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Diplomacy & Defense Think Tank News

Dataset development in earth system governance: learnings, stakes, and pathways for impact

The construction and use of datasets have become an important practice in Earth system governance research. By systematically cataloguing various outcomes, policy issues, actors, sites, and processes, datasets enhance the reliability, transparency, and replicability of research. Yet, despite growing interest, efforts to share data, integrate datasets, and develop common standards remain fragmented. This Perspective surveys various scholarly efforts to create datasets and provides a classification of the emerging dataset landscape in the field of Earth system governance. Drawing on examples from our own research and group discussions, we identify current best practices and lessons learned regarding data collection, management, and integration, as well as data usability and sharing. We argue that the design of datasets is not a neutral technical exercise, but has implications for how global environmental governance is theorized and studied. We also highlight how greater attention to data infrastructures can strengthen the relevance of research for policy practitioners and other stakeholders beyond academia.

Dataset development in earth system governance: learnings, stakes, and pathways for impact

The construction and use of datasets have become an important practice in Earth system governance research. By systematically cataloguing various outcomes, policy issues, actors, sites, and processes, datasets enhance the reliability, transparency, and replicability of research. Yet, despite growing interest, efforts to share data, integrate datasets, and develop common standards remain fragmented. This Perspective surveys various scholarly efforts to create datasets and provides a classification of the emerging dataset landscape in the field of Earth system governance. Drawing on examples from our own research and group discussions, we identify current best practices and lessons learned regarding data collection, management, and integration, as well as data usability and sharing. We argue that the design of datasets is not a neutral technical exercise, but has implications for how global environmental governance is theorized and studied. We also highlight how greater attention to data infrastructures can strengthen the relevance of research for policy practitioners and other stakeholders beyond academia.

Dataset development in earth system governance: learnings, stakes, and pathways for impact

The construction and use of datasets have become an important practice in Earth system governance research. By systematically cataloguing various outcomes, policy issues, actors, sites, and processes, datasets enhance the reliability, transparency, and replicability of research. Yet, despite growing interest, efforts to share data, integrate datasets, and develop common standards remain fragmented. This Perspective surveys various scholarly efforts to create datasets and provides a classification of the emerging dataset landscape in the field of Earth system governance. Drawing on examples from our own research and group discussions, we identify current best practices and lessons learned regarding data collection, management, and integration, as well as data usability and sharing. We argue that the design of datasets is not a neutral technical exercise, but has implications for how global environmental governance is theorized and studied. We also highlight how greater attention to data infrastructures can strengthen the relevance of research for policy practitioners and other stakeholders beyond academia.

Zusätzliche Altersvorsorge erreicht viele Haushalte nicht – deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen

Neue SOEP-Auswertung zur Altersvorsorge: Private Vorsorge wenig verbreitet und ungleich verteilt – Neues Altersvorsorgedepot soll Riester-Rente ablösen, zentrale Probleme bleiben aber bestehen – Auch bei betrieblicher Vorsorge deutliche Unterschiede – Mehrheit der Bevölkerung sieht Staat in der ...

Jeunes diplômés, mais condamnés à la débrouille

BBC Afrique - Mon, 04/13/2026 - 12:14
Avec un diplôme en poche et bien des rêves en tête, de nombreux jeunes en Afrique font face à une réalité brutale, la difficulté de trouver leur place sur le marché du travail. Malgré les portes closes, beaucoup se tournent vers la débrouille pour survivre, révélant ainsi un profond décalage entre les circuits de formation et les marchés de l’emploi.

Marcel Fratzscher: „Entlastung bei Energiepreisen greift zu kurz und ist sozial unausgewogen“

Die Bundesregierung hat sich auf Entlastungen bei den hohen Sprit- und Energiepreisen geeinigt. Zu den geplanten Maßnahmen eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

Die bislang angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Energiepreisen greifen zu kurz und sind in Teilen sogar kontraproduktiv. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel birgt die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, sondern auf den Konten der Mineralölkonzerne landet. Gleichzeitig setzt sie falsche Anreize, da sie den notwendigen Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr nicht unterstützt und damit den Preisdruck an anderer Stelle eher verstärken kann.

Auch die steuerfreie Einmalzahlung von bis zu 1.000 Euro durch Arbeitgeber ist kein zielgenaues Instrument. Sie kommt vor allem Beschäftigten in größeren und finanzstarken Unternehmen zugute, während viele andere Gruppen leer ausgehen – etwa Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Studierende oder Beschäftigte in kleinen Betrieben. Die Maßnahme ist damit sozial unausgewogen und erreicht gerade die besonders belasteten Haushalte nur unzureichend.

Insgesamt weist das Maßnahmenpaket eine deutliche soziale Schieflage auf. Dies droht die gesellschaftliche Akzeptanz für die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung zu untergraben. Entscheidend wäre eine stärker zielgerichtete Entlastung, die insbesondere Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen in den Blick nimmt.


Wie die Entwicklungspolitik die Düngemittelkrise abwenden kann

Bonn, 13. April 2026. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss schnell handeln, um der Düngemittelkrise zu begegnen. Prioritäten: multilaterale Koordination und Bodengesundheit.

Die drohende Düngemittelkrise ist ein Stresstest für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Diese muss nun beweisen, dass der BMZ Reformplan mehr als nur Papier ist. Die Werkzeuge dafür liegen bereit. Die Krise erfordert kurzfristige Maßnahmen und bietet Gelegenheit für einen überfälligen Paradigmenwechsel: weg von der Abhängigkeit von volatilen Düngemittelmärkten hin zu resilienten, lokal verankerten Strategien.

Drohende Düngemittelkrise und ihre Folgen

Der Welt droht erneut eine Düngemittelkrise. Seit die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge gegen den Iran zu der Schließung der Straße von Hormus geführt haben, stockt der Handel. Rund ein Drittel des weltweit verschifften Stickstoffdüngers passierte die Meerenge bislang. Nun stiegen die Preise um bis zu 50 Prozent. Für Millionen von Kleinbäuer*innen im Globalen Süden wird ihre Ernährungssicherung gefährdet. Das Welternährungsprogramm warnt, dass der Krieg 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit treiben könnte – und auch in Deutschland sind Preisanstiege für Lebensmittel zu erwarten.

In vorherigen Düngemittelkrisen haben steigende Lebensmittelpreise die Inflation stark erhöht. Dies hat nicht nur die Ernährungssicherheit negativ beeinflusst, sondern auch zu Aufständen und einer weiteren Stärkung populistischer Bewegungen geführt. Düngemittelkrisen werden zudem zunehmend im geoökonomischen Wettbewerb politisiert. Zuletzt nutzte Russland Düngemittel-Knappheiten gezielt, um Abhängigkeiten zu vertiefen und politischen Einfluss zu gewinnen. Wer in der Düngemittelkrise Partnerschaften schwächt, verliert an Glaubwürdigkeit und überlässt anderen das Feld.

Die Werkzeuge liegen bereit

Deutschland ist mit 3,5 Milliarden Euro (2023) an Investitionen in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit der größte bilaterale Geber –  eine Verantwortung, die jetzt zählt.

Spätestens seit der G7-Präsidentschaft 2022 hat sich Deutschland als multilateraler Akteur bei Ernährungskrisen etabliert – von der Global Alliance for Food Security (GAFS) bis zur Unterstützung des Africa Fertilizer and Soil Health Aktionsplans.

Auch in der Umsetzung leistet die deutsche EZ wichtige Beiträge zur Bodengesundheit. Langfristige Initiativen, wie das GIZ-Vorhaben „Soil Protection and Rehabilitation for Food Security“ (ProSoil) haben länderübergreifend rund eine Million Hektar Agrarland rehabilitiert und Ertragssteigerungen von 44 Prozent bei Kleinbäuer*innen erreicht.

Vier Hebel für die nächsten Monate

Basierend auf dem Vertrauen auf multilateraler Ebene und dem starken Portfolio in der Umsetzung kann Deutschland jetzt vier Hebel nutzen.

G7-Koordination verstärken: Die G7-Staaten repräsentieren 73 Prozent aller Geberinvestitionen in Agrar- und Ernährungssysteme. Deutschland sollte koordinierte Maßnahmen vorantreiben und die Reaktivierung der G7 Expert Fertilizer Group vorschlagen.  Die Expertengruppe war bereits nach Russlands Angriff 2022 wichtig, um Soforthilfen und mittelfristige Strategien zur Diversifizierung von Lieferketten abzustimmen.

Sondermittel prüfen; Soforthilfe mit nachhaltigen Maßnahmen verbinden: Bereits in der durch Russland ausgelösten Krise 2022, stellte Deutschland 880 Millionen Euro Sondermittel bereit und mobilisierte damit über die G7 weitere 4,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist jetzt die Ausgestaltung eines vergleichbaren Mechanismus, der Mittel direkt bei Kleinbäuer*innen ankommen lässt und an laufende Projekte nachhaltig andockt; statt als Krisengewinne bei der Düngemittelindustrie versandet.

Lokale Düngepotenziale erschließen und Nährstoffnutzungseffizienz steigern: Die Abhängigkeit von importiertem Dünger ist ein strukturelles Problem vieler Länder. Agrarökologische Ansätze wie Kompostierung, integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement und zugekaufte biologische Inputs sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig, da sie die Nährstoffnutzungseffizienz konventioneller Düngemittel erhöhen. Das senkt den Bedarf an importierten Düngern. Deutschland sollte diese Ansätze skalieren und weitere Geber einbinden.

Repurposing-Agenda vorantreiben: Die Umwidmung umweltschädlicher Agrarsubventionen kann Abhängigkeiten langfristig abbauen. Deutschland kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Allein die Stickstoffüberschüsse der deutschen Landwirtschaft verursachen jährlich Umweltschäden von 4,8 Milliarden Euro. Fossile Subventionen sollten in nachhaltige Bodenpraktiken und den Aufbau dezentraler Düngemittelproduktion umgeleitet werden.

Der BMZ-Reformplan als Chance?

Der BMZ-Reformplan bietet den strategischen Rahmen für eine Antwort auf die Krise. Er verstetigt die Sonderinitiative Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme und betont, dass Ernährungssicherung auf Afrika fokussiert werden muss, dort, wo die Düngemittelkrise am härtesten zuschlagen wird.

Allerdings hat der Plan eine offene Flanke: eine zu enge Fokussierung der Privatwirtschaft. Das hat zwar seine Berechtigung, aber Erfahrungen aus dem deutschen Portfolio für Bodengesundheit zeigen, dass Lösungen oft lokal und wissensintensiv sind, aber nicht zwingend profitabel für (ausländische) Investoren.

Die Reaktion auf die Krise sollte deshalb entwicklungspolitische Prinzipien als Richtschnur weiter hochhalten und niemanden zurücklassen. Es geht um eine nachhaltige Transformation von Abhängigkeiten.

  • Dr. Gideon Tups ist Wirtschaftsgeograph am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Er forscht zu Agrar- und Ernährungssystemen, globalen Lieferketten, Düngemitteln und Bioökonomie.
  • Katharina Molitor ist Humangeographin am IDOS und forscht zum Thema Nahrungsmittelpreisschwankungen und Märkten, Ernährungssicherung und kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Wie die Entwicklungspolitik die Düngemittelkrise abwenden kann

Bonn, 13. April 2026. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss schnell handeln, um der Düngemittelkrise zu begegnen. Prioritäten: multilaterale Koordination und Bodengesundheit.

Die drohende Düngemittelkrise ist ein Stresstest für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Diese muss nun beweisen, dass der BMZ Reformplan mehr als nur Papier ist. Die Werkzeuge dafür liegen bereit. Die Krise erfordert kurzfristige Maßnahmen und bietet Gelegenheit für einen überfälligen Paradigmenwechsel: weg von der Abhängigkeit von volatilen Düngemittelmärkten hin zu resilienten, lokal verankerten Strategien.

Drohende Düngemittelkrise und ihre Folgen

Der Welt droht erneut eine Düngemittelkrise. Seit die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge gegen den Iran zu der Schließung der Straße von Hormus geführt haben, stockt der Handel. Rund ein Drittel des weltweit verschifften Stickstoffdüngers passierte die Meerenge bislang. Nun stiegen die Preise um bis zu 50 Prozent. Für Millionen von Kleinbäuer*innen im Globalen Süden wird ihre Ernährungssicherung gefährdet. Das Welternährungsprogramm warnt, dass der Krieg 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit treiben könnte – und auch in Deutschland sind Preisanstiege für Lebensmittel zu erwarten.

In vorherigen Düngemittelkrisen haben steigende Lebensmittelpreise die Inflation stark erhöht. Dies hat nicht nur die Ernährungssicherheit negativ beeinflusst, sondern auch zu Aufständen und einer weiteren Stärkung populistischer Bewegungen geführt. Düngemittelkrisen werden zudem zunehmend im geoökonomischen Wettbewerb politisiert. Zuletzt nutzte Russland Düngemittel-Knappheiten gezielt, um Abhängigkeiten zu vertiefen und politischen Einfluss zu gewinnen. Wer in der Düngemittelkrise Partnerschaften schwächt, verliert an Glaubwürdigkeit und überlässt anderen das Feld.

Die Werkzeuge liegen bereit

Deutschland ist mit 3,5 Milliarden Euro (2023) an Investitionen in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit der größte bilaterale Geber –  eine Verantwortung, die jetzt zählt.

Spätestens seit der G7-Präsidentschaft 2022 hat sich Deutschland als multilateraler Akteur bei Ernährungskrisen etabliert – von der Global Alliance for Food Security (GAFS) bis zur Unterstützung des Africa Fertilizer and Soil Health Aktionsplans.

Auch in der Umsetzung leistet die deutsche EZ wichtige Beiträge zur Bodengesundheit. Langfristige Initiativen, wie das GIZ-Vorhaben „Soil Protection and Rehabilitation for Food Security“ (ProSoil) haben länderübergreifend rund eine Million Hektar Agrarland rehabilitiert und Ertragssteigerungen von 44 Prozent bei Kleinbäuer*innen erreicht.

Vier Hebel für die nächsten Monate

Basierend auf dem Vertrauen auf multilateraler Ebene und dem starken Portfolio in der Umsetzung kann Deutschland jetzt vier Hebel nutzen.

G7-Koordination verstärken: Die G7-Staaten repräsentieren 73 Prozent aller Geberinvestitionen in Agrar- und Ernährungssysteme. Deutschland sollte koordinierte Maßnahmen vorantreiben und die Reaktivierung der G7 Expert Fertilizer Group vorschlagen.  Die Expertengruppe war bereits nach Russlands Angriff 2022 wichtig, um Soforthilfen und mittelfristige Strategien zur Diversifizierung von Lieferketten abzustimmen.

Sondermittel prüfen; Soforthilfe mit nachhaltigen Maßnahmen verbinden: Bereits in der durch Russland ausgelösten Krise 2022, stellte Deutschland 880 Millionen Euro Sondermittel bereit und mobilisierte damit über die G7 weitere 4,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist jetzt die Ausgestaltung eines vergleichbaren Mechanismus, der Mittel direkt bei Kleinbäuer*innen ankommen lässt und an laufende Projekte nachhaltig andockt; statt als Krisengewinne bei der Düngemittelindustrie versandet.

Lokale Düngepotenziale erschließen und Nährstoffnutzungseffizienz steigern: Die Abhängigkeit von importiertem Dünger ist ein strukturelles Problem vieler Länder. Agrarökologische Ansätze wie Kompostierung, integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement und zugekaufte biologische Inputs sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig, da sie die Nährstoffnutzungseffizienz konventioneller Düngemittel erhöhen. Das senkt den Bedarf an importierten Düngern. Deutschland sollte diese Ansätze skalieren und weitere Geber einbinden.

Repurposing-Agenda vorantreiben: Die Umwidmung umweltschädlicher Agrarsubventionen kann Abhängigkeiten langfristig abbauen. Deutschland kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Allein die Stickstoffüberschüsse der deutschen Landwirtschaft verursachen jährlich Umweltschäden von 4,8 Milliarden Euro. Fossile Subventionen sollten in nachhaltige Bodenpraktiken und den Aufbau dezentraler Düngemittelproduktion umgeleitet werden.

Der BMZ-Reformplan als Chance?

Der BMZ-Reformplan bietet den strategischen Rahmen für eine Antwort auf die Krise. Er verstetigt die Sonderinitiative Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme und betont, dass Ernährungssicherung auf Afrika fokussiert werden muss, dort, wo die Düngemittelkrise am härtesten zuschlagen wird.

Allerdings hat der Plan eine offene Flanke: eine zu enge Fokussierung der Privatwirtschaft. Das hat zwar seine Berechtigung, aber Erfahrungen aus dem deutschen Portfolio für Bodengesundheit zeigen, dass Lösungen oft lokal und wissensintensiv sind, aber nicht zwingend profitabel für (ausländische) Investoren.

Die Reaktion auf die Krise sollte deshalb entwicklungspolitische Prinzipien als Richtschnur weiter hochhalten und niemanden zurücklassen. Es geht um eine nachhaltige Transformation von Abhängigkeiten.

  • Dr. Gideon Tups ist Wirtschaftsgeograph am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Er forscht zu Agrar- und Ernährungssystemen, globalen Lieferketten, Düngemitteln und Bioökonomie.
  • Katharina Molitor ist Humangeographin am IDOS und forscht zum Thema Nahrungsmittelpreisschwankungen und Märkten, Ernährungssicherung und kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Wie die Entwicklungspolitik die Düngemittelkrise abwenden kann

Bonn, 13. April 2026. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss schnell handeln, um der Düngemittelkrise zu begegnen. Prioritäten: multilaterale Koordination und Bodengesundheit.

Die drohende Düngemittelkrise ist ein Stresstest für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Diese muss nun beweisen, dass der BMZ Reformplan mehr als nur Papier ist. Die Werkzeuge dafür liegen bereit. Die Krise erfordert kurzfristige Maßnahmen und bietet Gelegenheit für einen überfälligen Paradigmenwechsel: weg von der Abhängigkeit von volatilen Düngemittelmärkten hin zu resilienten, lokal verankerten Strategien.

Drohende Düngemittelkrise und ihre Folgen

Der Welt droht erneut eine Düngemittelkrise. Seit die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge gegen den Iran zu der Schließung der Straße von Hormus geführt haben, stockt der Handel. Rund ein Drittel des weltweit verschifften Stickstoffdüngers passierte die Meerenge bislang. Nun stiegen die Preise um bis zu 50 Prozent. Für Millionen von Kleinbäuer*innen im Globalen Süden wird ihre Ernährungssicherung gefährdet. Das Welternährungsprogramm warnt, dass der Krieg 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit treiben könnte – und auch in Deutschland sind Preisanstiege für Lebensmittel zu erwarten.

In vorherigen Düngemittelkrisen haben steigende Lebensmittelpreise die Inflation stark erhöht. Dies hat nicht nur die Ernährungssicherheit negativ beeinflusst, sondern auch zu Aufständen und einer weiteren Stärkung populistischer Bewegungen geführt. Düngemittelkrisen werden zudem zunehmend im geoökonomischen Wettbewerb politisiert. Zuletzt nutzte Russland Düngemittel-Knappheiten gezielt, um Abhängigkeiten zu vertiefen und politischen Einfluss zu gewinnen. Wer in der Düngemittelkrise Partnerschaften schwächt, verliert an Glaubwürdigkeit und überlässt anderen das Feld.

Die Werkzeuge liegen bereit

Deutschland ist mit 3,5 Milliarden Euro (2023) an Investitionen in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit der größte bilaterale Geber –  eine Verantwortung, die jetzt zählt.

Spätestens seit der G7-Präsidentschaft 2022 hat sich Deutschland als multilateraler Akteur bei Ernährungskrisen etabliert – von der Global Alliance for Food Security (GAFS) bis zur Unterstützung des Africa Fertilizer and Soil Health Aktionsplans.

Auch in der Umsetzung leistet die deutsche EZ wichtige Beiträge zur Bodengesundheit. Langfristige Initiativen, wie das GIZ-Vorhaben „Soil Protection and Rehabilitation for Food Security“ (ProSoil) haben länderübergreifend rund eine Million Hektar Agrarland rehabilitiert und Ertragssteigerungen von 44 Prozent bei Kleinbäuer*innen erreicht.

Vier Hebel für die nächsten Monate

Basierend auf dem Vertrauen auf multilateraler Ebene und dem starken Portfolio in der Umsetzung kann Deutschland jetzt vier Hebel nutzen.

G7-Koordination verstärken: Die G7-Staaten repräsentieren 73 Prozent aller Geberinvestitionen in Agrar- und Ernährungssysteme. Deutschland sollte koordinierte Maßnahmen vorantreiben und die Reaktivierung der G7 Expert Fertilizer Group vorschlagen.  Die Expertengruppe war bereits nach Russlands Angriff 2022 wichtig, um Soforthilfen und mittelfristige Strategien zur Diversifizierung von Lieferketten abzustimmen.

Sondermittel prüfen; Soforthilfe mit nachhaltigen Maßnahmen verbinden: Bereits in der durch Russland ausgelösten Krise 2022, stellte Deutschland 880 Millionen Euro Sondermittel bereit und mobilisierte damit über die G7 weitere 4,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist jetzt die Ausgestaltung eines vergleichbaren Mechanismus, der Mittel direkt bei Kleinbäuer*innen ankommen lässt und an laufende Projekte nachhaltig andockt; statt als Krisengewinne bei der Düngemittelindustrie versandet.

Lokale Düngepotenziale erschließen und Nährstoffnutzungseffizienz steigern: Die Abhängigkeit von importiertem Dünger ist ein strukturelles Problem vieler Länder. Agrarökologische Ansätze wie Kompostierung, integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement und zugekaufte biologische Inputs sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig, da sie die Nährstoffnutzungseffizienz konventioneller Düngemittel erhöhen. Das senkt den Bedarf an importierten Düngern. Deutschland sollte diese Ansätze skalieren und weitere Geber einbinden.

Repurposing-Agenda vorantreiben: Die Umwidmung umweltschädlicher Agrarsubventionen kann Abhängigkeiten langfristig abbauen. Deutschland kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Allein die Stickstoffüberschüsse der deutschen Landwirtschaft verursachen jährlich Umweltschäden von 4,8 Milliarden Euro. Fossile Subventionen sollten in nachhaltige Bodenpraktiken und den Aufbau dezentraler Düngemittelproduktion umgeleitet werden.

Der BMZ-Reformplan als Chance?

Der BMZ-Reformplan bietet den strategischen Rahmen für eine Antwort auf die Krise. Er verstetigt die Sonderinitiative Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme und betont, dass Ernährungssicherung auf Afrika fokussiert werden muss, dort, wo die Düngemittelkrise am härtesten zuschlagen wird.

Allerdings hat der Plan eine offene Flanke: eine zu enge Fokussierung der Privatwirtschaft. Das hat zwar seine Berechtigung, aber Erfahrungen aus dem deutschen Portfolio für Bodengesundheit zeigen, dass Lösungen oft lokal und wissensintensiv sind, aber nicht zwingend profitabel für (ausländische) Investoren.

Die Reaktion auf die Krise sollte deshalb entwicklungspolitische Prinzipien als Richtschnur weiter hochhalten und niemanden zurücklassen. Es geht um eine nachhaltige Transformation von Abhängigkeiten.

  • Dr. Gideon Tups ist Wirtschaftsgeograph am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Er forscht zu Agrar- und Ernährungssystemen, globalen Lieferketten, Düngemitteln und Bioökonomie.
  • Katharina Molitor ist Humangeographin am IDOS und forscht zum Thema Nahrungsmittelpreisschwankungen und Märkten, Ernährungssicherung und kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Friedrich Merz' 80-Prozent-Illusion

Der Bundeskanzler will mehr als 700.000 integrierte Syrer zurück in ihr Herkunftsland schicken. Das ist ökonomisch völlig unsinnig und ein Affront gegen die Betroffenen. , Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner Äußerung, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer sollten innerhalb von drei Jahren in ihr Heimatland zurückkehren, eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Reaktionen reichen von Zustimmung bis zu scharfer Kritik. Die AfD sieht ihre ...

The Role of Military Gender Advisers in UN Peacekeeping Operations: Implications for Operational Effectiveness and The Future of Peacekeeping Operations

European Peace Institute / News - Fri, 04/10/2026 - 17:48

Implementing the women, peace, and security (WPS) agenda and mainstreaming gender have the potential to make UN peacekeeping operations more operationally effective, including by improving situational awareness and strengthening mission planning. Within this effort, military gender advisers (MGAs) play a central role in integrating a gender perspective across the military components of UN missions.

This policy paper examines the role of MGAs in UN peacekeeping operations, drawing on interviews and survey data from gender advisers and focal points across missions.

It discusses how MGAs are situated within the UN Peacekeeping Gender Architecture, variations in recruitment and training of MGAs, and the wide range of roles and responsibilities of MGAs. Furthermore, the paper identifies persistent challenges, including unclear job descriptions, short deployment cycles, limited training, and difficulties in coordination with civilian counterparts. The paper finds that the effectiveness of MGAs is shaped by factors such as leadership support, professional background, gender and cultural dynamics, and resource constraints. It underscores that as peacekeeping operations face financial pressures and structural reforms, ensuring that gender advisers are adequately trained, resourced, and integrated into mission planning will be critical to maintaining operational effectiveness.

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Formal and informal labor demand in Egyptian manufacturing firms

This paper investigates the determinants and dynamics of labour demand and specifically informal labour in Egypt’s manufacturing sector, using nationally representative firm-level data from the 2020/21 Egyptian Industrial Firm Behavior Survey. Applying ordinary least squares and fractional logit models, we analyse total employment, the share of informal labour, and its average annual change over the firm life cycle. Three key findings emerge. First, employment is positively associated with capital, exporting, innovation, industrial zones, worker training, and managerial education, and negatively associated with sole proprietorships, wages, and total factor productivity. Second, informal employment is more common among private sector firms, sole proprietorships, and firms using more part-time workers, and less prevalent among firms adopting technology or led by more educated managers. Third, changes in informality over time are modest: most formal firms exhibit no change in the share of informal workers. Notably, formal firms that did not initially employ informal labour tend to increase their informal share, while firms that formalised continue to rely heavily on informal employment. Together, these findings underscore the persistence of informality and limited transitions toward full formalisation within Egypt’s formal manufacturing sector.

Formal and informal labor demand in Egyptian manufacturing firms

This paper investigates the determinants and dynamics of labour demand and specifically informal labour in Egypt’s manufacturing sector, using nationally representative firm-level data from the 2020/21 Egyptian Industrial Firm Behavior Survey. Applying ordinary least squares and fractional logit models, we analyse total employment, the share of informal labour, and its average annual change over the firm life cycle. Three key findings emerge. First, employment is positively associated with capital, exporting, innovation, industrial zones, worker training, and managerial education, and negatively associated with sole proprietorships, wages, and total factor productivity. Second, informal employment is more common among private sector firms, sole proprietorships, and firms using more part-time workers, and less prevalent among firms adopting technology or led by more educated managers. Third, changes in informality over time are modest: most formal firms exhibit no change in the share of informal workers. Notably, formal firms that did not initially employ informal labour tend to increase their informal share, while firms that formalised continue to rely heavily on informal employment. Together, these findings underscore the persistence of informality and limited transitions toward full formalisation within Egypt’s formal manufacturing sector.

Formal and informal labor demand in Egyptian manufacturing firms

This paper investigates the determinants and dynamics of labour demand and specifically informal labour in Egypt’s manufacturing sector, using nationally representative firm-level data from the 2020/21 Egyptian Industrial Firm Behavior Survey. Applying ordinary least squares and fractional logit models, we analyse total employment, the share of informal labour, and its average annual change over the firm life cycle. Three key findings emerge. First, employment is positively associated with capital, exporting, innovation, industrial zones, worker training, and managerial education, and negatively associated with sole proprietorships, wages, and total factor productivity. Second, informal employment is more common among private sector firms, sole proprietorships, and firms using more part-time workers, and less prevalent among firms adopting technology or led by more educated managers. Third, changes in informality over time are modest: most formal firms exhibit no change in the share of informal workers. Notably, formal firms that did not initially employ informal labour tend to increase their informal share, while firms that formalised continue to rely heavily on informal employment. Together, these findings underscore the persistence of informality and limited transitions toward full formalisation within Egypt’s formal manufacturing sector.

Africa in the G20 and Debt Sustainability

European Peace Institute / News - Thu, 04/09/2026 - 19:01

The African Union’s admission to the G20 as a permanent member in 2023 marked a major milestone in global economic governance, giving the continent its first collective seat at one of the most influential decision-making forums on debt, trade, climate finance, and development. While this corrected a long-standing imbalance in representation, key questions remain about whether this institutional presence will translate into substantive influence.

This issue brief examines how the AU organizes its participation in the G20 and assesses the progress made under South Africa’s 2025 presidency, particularly on debt sustainability. It highlights initiatives such as the ministerial declaration on debt and the Africa Expert Panel proposals for reforms to the global debt architecture, while underscoring the continued limitations of existing G20 mechanisms, and the structural challenges posed by high borrowing costs..

The brief finds that while Africa has generated momentum within the G20, sustaining progress will require stronger coordination within the AU, the operationalization of key institutional mechanisms, and a more focused and strategic approach to advancing continental priorities in a shifting geopolitical landscape.

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Examining the Role of the Peacebuilding Fund in UN Peace Operation Contexts

European Peace Institute / News - Thu, 04/09/2026 - 18:49
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IPI and the Permanent Mission of the Netherlands to the United Nations cohosted a policy forum, “Examining the Role of the Peacebuilding Fund in UN Peace Operation Contexts” on April 9th.

The UN Peacebuilding Fund (PBF) is designed to support catalytic, timely, and risk-tolerant investments through projects that contribute to advancing national peacebuilding priorities. Over the past two decades, the PBF has supported programming in over twenty contexts where the UN has deployed a peace operation and has often played a crucial role during mission transitions. The purpose of this event is to examine the role of the Fund in UN peace operation settings. The event will also serve to launch an IPI publication, “UN Peace Operations and the Role of the Peacebuilding Fund,” authored by Lauren McGowan, Policy Analyst at IPI.

Building on the insights of the report, this forum brought together representatives of the UN Secretariat, member states, and civil society organizations to discuss how the PBF has been leveraged in peace operation settings and how it can “further enhance its support” to countries preparing for or undergoing transitions from peace operations, in line with the recommendations of the recent review of the UN peacebuilding architecture (PBAR).

Opening Remarks:
Djeyhoun Ostowar, Counsellor, Deputy Head of Political Affairs Section, Permanent Mission of the Kingdom of the Netherlands to the UN

Speakers:
Lauren McGowan, Policy Analyst, International Peace Institute
Bushra Hassan, Senior Monitoring and Evaluation Adviser, Peacebuilding Fund Support Branch, Peacebuilding and Peace Support Office
Anayansi Lopez, Head of Pillar, Civil Affairs, Human Rights, Guidance and Learning, Policy and Best Practices Service, Division of Policy, Evaluation and Training, Department of Peace Operations
Anees Ahmed, Director, Rule of Law Advisory Section, UN Mission in South Sudan (VTC)
Sheila Romen, Coordinator, Peacebuilding Fund Secretariat in the Democratic Republic of the Congo, Resident Coordinators Office (VTC)

Moderator:
Jenna Russo, Director of Research and Head of the Brian Urquhart Center for Peace Operations and Peacebuilding, International Peace Institute

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Hund richtig umarmen: Darum ist Kuscheln nicht immer gut für deinen Hund

Blick.ch - Thu, 04/09/2026 - 17:41
Viele Hundebesitzer umarmen ihre Vierbeiner instinktiv und behandeln sie wie Familienmitglieder. Für Menschen ist Kuscheln ein Zeichen von Liebe und Schutz – Hunde interpretieren diese Geste jedoch oft anders.

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