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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Briefing Paper

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Publikationen des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Updated: 2 weeks 3 days ago

Drei Eckpfeiler für die feministische Entwicklungspolitik Deutschlands

Mon, 02/05/2022 - 10:50

Nach der Ankündigung Deutschlands, eine feministische Außenpolitik zu verfolgen, hat die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Svenja Schulze die Absicht verkündet eine feministische Entwicklungspolitik (FEP) zu betreiben. Ihr Ziel ist die Förderung der „gleichberechtigten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen - unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung“. Die Übersetzung dieser Ambition in eine transformative feministische Entwicklungspolitik sollte auf drei Säulen basieren: 1) ein umfassendes Verständnis von Gender und ein intersektionaler Ansatz, 2) ein klares politisches Ziel und 3) eine Aufstockung der finanziellen Mittel für geschlechtsspezifische Programme.

Erstens sollte die feministische Entwicklungspolitik ein umfassendes anstelle eines binären Verständnisses von Gender verankern. Während der Gender-Aktionsplan II 2016-2020 des BMZ fast ausschließlich Frauen und Mädchen adressiert, sollte die feministische Entwicklungspolitik die Vielzahl marginalisierter Gruppen anerkennen und Mädchen und Frauen, Jungen und Männer sowie nicht-binäre Menschen, die ungleichen Machtverhältnissen ausgesetzt sind, ins Zentrum rücken. Darüber hinaus sollte sie einen intersektionalen Ansatz verfolgen, der anerkennt, dass zusätzliche Faktoren wie Alter, Klasse, Kultur, Religion und sexuelle Orientierung die Ungleichheit verstärken können.

Zweitens sollte das BMZ klären, welchen feministischen Ansatz es verfolgt, und ein klares übergreifendes Ziel der feministischen Entwicklungspolitik festlegen. Es sollte erläutern, welches Problem mit feministischer Entwicklungspolitik gelöst werden soll. Feministische Ansätze teilen das Anliegen der Chancengleichheit für alle Menschen, unterscheiden sich aber in den Mitteln, mit denen Gleichheit erreicht werden soll und lassen sich in zwei Kategorien einteilen: den instrumentalistischen und den transformatorischen Ansatz. Während ersterer darauf abzielt, Menschen in die Lage zu versetzen innerhalb der bestehenden politischen und wirtschaftlichen Prozesse erfolgreich zu sein, erkennt letzterer die Machtverhältnisse an, die die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern aufrechterhalten, und zielt darauf ab, diese strukturellen Hindernisse zu beseitigen. Kanada zum Beispiel fördert die Gleichstellung der Geschlechter als Mittel zur Beseitigung der Armut, während Schweden die Gleichstellung der Geschlechter als Selbstzweck verfolgt. Bislang folgen Schulzes Ausführungen zur deutschen FEP dem schwedischen Modell, das die „drei R“ betont: die Förderung der vollen Verwirklichung der Rechte von Frauen und Mädchen, die Repräsentanz von Frauen in Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen sowie die Bereitstellung von Ressourcen, um beides zu erreichen. Ob dies auch bedeutet, dass Deutschland einen transformativen Ansatz zur Gleichstellung der Geschlechter verfolgt, der eine Abkehr von derzeitiger Fokussierung auf Armutsbekämpfung hin zu einer Priorisierung der Geschlechtergerechtigkeit impliziert, ist unklar. So wies die Ministerin darauf hin, dass die Förderung die FEP den Abbau bestehender patriarchalischer Machtstrukturen erfordere, was einen transformativen Ansatz impliziert. Gleichzeitig argumentiert Schulze jedoch, dass die Gleichstellung der Geschlechter ein Schlüsselfaktor für die Überwindung von Hunger und Armut sei und sich die Teilnahme von Frauen an Friedensverhandlungen langfristig positiv auf deren Ausgang auswirke. Diese Fakten sind zwar empirisch belegt, die Aussagen der Ministerin lassen jedoch einen instrumentalistischen Ansatz vermuten, der Frauen als Sprungbrett zur Überwindung von Armut und Konflikten sieht.

Schließlich sollte Deutschland seine finanziellen Mittel für geschlechtsspezifische Programme erhöhen und Sektoren finanzieren, in denen die Gleichstellung der Geschlechter weniger etabliert ist. Im Jahr 2019 gab Deutschland 46 % seiner gesamten bilateralen Entwicklungshilfe (ODA) für Entwicklungsaktivitäten aus, die in irgendeiner Weise auf die Gleichstellung der Geschlechter ausgerichtet waren. Dies liegt weit hinter den Zuweisungen Kanadas (96 %) oder Schwedens (85 %). Darüber hinaus waren nur 4,7 % der gesamten bilateralen ODA Deutschlands für Initiativen bestimmt, die die Gleichstellung der Geschlechter als Hauptziel hatten. Deutschlands Bekenntnis zu einer feministischen Entwicklungspolitik sollte daher eine Programmplanung verfolgen, die einen stärkeren Schwerpunkt auf die Geschlechtergerechtigkeit legt, höhere Finanzierungszusagen für Aktivitäten vorsieht, die die Gleichstellung der Geschlechter als Hauptziel haben, und einen Zeitplan für spezifische Ergebnisse vorlegt.

Schulzes Ankündigung eine feministische Entwicklungspolitik zu betreiben, ist der richtige Schritt in Richtung Gleichstellung. Diese drei Säulen sind notwendig, um ein kohärentes Konzept mit Zielen und Ressourcen zu deren Erreichung zu entwickeln. Entscheidend ist, dass auch die deutsche feministische Außenpolitik diese Empfehlungen beherzigt, weil ein koordinierter Ansatz für eine effektive Förderung feministischer Ziele unerlässlich ist.

Why we should talk about megatrends in Africa

Thu, 28/04/2022 - 11:53

Megatrends have become ubiquitous phenomena in public policy debates. A thorough understanding of what this concept entails is often missing. We address this gap by unpacking the notion “megatrend” and tracing the significance it has for understanding the transformation of African societies.

Europe’s global gateway: a new geostrategic framework for development policy?

Thu, 28/04/2022 - 11:31

The proposal by the European Union (EU) to build a “Global Gateway” to the world is potentially an important juncture in EU foreign relations. Since its official launch in December 2021, most attention has been put on the initiative’s geo­strategic implications and whether the EU can compete with China. Less attention has been paid to the Global Gateway’s implications for EU development policy in terms of strategic objectives, decision-making, thematic focus and financing. Two aspects are important in this regard. The first is whether the Global Gateway is a serious proposal that can deliver on its headline promises to massively increase European infrastructure financing in developing countries, provide partners with an alternative economic and political model to that being offered by China, and make a meaningful contribution to their efforts to realise the 2030 Agenda. The EU’s announcement that the Global Gateway will generate up to EUR 300 billion in investment by 2027 grabbed headlines, many of them sceptical. There is, however, no reason to doubt that the initiative will be adequately financed. Although the planning for the EU’s international aid budget for 2021-2027 has mostly been completed, a significant proportion remains flexible and could be spent on Global Gateway projects. As for the EU’s implementing capacity, the Gateway’s financial toolbox draws on the EU’s recent experiences with the Juncker Investment Plan and the External Investment Plan, which have both been utilised by development banks and private investors. The second aspect is whether the Global Gateway heralds a change in the EU’s motivations, objectives and modalities for cooperation with developing countries and regions. On the surface, the Global Gateway does not seem to change much. There are many thematic overlaps with existing strategic frameworks for engaging with Africa and the EU’s Neighbourhood. There is even a sense that the Global Gateway turns back the clock to the days when the EU focussed aid spending on infrastructure and emphasised its “political neutrality”. The geopolitical context in which the EU finds itself is, however, being transformed by pandemic, wars and multipolarity. The impacts of epochal events such as the Covid-19 pandemic and Russia’s invasion of Ukraine are still playing out. The Global Gateway signals a major adjustment in the EU’s response to these transformations, particularly regarding its engagement with the “Global South”. This will create a new paradigm for EU development policy, defined by strategic interests. It is likely that the new geostrategic framework will weaken the EU’s commitment to, and observance of, core develop­ment policy principles, especially the focus on poverty, partner country ownership, open governance and the “do no harm” principle. The Global Gateway’s use of aid to cata­lyse commercial investment risks further instrumentalising EU development policy. Specific measures are therefore needed to safeguard and promote the principles that the EU and its member states have committed themselves to.

COVID-19 safety measures and socioeconomic status in urban Zimbabwe

Thu, 28/04/2022 - 11:23

As a medical condition, the coronavirus, which causes COVID-19, infects everyone regardless of social status. However, the capacity to adhere to the recommended safety measures follows the contours of existing socioeconomic dynamics in which social inequality is a major determinant. This chapter addresses the socioeconomic dimension of COVID-19, paying particular attention to how people’s circumstances influence their capacity or lack thereof to practice the recommended safety measures in urban Zimbabwe. The chapter specifically discusses limited mobility, social distancing, self-isolation, handwashing/sanitizing, and wearing of masks as precautions against coronavirus infection and the practicability of these measures based on varied socioeconomic circumstances among residents in urban Zimbabwe. The chapter draws attention to the structuring of urban space in Zimbabwe and its intertwinement with socioeconomic factors in ways that render people living in economic precarity less capable of observing the recommended safety measures.

Cultural sensitivity and ethnographic research with migrants

Wed, 27/04/2022 - 15:38

Culture’s mediation of the research interface has not received much attention; yet it is integral to ethnographic research. Culture shapes worldviews; yet in many instances of research with mobile populations, the tendency is to treat mobility as stripping people of their cultural backgrounds, leading to a corresponding imposition on them of a homogenizing, legalistic identity, conveyed through terms such as ‘refugees’ or ‘migrants’. This tendency is particularly salient in research with African migrants, whose study is normatively subsumed under historical epistemological discourses that exoticize and pathologize Africa. Cultural values play an important role, not only for the researchers in their choices and paradigmatic construction of reality, knowledge, and truth, but also for the research participants who perceive their choices, mobility, and circumstances through a cultural prism. Ethnographers of the reflexive persuasion are increasingly opening the window wider into how they position themselves or are positioned by research participants in the field. However, research with migrants, who epitomize culture in motion, calls for even more articulation of the nuances of both inter‐and intra‐cultural research interfaces. This chapter discusses the relevance of cultural sensitivity in ethnographic research with migrants, paying particular attention to its practical and epistemological implications. It argues that culture‐sensitive ethnographic research provides the researcher with a channel to restore migrants’ subjectivity at a time when disaffection with the researcher’s gaze is growing and potentially raising ethical questions. Migrants had other identities before they moved, and these identities constitute a core component of their subjectivities. Failure to acknowledge these identities and cultures feeds into the customary homogenization of diverse populations, whose commonalities may not involve much beyond the act of moving. It is only through the integration of cultural sensitivity into research that ethnographers can better interpret narratives in both inter‐and intra‐cultural research encounters.

Transboundary cooperation and global governance for inclusive sustainable development

Tue, 26/04/2022 - 11:45

This book gathers researchers and policymakers from all continents who have accompanied Dirk Messner's professional life in science and policy advice. Their articles and essays cover topics related to global governance, transformative science, the environment, sustainability, climate policy and cooperation for the global common good.

Mutige Schritte gegen die heranziehende Ernährungskrise sind gefragt

Mon, 25/04/2022 - 13:33

So hatte sich das Landwirtschaftsminister Cem Özdemir wohl nicht vorgestellt, als er im Dezember 2021 forderte, die Lebensmittelpreise in Deutschland müssten steigen. Die Idee dahinter war, über höhere Preise die durch neue Umweltauflagen entstehenden Kosten zu kompensieren.

Nun steigen die Nahrungsmittelpreise auch ohne Auflagen rapide an. Dies geschah zunächst aufgrund der globalen COVID-19-Krise und der damit verbundenen Störungen der Agrarlieferketten. Eine weitere Verteuerung verursachte die rasche Erholung der Weltwirtschaft und der Anstieg der Nachfrage nach Agrarprodukten, die auf geschwächte Lieferketten traf und viele Preise auf den höchsten Stand seit der letzten Agrarpreiskrise 2011/13 schnellen ließ. Jetzt kommt der Krieg in der Ukraine hinzu. Denn die Ukraine, Russland und Belarus spielen auf den globalen Agrarmärkten eine bedeutende Rolle. Unmittelbar geht es um Weizen, Sonnenblumen, Düngemittel, Gas und Energie. Mittelfristig werden alle Agrarmärkte betroffen sein. Es droht eine sinkende Kaufkraft, und insbesondere im Globalen Süden drohen Nahrungsmittelengpässe, Fehlernährung, Hunger und sogenannte „Brotaufstände“. Solche Unruhen entstehen dort, wo Abhängigkeiten von Nahrungsmittelimporten besonders hoch sind und auf bereits anfällige politische Situationen treffen. Dieses Mal sind z.B. der Libanon und Ägypten besonders gefährdet. Aber auch viele andere Länder und die Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen spüren überall die hohen Nahrungspreise schon jetzt schmerzlich. Aus diesen Umständen können sich auch neue zwischenstaatliche Konflikte entwickeln.

Die neue Agrarpreiskrise ist komplex. Wie können ihre negativen Auswirkungen durch kurz- und langfristige Maßnahmen abgefedert werden? Zunächst sollte, wo möglich, verhindert werden, dass Nahrungs- und Produktionsmittelexporte behindert werden. Ein Ende des Krieges wäre natürlich von überragender Wichtigkeit, schon für die Versorgung im Land, aber er würde die Probleme nicht beenden. Für die Ukraine müssen wahrscheinlich Alternativen zum Export über den Seeweg ausgebaut werden. Sanktionsmaßnahmen gegen Russland und Belarus, wie der Ausschluss von Banken vom SWIFT-System, sollten diese Produkte ausnehmen oder es sollten für sie alternative Zahlungswege gefunden werden. Wenn Deutschland Gasimporte aus Angst vor den massiven wirtschaftlichen Folgen nicht boykottiert, gilt eine solche Abwägung erst recht für drohende Nahrungsmittel-Engpässe. Hier müssen doppelte Standards verhindert werden.  

Weitere Maßnahmen sind eine massive Erhöhung von Nahrungsmittelhilfen in den ärmsten Ländern wie Jemen oder Somalia, und (höhere) Geldtransfers an arme Haushalte in Entwicklungs-, aber auch in reichen Ländern wie Deutschland. Die Preise für Grundnahrungsmittel können über reduzierte Importzölle, Senkung von Verbrauchssteuern oder durch Subventionen gesenkt werden. Für arme Länder kann die Finanzierung von Nahrungsimporten unterstützt werden. Wo möglich sollte die Spekulation mit Nahrungsmitteln und das Horten von Agrarprodukten begrenzt werden. Qualitativ geeignete Agrarprodukte könnten von der Tierhaltung und Bioenergieproduktion hin zu menschlichem Konsum umgelenkt werden, z.B. über temporäre Steuern. Für Bioenergie ist in manchen Gesetzgebungen die Reduktion von Beimischungsquoten zum Sprit in Notfällen vorgesehen. Allerdings sind solche Umlenkungen kurzfristig nur für wenige Produkte wie Weizen und für hohe Produktqualitäten möglich, mittelfristig geht das über eine Änderung der angebauten Arten, Sorten und Anbautechniken besser. Um die nächste Ernte sicherzustellen, müssen die Versorgung mit Betriebsmitteln wie Mineraldünger, der Zugang zu Krediten und evtl. zu (Ver)sicherungen oder Garantien gegen starke spätere Preiseinbrüche sichergestellt und damit Risiken für Landwirt*innen reduziert werden.

Längerfristig sollten strategische Konsequenzen aus diesen und weiteren Krisen wie Dürren, die vom Klimawandel noch verschärft werden, gezogen werden. Die Landwirtschaft und die Nahrungssysteme müssen widerstandsfähiger werden; gleichzeitig dürfen die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit nicht nachlassen. Anbaumaßnahmen, die heute dem Begriff Agrarökologie zugeordnet werden, wie Stickstoff-Düngung über den Anbau von Leguminosen wie Klee, Acker- oder Sojabohnen, Agroforstsysteme oder Humusaufbau, verbessern und stabilisieren die Agrarproduktion. In Regionen mit geringer Anbauintensität und Raubbau am Boden wie in Subsahara-Afrika muss die Produktion gesteigert werden, auch mit externen Betriebsmitteln, Bewässerung und anderen technischen Lösungen.

Die Nahrungssysteme müssen auch jenseits des Anbaus bei Lagerhaltung, Verarbeitung und Konsum bis zur Wiederverwendung optimiert werden. Für mehr Resilienz sollten Anbausysteme und Handelsströme diversifiziert, Lagerhaltung und soziale Sicherung ausgebaut werden. Der Rückzug auf rein lokale Versorgungssysteme, wie er derzeit viel diskutiert wird, ist allerdings kaum der richtige Weg – lokale Ernteschwankungen können schnell zu lokalen Nahrungskrisen führen. Auch der Erhalt eines gewissen Maßes an Tierfutter- und Bioenergie-Produktion ist als Nahrungsmittel-Puffer durchaus sinnvoll.

Für die globale Ernährungssicherung gilt also ein komplexes Zielsystem mit großen Unsicherheiten, vielen Verteilungs- und Gerechtigkeitsproblemen und nicht marktfähigen ökologischen Dienstleistungen. Klare und starke staatliche und zwischenstaatliche Regeln sind ebenso nötig wie staatliche Unterstützung. Dafür braucht die Governance des globalen Nahrungssystems ein System-Update!

The phases model of the transformation to sustainability (T2S): structuring through the negotiation perspective

Fri, 22/04/2022 - 09:28

The complexity of linking sustainability with transformation necessitates a critical re-evaluation of the ways the actors, processes, issues, structures, and outcomes related to the transformation to sustainability (T2S) can be understood. At the same time, achieving T2S is highly dependent on policies based on technical solutions that can prompt needed behavioural change, whereas these technical solutions are not always compatible with both planetary and societal boundaries. Therefore, achieving T2S also calls for evaluating the normative foundations of policies and actions. This paper contends that T2S is significantly defined by the multiplicity of negotiation processes. This justifies a deeper look at T2S from the perspective of negotiation studies. T2S is composed of different phases, each of which has a different set of actors, resources, and audiences. This paper introduces a theoretical model as an analytical meta-framework to structure how T2S unfolds in an orchestrated manner. This model builds on negotiation theories to focus on the actors’ perspectives on T2S. It proposes the division of the transformation process into phases—entry point, learning, sequencing, disrupting, and fortifying. Each of these phases is analysed to determine the “quality” of cooperation that can help fulfil the tasks required to master the so-called “cognitive games” of T2S (ripeness game, power game, bargaining game, policy game, scaling game). Moreover, insights are presented to explain how the designated milestones can be achieved to indicate the advancement to the next phase and eventually entrench the transformation process. The findings resulting from the analysis of the phases of T2S present potential lessons and opportunities for both theorists and practitioners/policymakers

Developing country views on Russia’s invasion

Thu, 21/04/2022 - 11:23

On the day of the Russian invasion of Ukraine, 24 February, the South African government had a clear message: Russia should immediately withdraw its armed forces from Ukraine in accordance with the UN Charter. Ten days later, however, in the vote in the UN General Assembly on 2 March, South Africa could not bring itself to agree to a resolution condemning Moscow’s aggression. Even more striking was the statement that Pretoria published for explanation: “all sides” were asked to abide by international law and the principles of the UN Charter.

Urbanisation and rural development in developing countries: a review of pathways and impacts

Thu, 21/04/2022 - 10:45

This paper reviews the current state of literature on the impacts of urbanisation on rural development in developing countries, with an emphasis on Sub-Saharan Africa (SSA). Assessments of these effects diverge greatly. While some authors see urbanisation as strongly benefitting rural areas, for instance, through increased demand for agricultural goods and services, others highlight negative effects, for example, through the loss of livelihoods emanating from displacements and the conversion of agricultural land. Given this complexity, a review that thoroughly analyses the causal relationships between urbanisation and rural development is warranted. To do this, this Discussion Paper identifies seven channels through which urbanisation affects rural development: i) production and consumption linkages; ii) employment linkages; iii) financial linkages; iv) land market linkages; v) information and public service linkages; vi) social interactions linkages; and vii) environmental externalities. As to the first channel, production and consumption linkages, the review suggests that urbanisation has increased demand for agricultural products and services; natural resources; commercialisation and modernisation of agricultural technologies; and smallholders’ participation in modern agricultural value chains. The employment channel suggests that rapid urbanisation is enabling the diversification of rural livelihoods by bringing new eco­nomic opportunities to rural areas, but the effects have not been uniform across countries and communities. With regard to financial linkages, flows from cities have increased in many developing countries, benefitting rural areas; yet some studies point to no or to negative effects due to reduced agricultural productivity from the loss of labour and technology, and the crowding out of investment. Land market effects are particularly heterogeneous. While urbanisation tends to drive land value up and encourages investments, there are also negative developments in terms of crowding out and speculation. As to information and public service linkages, the review suggests that urbanisation has fostered information and knowledge flows from urban areas to rural areas which have improved income, innovation, and employment. Social interactions among urban and rural citizens more generally may bridge cultural gaps, improve the flow of information, knowledge, and resources pertinent for rural economic transformation, and thereby enhance social cohesion; yet little empirical evidence exists so far in terms of effects and causalities. Finally, urbanisation affects rural development through the environmental externalities it generates: waste disposal, environ­mental degradation, and loss of biodiversity. If appropriate technologies are put in place, urbanisation can also improve waste management and soil fertility, thus reducing the cost of agricultural production. To this end, the review has identified research gaps that have important policy implications. First, although effective rural-urban planning, monitoring and evaluation of rural-urban devel­opment policies require better data, there is lack of data collection systems or their quality is poor. In this respect, investing in emerging data sources such as satellites data can help countries improve their data collection systems and measures. Second, research is needed to revise and re­formulate better theoretical frameworks that take into account the uniqueness of African urban cities. Third, empirical evidence which documents to what extent and how rural-urban linkages provide an important arena for improving social interactions among neighbours, societies, and communities is needed. Finally, as many African countries continue to experience rapid urbani­sation (mostly urban sprawl), a thorough study of the impacts of urban externalities on agri­cultural productivity, food security, biodiversity, and the health of rural communities is necessary.

WTO 2.0 – Making the multilateral trading system fit for the 21st century and how the G7 can help

Wed, 13/04/2022 - 06:58

The World Trade Organization (WTO) is in its deepest crisis since its creation. This relates to each of its three pillars: 1. trade liberalization and rules-setting, 2. trade policy monitoring, and 3. dispute settlement. Germany’s G7 Presidency will require a careful balancing between addressing long-standing issues such as aligning the WTO with the Agenda 2030 for Sustainable Development and reforming the dispute settlement process on one hand side and focusing on the immediate challenges presented by the geopolitical crisis as well as recovery from the Covid-19 pandemic. This requires, more than ever, multilateral collaboration and innovative and interdisciplinary solutions. The G7 countries, in close cooperation with their partners, have a unique opportunity to articulate a new vision for trade and the multilateral trading system. The G7 can lead by example while also incentivizing and supporting other nations to raise the level of ambition in aligning trade policies with current world challenges. As such, the goal should not be to try to re-establish the status quo but rather to adapt the world trading systems and its rules to the realities and necessities of the 21st century and the new geopolitical context. What is needed is a WTO 2.0 that responds to the world’s peace, health and environmental challenges and proactively contributes to solving them.

Towards an inclusive climate alliance with a balance of carrots and sticks

Wed, 13/04/2022 - 06:51

As G7 countries generate 25% of world greenhouse gas emissions, an open and cooperative G7 climate alliance can accelerate international climate policy in a transformative and inclusive manner. Building upon a proposal of the German Government (2021), we propose several key design elements for such an alliance.

Energy saving behaviours of middle class households in Ghana, Peru and the Philippines

Mon, 11/04/2022 - 14:22

Demand-side management of energy seeks to foster energy efficiency investments and curtailment behaviour in households. The role of environmental concern and knowledge for both types of energy saving behaviour has hardly been investigated in middle income countries with growing middle classes and rising electricity demand. Drawing on unique household survey data from Ghana, Peru and the Philippines, this paper analyses the links from individual motivation to behaviour, and from behaviour to the impact on households' total electricity expenditures. We find that consumers with more environmental concern are more likely to adopt curtailment behaviours, but that concern does not influence energy efficiency investments. In turn, higher levels of environmental knowledge make households' energy efficiency investments more likely, but do not influence curtailment. Neither energy efficiency investments nor curtailment behaviours significantly impact households' electricity expenditures. Small differences between Ghana, Peru and the Philippines exist.

Do not neglect African security

Sun, 10/04/2022 - 12:12

The EU decided to use the European Peace Facility (EPF) to provide lethal military equipment to Ukraine. The Union had never before bought and provided weapons to another country. EU foreign ministers agreed to make the first € 500 million available on 28 February. On 21 March, they added another € 500 million. African leaders took note. Shortly before Russian troops invaded Ukraine on 24 February, the EU-AU summit had taken place in Brussels. It confirmed that security and peace remain on the shared agenda for future cooperation.

Raus aus der Schuldenfalle

Fri, 08/04/2022 - 13:00

Die Covid-19-Pandemie hat die Schuldensituation in vielen Entwicklungsländern erheblich verschlechtert. Laut Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) sind bereits rund 60 Prozent der ärmsten Länder hoch verschuldet. Die Frage ist, wie wir eine Verschuldungskrise verhindern können und wie die globale Schuldenpolitik (Global Debt Governance) ausgestaltet sein soll. Ein Instrument zur Bewältigung von Staatsverschuldungsproblemen könnte ein Insolvenzverfahren für souveräne Staaten sein. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung spricht sich für die Unterstützung eines solchen Verfahrens aus. Zum Teil ähnlich wie in einem Insolvenzverfahren für den Privatsektor würde ein Rechtsrahmen für die zahlungsunfähigen Staaten geschaffen, um zu klären, welche Gläubiger in welchem Umfang bedient werden. Solch ein Verfahren hätte Vorteile: Es bietet einen vorhersehbaren und transparenten Fahrplan für die Umstrukturierung und wenn nötig auch den Erlass von Schulden. Es kann also schnell und systematisch gehandelt werden. Ein Insolvenzverfahren für Staaten ist ein wichtiges noch fehlendes Instrument der Global Debt Governance dar.

Wie können G7 und UN den Multilateralismus zukunftsfähig machen?

Mon, 14/02/2022 - 12:38

„Fortschritt für eine gerechte Welt“ – so lautet das Motto des Programms der deutschen G7-Präsidentschaft. In ihm schreiben sich die G7-Staaten als „führende Industriestaaten und wertegebundene Partner“ eine besondere Verantwortung für die nachhaltige „Gestaltung einer lebenswerten Zukunftzu. Clubs wie die G7 selbst, aber auch der von der deutschen Präsidentschaft angedachte globale Klimaclub, können oft schneller entscheiden und agieren als inklusivere multilaterale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN). Aber ein Speedboot, so schnell und wendig es auch sein mag, kann nicht allein den Ozean überqueren, und die G7 können allein keine globalen Herausforderungen stemmen. Entsprechend kündigt die deutsche G7-Präsidentschaft im Programm an, enge Bezüge insbesondere zur UN und zur G20 herstellen zu wollen, mit dem Ziel eines „fairen und regelbasierten Multilateralismus“. Auch UN-Generalsekretär António Guterres betont die Bedeutung von Vorreiterinitiativen und Partnerschaften im Rahmen eines „inklusiven und vernetzten Multilateralismus“. In seinem Bericht Our Common Agenda entwickelt er zahlreiche Ideen, wie die Beschlüsse, die die Mitgliedsstaaten anlässlich des 75. Jubiläums der UN getroffen hatten, umzusetzen sind und die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden kann. Er ruft dazu auf, dort voranzuschreiten, wo gemeinsame Interessen bestehen. Wächst hier also zusammen, was zusammen gehört? Leider (noch) nicht, denn im G7-Programm bleiben die Verweise auf die UN abstrakt, wirken eher pflichtschuldig. Die deutsche G7-Präsidentschaft hätte aber die Chance, das zu ändern und geteilte Prioritäten gemeinsam umzusetzen:

„Starke Allianzen für einen nachhaltigen Planeten“ – bei den UN anbinden

Sowohl die G7 als auch die UN setzen auf Pionierprojekte und auf Partnerschaften mit nichtstaatlichen Akteuren, etwa im Rahmen der Impfallianz Covax oder der G7-Initiative für Infrastrukturprojekte in ärmeren Ländern. Es ist positiv, dass der Bericht des UN-Generalsekretärs sich der Realität dieser Formate stellt und sie in den Dienst der Umsetzung global vereinbarter Ziele – vor allem die der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens – stellen möchte. Auch wenn viele UN-Mitgliedstaaten solche Partnerschaften unterstützen, besteht keine Einigkeit über diese Art von Multilateralismus jenseits rein intergouvernementaler Beziehungen. Um größtmögliche Wirkung zu erzielen, ist es für die G7 wichtig, dass möglichst viele Staaten ihre Initiativen als sinnvoll und legitim wahrnehmen. Dafür wäre eine institutionelle Anbindung an das UN-System wertvoll, die sicherstellt, dass Partnerschaften menschenrechtliche Standards erfüllen, dass sie transparent gestaltet und kontinuierlich nachgehalten und entlang von Bedürfnissen der Zielgruppen weiterentwickelt werden. Der UN-Generalsekretär schlägt vor, das existierende UN-Büro für Partnerschaften zu stärken. Bislang ist dieses nicht in der Lage, die oben genannten Aufgaben zu erfüllen. Frühere Reformversuche scheiterten unter anderem an Finanzierungsproblemen. Jetzt sollen digitale Lösungen weiterhelfen. Die G7 sollte die Entwicklung eines effektiven UN-Hubs unterstützen und dort auch ihre eigenen Initiativen anbinden. Das könnte der G7 helfen, sowohl Akzeptanz zu erzeugen als auch weitere Partner zu mobilisieren. Durch eine solche „Qualitätskontrolle“ von Partnerschaften könnte die UN ihre zentrale Rolle in der Global Governance stärken.

„Investitionen in eine bessere Zukunft“ – mit der UN

Wie die deutsche G7-Präsidentschaft legt auch der UN-Generalsekretär in seinem Bericht einen besonderen Fokus auf Zukunftsfragen in Zusammenschau mit Gerechtigkeitsfragen. Die Weltorganisation soll viel besser darin werden, Schiffbruch zu vermeiden – also auf akute und künftige transnationale Krisen zu antworten und dabei ihre Antworten inklusiver und gerechter zu gestalten. Strategischer vorausschauen, Interessen junger Menschen und zukünftiger Generationen stärker berücksichtigen sowie beim Ausbruch neuer Krisen rasch wichtige Player zusammenrufen können – so lauten die ehrgeizigen Vorschläge, um die UN stärker ins Zentrum globaler Problembewältigung zu rücken. Auch hier gilt: Die Mitgliedstaaten sind gespalten, was den damit verbundenen Autoritäts- und Wissenszuwachs der UN angeht. Innerhalb der G7 ist eine Aufwertung der UN ebenfalls umstritten – aufgrund von Effektivitäts- und Souveränitätsbedenken, aber auch angesichts des Einflusses von Staaten wie China und Russland. In Anbetracht der Interessenkonvergenz im Hinblick auf die großen Zukunftsthemen sollte die G7 dennoch darauf dringen, bestehende Fähigkeiten des UN-Systems besser zu bündeln und gleichzeitig den gezielten Ausbau strategischer Kapazitäten der UN politisch wie finanziell unterstützen, ob über freiwillige Beiträge oder teils auch sinnvollerweise über einen Aufwuchs des regulären Budgets. Die G7 hat sich 2021 im Cornwall Consensus verpflichtet, Krisenbearbeitung künftig effektiver, aber auch gerechter zu gestalten. Dieses Jahr sollte sie die Rolle der UN hierbei diskutieren.

Aktuell tauschen sich die Staaten in der UN-Generalversammlung darüber aus, welche der Vorschläge des Generalsekretärs sie unterstützen wollen. Parallel laufen die Vorbereitungsprozesse zum G7-Gipfel. Zeit, die Prozesse für einen zukunftsfähigen Multilateralismus zusammen zu denken.

Dr. Marianne Beisheim arbeitet in der Forschungsgruppe Globale Fragen der SWP.

Dr. Silke Weinlich ist Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) im Forschungsprogramm Inter- und Transnationale Zusammenarbeit.

Dieser Beitrag erscheint zeitgleich auf der Website der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) unter der Rubrik „Kurz gesagt“.

Our Common Agenda – Impetus for an inclusive and networked multilateralism for sustainable development. Statement

Mon, 14/02/2022 - 12:29

In September 2021, UN Secretary-General Guterres set out reform proposals for an inclusive and networked multilateralism. The German Council for sustainable development recemmends to actively implement the proposals in Germany and lead the way internationally.

Analysing the Water-Energy-Food Nexus from a polycentric governance perspective: Conceptual and methodological framework

Fri, 11/02/2022 - 14:54

The Water-Energy-Food Nexus has emerged over the past decade as a useful concept to reduce trade-offs and increase synergies in promoting goals of water, energy and food securities. While WEF scholarship substantiates the biophysical interlinkages and calls for increased and effective coordination across sectors and levels, knowledge on conditions for effective coordination is still lacking. Analysing WEF nexus governance from a polycentricity perspective may contribute to better understanding coordination. In this paper, we propose a conceptual framework for analysing WEF nexus governance based on the Institutional Analysis and Development (IAD) framework and the concept of Networks of Adjacent Action Situations (NAAS). The interdependence among transactions for pursuing WEF securities by actors in different action situations generates the need for coordination for changing or sustaining institutions, policy goals and policy instruments that guide actions leading to sustainable outcomes. Coordination is attained through arrangements based on cooperation, coercion or competition. Coordination in complex social-ecological systems is unlikely to be achieved by a single governance mode but rather by synergistic combinations of governance modes. Particular coordination arrangements that emerge in a context depend on the distribution of authority, information and resources within and across interlinked decision-making centres. Further, integrating the political ecology based conceptualisations of power into the analytical framework extends the governance analysis to include the influence of power relations on coordination. Methodological innovation in delineating action situations and identifying the unit of analysis as well as integrating different sources and types of data is required to operationalise the conceptual framework.

Effects of policy and functional (in)coherence on coordination – A comparative analysis of cross-sectoral water management problems

Fri, 11/02/2022 - 09:31

Coherence and coordination among interdependent policy sectors are considered key for the implementation of the 2030 Agenda for Sustainable Development. Literature on policy coherence argues that a lack of coordination may lead to policy incoherence; however, literature on coordination also sometimes points to the reversed causality that incoherencies in policies or in governance functions (functional incoherence) may hinder coordinated policy outcomes; in fact, these assumptions have rarely been further theorized or tested empirically. In this paper, we hypothesize the higher functional or policy coherence, the higher coordination at process level and the higher the likelihood that coordination at process level is translated into coordination at outcome level. We test this hypothesis for cross-sectoral coordination challenges among different water using sectors in six different basins located in Germany, Iran, Mongolia, Spain, and South Africa. At first glance, four cases seem to confirm the first part of the hypothesis for functional coherence and three for policy coherence. It remains difficult to establish causality. Whether functional and policy coherence translate into coordination at process level seems to depend on a functioning coordination body. We further find that functional and policy incoherencies may either lead to coordination problems (in view of conflicts of interest) or even go along with a high level of coordination at the process level, possibly to compensate for incoherencies. Neither functional nor policy coherence change the relationship of coordination at process and outcome level. To explain coordination at the outcome level, other factors need to be considered.

Defining a sustainable development target space for 2030 and 2050

Thu, 10/02/2022 - 11:27

With the establishment of the sustainable development goals (SDGs), countries worldwide agreed to a prosperous, socially inclusive, and environmentally sustainable future for all. This ambition, however, exposes a critical gap in science-based insights, namely on how to achieve the 17 SDGs simultaneously. Quantitative goal-seeking scenario studies could help explore the needed systems' transformations. This requires a clear definition of the "target space." The 169 targets and 232 indicators used for monitoring SDG implementation cannot be used for this; they are too many, too broad, unstructured, and sometimes not formulated quantitatively. Here, we propose a streamlined set of science-based indicators and associated target values that are quantifiable and actionable to make scenario analysis meaningful, relevant, and simple enough to be transparent and communicable. The 36 targets are based on the SDGs, existing multilateral agreements, literature, and expert assessment. They include 2050 as a longer-term reference point. This target space can guide researchers in developing new sustainable development pathways.

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