen Wirkung entfalten können. Auf individueller Ebene konnten externe Evaluierungen bestätigen, dass MGG Academy Absolvent*innen ihre transformativen Kompetenzen entwickeln und eigene Netzwerke aufbauen können, mit positiven Effekten auf ihre berufliche Karriere. Zudem können sie Problemlösungskapazitäten in ihren Heimatorganisationen einbringen und Veränderungen auf Organisationsebene anstoßen. Dies ist etwa durch die Integration von Nachhaltigkeitsfragen in das Forschungsportfolio oder die Einrichtung neuer Forschungsprogramme geschehen. MGG hat zudem eine nachhaltige Internationalisierung von Perspektiven und Fachwissen in den Organisationen, einschließlich IDOS, bewirkt. Das Netzwerk ist Teil ihrer strategischen Infrastruktur geworden.

Auf Ebene der Organisationen hat MGG auch dadurch Veränderungen angestoßen, dass Netzwerkmitglieder Kandidat*innen für die MGG Academy oder neue Partner*innen und Themen für die Zusammenarbeit vorschlagen, fachspezifische oder Länder-Gruppen bilden und neue Instrumente zur Erweiterung des Tätigkeitsbereichs entwickeln, zum Beispiel durch Drittmittel finanzierte Projekte. PRODIGEES (2020–2025) ist ein Beispiel dafür. Als Teil des EU-Rahmenprogramms Horizont 2020 wurde es von MGG-Partnerorganisationen entwickelt und bietet ein strukturiertes Forschungs- und Gastwissenschaftler*innenprogramm, um den Zusammenhang von Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung zu untersuchen. Nach dem Vorbild von MGG entwickelt IDOS eine African-German Leadership Academy, um die Zusammenarbeit mit und zwischen afrikanischen Reformpartnerländern zu stärken. Im Rahmen von MGG wurde auch eine weitreichende Zusammenarbeit zwischen nationalen Verwaltungshochschulen in allen MGG-Ländern initiiert, die die Aus- und Fortbildungsangebote zu nachhaltiger Entwicklung im öffentlichen Sektor mitgestaltet.

Das MGG-Netzwerk entfaltet auch auf institutioneller Ebene systemische Wirkung. Das geschieht beispielsweise durch die Beteiligung an zentralen Global Governance-Foren, wie T20/G20, BAPA+40 oder dem Hochrangigen Politischen Forum der Vereinten Nationen. Des Weiteren hat das Netzwerk die Entwicklung des BMZ-Positionspapiers für die Zusammenarbeit mit globalen Partnern unterstützt. Nicht zuletzt gestalten MGG-Mitglieder Diskussionen und Kooperationsstrukturen auf UN-Ebene mit, etwa im Bereich der freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards.

Das Potenzial eines Netzwerks, Veränderungen anzustoßen, hängt von der Zusammensetzung und den Verbindungen der Akteur*innen ab. Netzwerke können Länder, politische Ebenen und Disziplinen zusammenbringen, Grenzen überwinden und Veränderungen mit den „richtigen Leuten zur richtigen Zeit“ umsetzen. Damit das Fachwissen einer heterogenen Gruppe von Mitgliedern tatsächlich genutzt werden kann, ist thematische Flexibilität entlang größerer gemeinsamer Bezugspunkte, wie dem globalen Gemeinwohl, nötig. So können die Interessen der Netzwerkmitglieder und aktuelle Entwicklungen berücksichtigt werden. Die Relevanz eines Netzwerks, die Identifikation mit ihm und die Motivation für die Mitwirkung an seinen Aktivitäten hängen in hohem Maße von der Auswahl der Kooperationsbereiche und einer gemeinsamen Definition der Ziele ab. Dies erfordert interaktive und partizipative Methoden sowie ausreichend Ressourcen, um komplexe Koordinationsprozesse innerhalb des Netzwerks zu ermöglichen. Vertrauen ist in diesem Zusammenhang ein Schlüsselfaktor, der Kommunikation auch in Zeiten politischer Spannungen ermöglicht. Der Aufbau eines vertrauensvollen Umfelds braucht jedoch Zeit. Dies widerspricht oft dem Wunsch nach schnellen Kooperationsergebnissen, die Netzwerke für internationale Zusammenarbeit attraktiv machen und in Anforderungen von Mittelgeber*innen formuliert werden.

Die langfristige Vision von Netzwerken Wirkung – idealerweise auf globale institutionelle Systeme – zu erzielen, muss daher von kurzfristigen Erfolgen begleitet werden, die eher auf individueller und organisationaler Ebene zu erwarten sind. Eine langfristige Orientierung ist zugleich der Schlüssel zur schrittweisen Institutionalisierung der Kooperationsstrukturen, zum Aufbau von Reputation und zur Integration weiterer Akteur*innen und Instrumente, die notwendig sind, um systemisch Wirkung zu erzielen. Die 15-jährige Geschichte des MGG-Netzwerks zeigt, dass Netzwerke durch diese Kombination globale Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen letztlich gleichzeitig angehen können.

Where privacy meets politics: EU–Kenya cooperation in data protection

Mon, 28/11/2022 - 12:20

The global competition for digital leadership is in full swing. Between U.S. surveillance capitalism and Chinese state-led digital surveillance, the EU seeks to promote its interests through what it calls a “human centric” model, which it believes will achieve a “safe and open global Internet”. Among the list of proposed tools to realise this agenda, the EU’s regulatory power stands out. Home to the world’s most advanced privacy and data protection regime, the EU stresses the importance of legislative alignment in partner countries as a means to realise a human-centric digital future. However, the EU’s desire to use regulatory externalisation to achieve its concept of human-centric digitalisation is weighted with the assumption that African partners’ social and political notions of privacy align with the EU’s. We use the case of Kenya to understand why there could be limits to how the EU can externalise its regulatory standards and procedures in practice. The externalisation of regulatory frameworks in the digital arena creates new opportunities for commercial cooperation. However, these prospects have to be balanced with the political and social aspects of securitisation and privacy in order to achieve the wider governance and human rights goals of EU cooperation.

Africa–Europe cooperation and digital transformation

Mon, 28/11/2022 - 12:14

Digitalisation and digital technologies are not only essential for building competitive and dynamic economies; they transform societies, pose immense challenges for policymakers, and increasingly play a pivotal role in global power relations. Digital transformations have had catalytic effects on African and European governance, economies, and societies, and will continue to do so. The COVID-19 pandemic has already accelerated the penetration of digital tools all over the globe and is likely to be perceived as a critical juncture in how and to what purpose the world accepts and uses new and emerging technologies. This book offers a holistic analysis of how Africa and Europe can manage and harness digital transformation as partners in a globalised world. The authors shed light on issues ranging from economic growth, youth employment, and gender, to regulatory frameworks, business environments, entrepreneurship, and interest-driven power politics. They add much-needed perspectives to the debates that shape the two continents’ digital transformation and innovation environments. This book will interest practitioners working in the areas of innovation, digital technologies, and digital entrepreneurship, as well as students and scholars of international relations. It will also be relevant for policymakers, regulators, decision-makers, and leaders in Africa and Europe.

How does urban rail development in China and India enable technological upgrading?

Mon, 28/11/2022 - 08:30

The socioeconomic wellbeing of urban areas depends on a well-functioning transportation system that makes it easier for people to access goods and services. Whereas most urban areas in emerging economies are expanding in size and human population, high motorisation and inadequate public transport services have resulted in congestion, traffic accidents and increasing transport-related greenhouse gas (GHG) emissions. Urban rail development can help address the current transportation problem because trains can move a large number of people at high speed, provide reliable services, contribute to lower GHGs and have a low accident rate. However, urban rail is expensive and requires many technical and technological capabilities often unavailable in emerging economies because they are technology latecomers. This paper examines how two emerging economies, China and India, have adopted industrial policies to develop local capabilities for urban rail technology. The paper shows how the Chinese government has moved from purchasing urban rail technology from multinational companies (MNCs) to the current situation where it has developed local capabilities, owns rail technology patents and competes with the same MNCs on the international market. The paper also demonstrates how India is gradually improving the local manufacturing of rail subsystems as opposed to importation. Overall, the paper suggests a pathway to industrial policy adoption that demonstrates how emerging economies can catch up with urban rail technology development to address their local transportation needs.

Safeguarding research staff “in the field”: a blind spot in ethics guidelines

Tue, 22/11/2022 - 12:01

Across disciplines there is a large and increasing number of research projects that rely on data collection activities in low- and middle-income countries (LMICs). However, these are accompanied by an extensive range of ethical challenges. While the safeguarding of study participants is the primary aim of existing ethics guidelines, this paper argues that this “do no harm” principle should be extended to include research staff. This study is a comprehensive review of more than 80 existing ethics guidelines and protocols that reveals a lack of safeguarding research staff regarding the ethical challenges faced during data collection activities in LMICs. This is particularly the case when it comes to issues such as power imbalances, political risk, staff’s emotional wellbeing or dealing with feelings of guilt. Lead organizations are called upon to develop guiding principles that encompass the safeguarding of research staff, which are then to be adapted and translated into specific protocols and tools by institutions.

Historical complexities and transformations of refugee policies in Kenya and Tanzania

Thu, 20/10/2022 - 16:48

This article discusses the history of hosting political refugees in Kenya and Tanzania. It argues that refugee hosting is not merely a humanitarian act, but a complex interplay of domestic interests, political ideologies, and foreign policies. The intertwinement of economic, social, and political factors creates situations in which refugee-related policies and their implementation are fraught with inconsistencies and contradictions that explain varied reactions to refugees from different politiconational backgrounds. Tanzania and Kenya, at various points in their history of hosting refugees as postindependence states, have alternately embraced and rejected specific refugee communities, showing how refugee hosting is not exclusively about the principles of humanitarian law. Reactions to political refugees in Kenya and Tanzania have crystalized in recent times into stringent regimes, as domestic and foreign-policy interests are increasingly formulated in ways that exclude refugees.

Toward the sustainability state? Conceptualizing national sustainability institutions and their impact on policy-making

Tue, 18/10/2022 - 14:52

The achievement of global sustainability and climate objectives rests on their incorporation into policy-making at the level of nation-states. Against this background, governments around the world have created various specialized sustainability institutions - councils, committees, ombudspersons, among others -in order to promote these agendas and their implementation. However, sustainability institutions have remained undertheorized and their impact on policy-making is empirically unclear. In this paper, we develop a conceptual framework for sustainability institutions and systematically explore their potential impact on more sustainable policy-making. We define sustainability institutions as public, trans-departmental and permanent national bodies with an integrated understanding of sustainability that considers socio-ecological well-being, global contexts and a future-orientation. Drawing on literature on sustainability and long-term governance as well as on illustrative case examples, we propose conducive conditions and pathways through which sustainability institutions may influence policy-making. As conducive, we assume sustainability institutions' embodiment of sustainability governance principles as well as their authority, a strong legal basis, resources, and autonomy. Further, we outline how sustainability institutions can influence policy-making based on their roles in the public policy process. We conclude that the increasing prevalence of national sustainability institutions indicates an ongoing shift from the environmental state toward a more comprehensive sustainability state. However, sustainability institutions can only be one building block of the sustainability state out of many, and their potential to reorient political decision-making effectively toward the socio-ecological transformation hinges upon individual design features such as their mandate, resources and authority, as well as on the specific governance context.

Refugee policy and selective implementation of the Comprehensive Refugee Response Framework in Kenya

Tue, 18/10/2022 - 09:01

Kenya’s refugee policy has morphed over time due to factors that include security threats, regional geo-politics and strategic interests. This policy brief addresses the relevance of national and regional geo-strategic interests for refugee policy in Kenya. It provides a historical overview of refugee policy in the country, highlighting the factors that account for policy fluctuations, contradictions and differential treatment of refugees hosted in Kenya, which is one of the pilot countries for the implementation of the Comprehensive Refugee Response Framework (CRRF). For policy-makers seeking to localise international refugee governance frameworks, it is important to situate frameworks such as the CRRF within the relevant national contexts because refugee hosting does not take place in a political vacuum or an ahistorical context (Jaji, 2022).
Kenya is an interesting case study because the contra-dictions in its refugee policy take a bifurcated approach, in which it has approved the implementation of the CRRF’s main objective to promote refugees’ self-reliance in north-western Kenya, where it hosts the mainly South Sudanese refugees in Kakuma camp and simultaneously put on hold the implementation of the same in the north-east in Dadaab camp, which predominantly hosts Somali refugees.
Over the years, the government of Kenya has threatened to close the two camps, the most recent threat being in April 2021, when it announced that it wanted UNHCR to re-patriate refugees within 14 days. Although the imple-mentation of KISEDP made closure of Kakuma refugee camp a logical course of action, the non-implementation of GISEDP in Garissa County raised concern in humanitarian circles regarding the fate of Somali refugees if Dadaab camp were to be closed without an integrated settlement similar to Kalobeyei.
The geo-political context accounts for the policy dis-crepancies and ambivalence evident in how the Kenyan
government has implemented the CRRF in Turkana County but not in Garissa. The complex relations between Kenya and Somalia are salient for the implementation of the CRRF in Garissa County, where the majority of Somali refugees in Kenya are hosted. Kenya and Somalia are locked in a maritime border dispute, which cannot be overlooked in trying to understand Kenya’s policy towards Somali refugees. The government of Kenya views Somalis as a threat to national security and blames them for the terrorist attacks in the country. Based on an analysis of these factors, we offer the following recommendations:
• International processes such as the CRRF should be sensitive to the security and geo-political interests of host countries. Security issues between Kenya and Somalia have a uniquely negative impact on Somali refugees in Kenya, which makes humanitarian operations harder to implement in Garissa County.
UNHCR and its partner organisations and funders should:
• encourage Kenya to implement GISEDP and provide sustained financial contributions under burden-sharing, which would provide more incentives for Kenya to remain committed to implementing the CRRF.
• clearly present the economic benefits of implementing the CRRF in terms of promoting self-reliance not only for the refugees, but also for Kenyans in both Turkana and Garissa counties.
• maintain support for Kenya’s efforts to engender self-reliance for refugees in north-western Kenya and commend the country for implementing the CRRF under KISEDP while also remaining aware of Kenya’s securi-tisation of Somali refugees in north-eastern Kenya.
• consider the insights from Kenya in addressing con-textual issues in other host countries that have agreed to implement the CRRF.

Wiederaufbau in der Ukraine: Wie die EU die Ukraine unterstützen sollte

Tue, 18/10/2022 - 09:00

Russlands brutaler Angriffskrieg auf die Ukraine hat katastrophale Folgen für das Land. Zwar ist aktuell kein Ende des Krieges in Sicht, doch ist bereits absehbar, dass es enormer internationaler Anstrengungen bedürfen wird, um die Ukraine beim Wiederaufbau zu unterstützen. Auf der Ukraine Recovery Conference im Juli stellte die ukrainische Regierung einen nationalen Wiederaufbauplan vor, der eine tiefgreifende Modernisierung des Landes vorsieht.
Die Prioritäten, die die ukrainische Regierung für den Wiederaufbau setzt, lassen sich gut mit dem Ziel der Europäischen Union (EU) vereinbaren, die Ukraine fit für einen EU-Beitritt zu machen und den grünen und digitalen Wandel des Landes voranzutreiben. Die EU ist ihrerseits bereit, einen großen Teil der für den Wiederaufbau der Ukraine erforderlichen internationalen Anstrengungen zu stemmen. Allerdings muss die EU, will sie beim langfristigen Wiederaufbau der Ukraine eine starke Führungsrolle übernehmen, genauso viel Einigkeit und Entschlossenheit zeigen wie zu Kriegsbeginn.
Um eine nachhaltige Grundlage für den Wiederaufbau der Ukraine zu schaffen, müssen die EU und die Mitgliedstaaten humanitäre Ad-hoc-Hilfe mit verlässlichen, langfristigen Wiederaufbaumaßnahmen kombinieren. Dabei sollten sie die folgenden zentralen Empfehlungen berücksichtigen:
Einen zweistufigen Ansatz für den Wiederaufbau verfolgen
Die Modernisierung und Vorbereitung der Ukraine für einen EU-Beitritt werden mehrere Jahre dauern. Gleichzeitig müssen die enormen Infrastrukturverluste in der Ukraine dringend behoben werden, am besten noch vor dem Wintereinbruch. Daher sollten die internationalen Geber dem Wiederaufbau der kritischen Infrastruktur Vorrang einräumen, wie etwa Schulen, Krankenhäusern, Wohnungen, Stromnetzen und Straßen. In einer zweiten Phase sollten umfassendere Modernisierungsmaßnahmen und institutionelle Reformen für einen EU-Beitritt folgen.
Geeignete Steuerungsmechanismen für den Wiederaufbau einrichten
Die ukrainische Regierung und die EU sollten eine Koordinierungsplattform einrichten, an der auch andere internationale Partner und Akteure der ukrainischen Zivilgesellschaft beteiligt sind. Sie sollte dazu dienen, institutionelle Mechanismen zur Steuerung und Überwachung der Projekte zu entwickeln, und eine enge Koordinierung zwischen der ukrainischen Regierung und internationalen Partnern ermöglichen.
Ein umfassendes Abkommen über den Beitrag der EU zum Wiederaufbau der Ukraine aushandeln
Es braucht zeitnah ein Abkommen über die Steuerung und Finanzierung der langfristigen EU-Hilfe für die Ukraine. Möglich wäre eine kombinierte Strategie, die eine gemeinsame Kreditaufnahme durch die EU und zusätzliche Beiträge der Mitgliedstaaten zum EU-Haushalt umfasst. Darüber hinaus sollte die EU zügig rechtliche Wege prüfen, um eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine einzusetzen.
Die Militärhilfe für die Ukraine fortsetzen und ausweiten
Umfangreiche Investitionen in den Wiederaufbau der Ukraine dürfen nicht zu Lasten der notwendigen Militärhilfe gehen. Zuallererst sollte die Ukraine dabei unterstützt werden, ihren Luftraum gegen russische Raketen­angriffe zu verteidigen. Darüber hinaus sollte die EU ihre Pläne für eine militärische Ausbildungsmission verwirklichen, vorausgesetzt, sie schafft einen echten Mehrwert zu den bestehenden Bemühungen und entspricht dem ukrainischen Bedarf.

Does economic growth reduce multidimensional poverty? Evidence from low- and middle-income countries

Mon, 17/10/2022 - 21:14

The long-standing tradition of empirical studies investigating the nexus between economic growth and poverty concentrates mainly on monetary poverty. In contrast, little is known about the relationship between economic growth and multidimensional poverty. Consequently, this study seeks to assess the elasticity of multidimensional poverty to growth, especially in low- and middle-income countries. The study employs two novel, individual-based multidimensional poverty indices: the G-CSPI and the G-M0. It relies on an unbalanced panel dataset of 91 low- and middle-income countries observed between 1990 and 2018: this is thus far the largest sample and the longest time span used in the literature to address this research question. Within a regression framework, we estimate the growth elasticity of multidimensional poverty using the first difference estimator. Our study finds that the growth elasticity of multidimensional poverty is −0.46 while using the G-CSPI and −0.35 while using the G-M0: this means that a 10% increase in GDP decreases the multidimensional poverty by approximately 4–5%. There is, however, heterogeneity in the results; in particular, the elasticity is higher in the second sub-period (2001–2018) and for countries with lower initial levels of poverty. Furthermore, a comparative analysis reveals that the elasticity of income-poverty to growth is five to eight times higher than that of multidimensional poverty. In conclusion, our results indicate that economic growth is an important instrument to alleviate multidimensional poverty, but its effect is substantially lower than that on monetary poverty. Therefore, future research should identify other factors and policies, such as social policies, to substantially reduce multidimensional poverty.

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