This paper examines the ideological and policy shifts in US development cooperation under the second Trump administration and their implications for international development and the
evolving global (dis)order. Recent US measures, we argue, amount to more than a domestic policy change. They signal a foundational challenge to longstanding norms of the development
cooperation system. We identify and discuss five principles underpinning what we term the ‘new Washington Dissensus’. These five principles shift development cooperation away from
country partnerships and the logic of global public goods and to an overtly transactional, nationalist model of cooperation. The paper situates these developments within broader debates about the fragmentation of global order, focusing on development cooperation as a site of normative contestation and (dis)order-making. We argue the second Trump administration’s approach to development cooperation constitutes a new form of coercive order. This can be termed a ‘nationalist conditionality regime’ in the sense that it seeks to assert national dominance and marginalise universal norms. Beyond the US we explore norm imperialism and the risks of normative contagion. We provide a typology of competing regimes of development cooperation to situate the Trump administration’s approach. We close with a set of implications for decision-makers in governments, multilaterals and recipient agencies.
This paper examines the ideological and policy shifts in US development cooperation under the second Trump administration and their implications for international development and the
evolving global (dis)order. Recent US measures, we argue, amount to more than a domestic policy change. They signal a foundational challenge to longstanding norms of the development
cooperation system. We identify and discuss five principles underpinning what we term the ‘new Washington Dissensus’. These five principles shift development cooperation away from
country partnerships and the logic of global public goods and to an overtly transactional, nationalist model of cooperation. The paper situates these developments within broader debates about the fragmentation of global order, focusing on development cooperation as a site of normative contestation and (dis)order-making. We argue the second Trump administration’s approach to development cooperation constitutes a new form of coercive order. This can be termed a ‘nationalist conditionality regime’ in the sense that it seeks to assert national dominance and marginalise universal norms. Beyond the US we explore norm imperialism and the risks of normative contagion. We provide a typology of competing regimes of development cooperation to situate the Trump administration’s approach. We close with a set of implications for decision-makers in governments, multilaterals and recipient agencies.
This paper examines the ideological and policy shifts in US development cooperation under the second Trump administration and their implications for international development and the
evolving global (dis)order. Recent US measures, we argue, amount to more than a domestic policy change. They signal a foundational challenge to longstanding norms of the development
cooperation system. We identify and discuss five principles underpinning what we term the ‘new Washington Dissensus’. These five principles shift development cooperation away from
country partnerships and the logic of global public goods and to an overtly transactional, nationalist model of cooperation. The paper situates these developments within broader debates about the fragmentation of global order, focusing on development cooperation as a site of normative contestation and (dis)order-making. We argue the second Trump administration’s approach to development cooperation constitutes a new form of coercive order. This can be termed a ‘nationalist conditionality regime’ in the sense that it seeks to assert national dominance and marginalise universal norms. Beyond the US we explore norm imperialism and the risks of normative contagion. We provide a typology of competing regimes of development cooperation to situate the Trump administration’s approach. We close with a set of implications for decision-makers in governments, multilaterals and recipient agencies.
Le corps sans vie d'un homme d'une quarantaine d'années a été retrouvé, mardi 27 octobre 2026, dans une zone broussailleuse à Nikki.
Découverte macabre à Totorou, un quartier situé dans la commune de Nikki. Les éléments de la Police républicaine et des agents de santé se sont rendus sur place pour les premiers constats. Selon la radio locale SU TII DERA FM, l'homme aurait été aperçu la veille de la découverte de son corps sans vie. Aucune trace apparente de violence n'aurait été relevée sur son corps. Une enquête a été ouverte pour élucider les circonstances du décès.
La mairie de Cotonou et le Fonds des Nations unies pour l'enfance (Unicef) ont conclu un accord de partenariat visant à améliorer les conditions de vie des enfants vivant dans les quartiers vulnérables de la capitale économique.
La Mairie de Cotonou et l'UNICEF s'associent pour améliorer les conditions de vie des enfants vulnérables de Cotonou. Le protocole d'accord a été signé par le maire de Cotonou, Luc Gnacadja, et le représentant résident de l'Unicef, Ousmane Niang, dans le cadre du projet « Cotonou Lacustre ».
Ce partenariat s'inscrit dans une démarche visant à renforcer les actions en faveur des populations vulnérables de Cotonou notamment des enfants.
Dabei sein ist nicht alles: Kann die UN-Biodiversitätskonferenz über den Einbezug von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (IPLC) von den Klimaverhandlungen lernen?
Bonn, 28.10.2026. Es ist gut belegt, dass das Wissen von IPLC und deren Land- und Meeresnutzungspraktiken maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Laut einer WWF-Studie befinden sich 91 % der von IPLC genutzten Flächen in einem „guten oder mäßigen ökologischen Zustand“.
Die Beteiligung von IPLC wird auf der diesjährigen Weltbiodiversitätskonferenz (COP17) in Eriwan ein wichtiger Punkt der Verhandlungen sein. Konkret geht es um die Umsetzung von Artikel 8(j), der die Einbeziehung von „traditionellem Wissen, Innovationen und Praktiken“ vorschreibt. Laut der vorläufigen Tagesordnung steht dabei die Arbeitsweise des neu eingerichteten ständigen Nebenorgans (SB8J) auf dem Programm, das mit der Umsetzung betraut ist.
Das SB8J ist zwar das erste ständige Nebenorgan zu diesem Thema im Rahmen der drei Rio-Konventionen, knüpft jedoch an frühere Bemühungen zur Stärkung der indigenen Beteiligung an. Im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) ersetzt es eine 1998 eingerichtete Ad-hoc-Arbeitsgruppe. Dies festigt das Mitspracherecht indigener Völker und spiegelt deren langjährigen Kampf wider, Beteiligung und Einfluss institutionell zu verankern. Beim klimapolitischen Pendant der CBD, der UNFCCC, hat die „Facilitative Working Group“ (FWG) den Auftrag, indigene Belange zu vertreten. Besonders an ihr ist, dass staatliche und nichtstaatliche Akteure und Vertreter*innen von IPLC gleichberechtigt vertreten sind.
Die Verhandlungsführer*innen der Biodiversitäts-COP können von den Erfolgen und Misserfolgen der FWG lernen. So ist es der FWG einem ihrer Berichte zufolge gelungen, sich stärker in die Klimaverhandlungen einzubringen und maßgeblich zur politischen Gestaltung beizutragen. Visahürden, Sprachbarrieren und begrenzte finanzielle Mittel für die Teilnahme an den COPs bleiben jedoch Hindernisse.
Einige der größten Herausforderungen für die Arbeit der FWG sind jedoch struktureller Art und dürften sich weder innerhalb einer Arbeitsgruppe noch eines Nebenorgans lösen lassen. Dazu gehört die grundlegende Diskrepanz zwischen dem auf Kennzahlen und Marktmechanismen beruhenden Ansatz der UNFCCC zur Bekämpfung des Klimawandels und dem Umweltverständnis vieler IPLC, das den Menschen als Teil einer umfassenden Lebensgemeinschaft und nicht als von der Natur getrennt begreift. Beide Ansätze lassen sich nur schwer in einem Governance-Rahmen vereinbaren, der die Natur quantifiziert und ökonomisch bewertet und die miteinander verflochtenen Themen Klima, Biodiversität und Bodendegradation in getrennten Rio-Konventionen behandelt.
Ein weiteres Problem ist die häufige Darstellung indigener Völker als schutzbedürftig statt als handlungsfähige Akteure, die multilaterale Prozesse aktiv mitgestalten können. Zwar soll die FWG primär deren Fähigkeiten zur Beteiligung an der Klimakonvention stärken. Doch in einer Institution, die von und für nationale Regierungen geschaffen wurde, sind die Spielräume nichtstaatlicher Akteure von Natur aus begrenzt. Trotz ihrer gleichberechtigten Vertretung bleibt die Arbeitsgruppe letztlich ein Gremium ohne Stimmrecht innerhalb einer riesigen Organisation.
Wie das SB8J letztendlich gestaltet sein mag – es wird sich von der FWG unterscheiden. Als ständiges Gremium wurde es als „von den Vertragsparteien geleiteter Prozess“ vorgeschlagen. Zudem ist es in einer Konvention verankert, die auf eine längere Geschichte der formellen Auseinandersetzung mit IPLC-Belangen zurückblickt. Dennoch agieren beide Gremien innerhalb einer zwischenstaatlichen Institution, in der die Entscheidungsgewalt letztlich bei den nationalen Regierungen liegt.
Das Beispiel der FWG zeigt für das SB8J deutlich, dass ein neues Gremium allein noch keine echte Teilhabe garantiert. Teilhabe erfordert Raum und Ressourcen. Die Interessen von IPLCs sollten in allen relevanten Tagesordnungspunkten der verschiedenen COPs und auf nationaler und lokaler Ebene berücksichtigt werden. Dazu gehören sowohl der Zugang zu globalen Finanzierungsmechanismen zum Schutz der Biodiversität als auch nationale Territorialrechte. Ein vielversprechendes Beispiel sind die 1994 ins Leben gerufenen kleinbäuerlichen Schutzzonen (Zonas Reserva Campesina) in Kolumbien. Sie sollten die Entwaldung stoppen, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft fördern und Landkonzentration verringern. Einige kleinbäuerliche Organisationen betrachten sie als strategisches Instrument, um ihre territoriale Autonomie zu wahren und agroökologische Alternativen zur agroindustriellen Expansion zu fördern. Heute tragen mehr als 64 dieser Zonen zum Biodiversitätsschutz und zum Erhalt traditioneller Anbaumethoden bei. Solche Ansätze funktionieren jedoch nur, wenn Behörden lokale Konzepte und Wissensformen respektieren, statt starre Kennzahlen vorzuschreiben. Sie müssen anerkennen, „dass alle Akteure Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven einbringen, die für den Naturschutz nützlich sind“.
Die zentrale Erkenntnis für die CBD ist: Inklusion darf nicht auf die eigens dafür geschaffenen Institutionen beschränkt bleiben. Diese Gremien können zwar Räume für gleichberechtigteren Austausch schaffen und indigenes sowie lokales Wissen auf innovative Weise in multilaterale Prozesse einbringen. Echte Teilhabe zeigt sich jedoch erst, wenn IPLC Entscheidungen – zumindest über ihre eigenen Gebiete – maßgeblich beeinflussen können. Dafür müssen sie finanziell sowohl bei der Teilnahme an den COPs als auch bei der Verwaltung ihrer Gebiete unterstützt werden und ihren Einfluss auf allen Regierungsebenen geltend machen können.
Dabei sein ist nicht alles: Kann die UN-Biodiversitätskonferenz über den Einbezug von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (IPLC) von den Klimaverhandlungen lernen?
Bonn, 28.10.2026. Es ist gut belegt, dass das Wissen von IPLC und deren Land- und Meeresnutzungspraktiken maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Laut einer WWF-Studie befinden sich 91 % der von IPLC genutzten Flächen in einem „guten oder mäßigen ökologischen Zustand“.
Die Beteiligung von IPLC wird auf der diesjährigen Weltbiodiversitätskonferenz (COP17) in Eriwan ein wichtiger Punkt der Verhandlungen sein. Konkret geht es um die Umsetzung von Artikel 8(j), der die Einbeziehung von „traditionellem Wissen, Innovationen und Praktiken“ vorschreibt. Laut der vorläufigen Tagesordnung steht dabei die Arbeitsweise des neu eingerichteten ständigen Nebenorgans (SB8J) auf dem Programm, das mit der Umsetzung betraut ist.
Das SB8J ist zwar das erste ständige Nebenorgan zu diesem Thema im Rahmen der drei Rio-Konventionen, knüpft jedoch an frühere Bemühungen zur Stärkung der indigenen Beteiligung an. Im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) ersetzt es eine 1998 eingerichtete Ad-hoc-Arbeitsgruppe. Dies festigt das Mitspracherecht indigener Völker und spiegelt deren langjährigen Kampf wider, Beteiligung und Einfluss institutionell zu verankern. Beim klimapolitischen Pendant der CBD, der UNFCCC, hat die „Facilitative Working Group“ (FWG) den Auftrag, indigene Belange zu vertreten. Besonders an ihr ist, dass staatliche und nichtstaatliche Akteure und Vertreter*innen von IPLC gleichberechtigt vertreten sind.
Die Verhandlungsführer*innen der Biodiversitäts-COP können von den Erfolgen und Misserfolgen der FWG lernen. So ist es der FWG einem ihrer Berichte zufolge gelungen, sich stärker in die Klimaverhandlungen einzubringen und maßgeblich zur politischen Gestaltung beizutragen. Visahürden, Sprachbarrieren und begrenzte finanzielle Mittel für die Teilnahme an den COPs bleiben jedoch Hindernisse.
Einige der größten Herausforderungen für die Arbeit der FWG sind jedoch struktureller Art und dürften sich weder innerhalb einer Arbeitsgruppe noch eines Nebenorgans lösen lassen. Dazu gehört die grundlegende Diskrepanz zwischen dem auf Kennzahlen und Marktmechanismen beruhenden Ansatz der UNFCCC zur Bekämpfung des Klimawandels und dem Umweltverständnis vieler IPLC, das den Menschen als Teil einer umfassenden Lebensgemeinschaft und nicht als von der Natur getrennt begreift. Beide Ansätze lassen sich nur schwer in einem Governance-Rahmen vereinbaren, der die Natur quantifiziert und ökonomisch bewertet und die miteinander verflochtenen Themen Klima, Biodiversität und Bodendegradation in getrennten Rio-Konventionen behandelt.
Ein weiteres Problem ist die häufige Darstellung indigener Völker als schutzbedürftig statt als handlungsfähige Akteure, die multilaterale Prozesse aktiv mitgestalten können. Zwar soll die FWG primär deren Fähigkeiten zur Beteiligung an der Klimakonvention stärken. Doch in einer Institution, die von und für nationale Regierungen geschaffen wurde, sind die Spielräume nichtstaatlicher Akteure von Natur aus begrenzt. Trotz ihrer gleichberechtigten Vertretung bleibt die Arbeitsgruppe letztlich ein Gremium ohne Stimmrecht innerhalb einer riesigen Organisation.
Wie das SB8J letztendlich gestaltet sein mag – es wird sich von der FWG unterscheiden. Als ständiges Gremium wurde es als „von den Vertragsparteien geleiteter Prozess“ vorgeschlagen. Zudem ist es in einer Konvention verankert, die auf eine längere Geschichte der formellen Auseinandersetzung mit IPLC-Belangen zurückblickt. Dennoch agieren beide Gremien innerhalb einer zwischenstaatlichen Institution, in der die Entscheidungsgewalt letztlich bei den nationalen Regierungen liegt.
Das Beispiel der FWG zeigt für das SB8J deutlich, dass ein neues Gremium allein noch keine echte Teilhabe garantiert. Teilhabe erfordert Raum und Ressourcen. Die Interessen von IPLCs sollten in allen relevanten Tagesordnungspunkten der verschiedenen COPs und auf nationaler und lokaler Ebene berücksichtigt werden. Dazu gehören sowohl der Zugang zu globalen Finanzierungsmechanismen zum Schutz der Biodiversität als auch nationale Territorialrechte. Ein vielversprechendes Beispiel sind die 1994 ins Leben gerufenen kleinbäuerlichen Schutzzonen (Zonas Reserva Campesina) in Kolumbien. Sie sollten die Entwaldung stoppen, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft fördern und Landkonzentration verringern. Einige kleinbäuerliche Organisationen betrachten sie als strategisches Instrument, um ihre territoriale Autonomie zu wahren und agroökologische Alternativen zur agroindustriellen Expansion zu fördern. Heute tragen mehr als 64 dieser Zonen zum Biodiversitätsschutz und zum Erhalt traditioneller Anbaumethoden bei. Solche Ansätze funktionieren jedoch nur, wenn Behörden lokale Konzepte und Wissensformen respektieren, statt starre Kennzahlen vorzuschreiben. Sie müssen anerkennen, „dass alle Akteure Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven einbringen, die für den Naturschutz nützlich sind“.
Die zentrale Erkenntnis für die CBD ist: Inklusion darf nicht auf die eigens dafür geschaffenen Institutionen beschränkt bleiben. Diese Gremien können zwar Räume für gleichberechtigteren Austausch schaffen und indigenes sowie lokales Wissen auf innovative Weise in multilaterale Prozesse einbringen. Echte Teilhabe zeigt sich jedoch erst, wenn IPLC Entscheidungen – zumindest über ihre eigenen Gebiete – maßgeblich beeinflussen können. Dafür müssen sie finanziell sowohl bei der Teilnahme an den COPs als auch bei der Verwaltung ihrer Gebiete unterstützt werden und ihren Einfluss auf allen Regierungsebenen geltend machen können.
Dabei sein ist nicht alles: Kann die UN-Biodiversitätskonferenz über den Einbezug von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (IPLC) von den Klimaverhandlungen lernen?
Bonn, 28.10.2026. Es ist gut belegt, dass das Wissen von IPLC und deren Land- und Meeresnutzungspraktiken maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Laut einer WWF-Studie befinden sich 91 % der von IPLC genutzten Flächen in einem „guten oder mäßigen ökologischen Zustand“.
Die Beteiligung von IPLC wird auf der diesjährigen Weltbiodiversitätskonferenz (COP17) in Eriwan ein wichtiger Punkt der Verhandlungen sein. Konkret geht es um die Umsetzung von Artikel 8(j), der die Einbeziehung von „traditionellem Wissen, Innovationen und Praktiken“ vorschreibt. Laut der vorläufigen Tagesordnung steht dabei die Arbeitsweise des neu eingerichteten ständigen Nebenorgans (SB8J) auf dem Programm, das mit der Umsetzung betraut ist.
Das SB8J ist zwar das erste ständige Nebenorgan zu diesem Thema im Rahmen der drei Rio-Konventionen, knüpft jedoch an frühere Bemühungen zur Stärkung der indigenen Beteiligung an. Im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) ersetzt es eine 1998 eingerichtete Ad-hoc-Arbeitsgruppe. Dies festigt das Mitspracherecht indigener Völker und spiegelt deren langjährigen Kampf wider, Beteiligung und Einfluss institutionell zu verankern. Beim klimapolitischen Pendant der CBD, der UNFCCC, hat die „Facilitative Working Group“ (FWG) den Auftrag, indigene Belange zu vertreten. Besonders an ihr ist, dass staatliche und nichtstaatliche Akteure und Vertreter*innen von IPLC gleichberechtigt vertreten sind.
Die Verhandlungsführer*innen der Biodiversitäts-COP können von den Erfolgen und Misserfolgen der FWG lernen. So ist es der FWG einem ihrer Berichte zufolge gelungen, sich stärker in die Klimaverhandlungen einzubringen und maßgeblich zur politischen Gestaltung beizutragen. Visahürden, Sprachbarrieren und begrenzte finanzielle Mittel für die Teilnahme an den COPs bleiben jedoch Hindernisse.
Einige der größten Herausforderungen für die Arbeit der FWG sind jedoch struktureller Art und dürften sich weder innerhalb einer Arbeitsgruppe noch eines Nebenorgans lösen lassen. Dazu gehört die grundlegende Diskrepanz zwischen dem auf Kennzahlen und Marktmechanismen beruhenden Ansatz der UNFCCC zur Bekämpfung des Klimawandels und dem Umweltverständnis vieler IPLC, das den Menschen als Teil einer umfassenden Lebensgemeinschaft und nicht als von der Natur getrennt begreift. Beide Ansätze lassen sich nur schwer in einem Governance-Rahmen vereinbaren, der die Natur quantifiziert und ökonomisch bewertet und die miteinander verflochtenen Themen Klima, Biodiversität und Bodendegradation in getrennten Rio-Konventionen behandelt.
Ein weiteres Problem ist die häufige Darstellung indigener Völker als schutzbedürftig statt als handlungsfähige Akteure, die multilaterale Prozesse aktiv mitgestalten können. Zwar soll die FWG primär deren Fähigkeiten zur Beteiligung an der Klimakonvention stärken. Doch in einer Institution, die von und für nationale Regierungen geschaffen wurde, sind die Spielräume nichtstaatlicher Akteure von Natur aus begrenzt. Trotz ihrer gleichberechtigten Vertretung bleibt die Arbeitsgruppe letztlich ein Gremium ohne Stimmrecht innerhalb einer riesigen Organisation.
Wie das SB8J letztendlich gestaltet sein mag – es wird sich von der FWG unterscheiden. Als ständiges Gremium wurde es als „von den Vertragsparteien geleiteter Prozess“ vorgeschlagen. Zudem ist es in einer Konvention verankert, die auf eine längere Geschichte der formellen Auseinandersetzung mit IPLC-Belangen zurückblickt. Dennoch agieren beide Gremien innerhalb einer zwischenstaatlichen Institution, in der die Entscheidungsgewalt letztlich bei den nationalen Regierungen liegt.
Das Beispiel der FWG zeigt für das SB8J deutlich, dass ein neues Gremium allein noch keine echte Teilhabe garantiert. Teilhabe erfordert Raum und Ressourcen. Die Interessen von IPLCs sollten in allen relevanten Tagesordnungspunkten der verschiedenen COPs und auf nationaler und lokaler Ebene berücksichtigt werden. Dazu gehören sowohl der Zugang zu globalen Finanzierungsmechanismen zum Schutz der Biodiversität als auch nationale Territorialrechte. Ein vielversprechendes Beispiel sind die 1994 ins Leben gerufenen kleinbäuerlichen Schutzzonen (Zonas Reserva Campesina) in Kolumbien. Sie sollten die Entwaldung stoppen, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft fördern und Landkonzentration verringern. Einige kleinbäuerliche Organisationen betrachten sie als strategisches Instrument, um ihre territoriale Autonomie zu wahren und agroökologische Alternativen zur agroindustriellen Expansion zu fördern. Heute tragen mehr als 64 dieser Zonen zum Biodiversitätsschutz und zum Erhalt traditioneller Anbaumethoden bei. Solche Ansätze funktionieren jedoch nur, wenn Behörden lokale Konzepte und Wissensformen respektieren, statt starre Kennzahlen vorzuschreiben. Sie müssen anerkennen, „dass alle Akteure Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven einbringen, die für den Naturschutz nützlich sind“.
Die zentrale Erkenntnis für die CBD ist: Inklusion darf nicht auf die eigens dafür geschaffenen Institutionen beschränkt bleiben. Diese Gremien können zwar Räume für gleichberechtigteren Austausch schaffen und indigenes sowie lokales Wissen auf innovative Weise in multilaterale Prozesse einbringen. Echte Teilhabe zeigt sich jedoch erst, wenn IPLC Entscheidungen – zumindest über ihre eigenen Gebiete – maßgeblich beeinflussen können. Dafür müssen sie finanziell sowohl bei der Teilnahme an den COPs als auch bei der Verwaltung ihrer Gebiete unterstützt werden und ihren Einfluss auf allen Regierungsebenen geltend machen können.
Publicly-funded health insurance schemes, wherein governments subsidize insurance contributions for disadvantaged groups, are a key strategy under universal health coverage. India’s Pradhan Mantri Jan Arogya Yojana (PM-JAY) uses an entitlement-based approach whereby approximately 700 million beneficiaries are automatically eligible for scheme benefits, subject to a simplified identity verification procedure instead of enrolment. This study investigates the determinants of undergoing verification among PM-JAY’s target population to identify underserved groups and inform strategies to expand coverage. We used cross-sectional survey data from 2019-2020, covering 50,002 individuals across five states. We examined individual and household characteristics associated with verification using logistic regression models with district-level random effects, and beneficiary experiences with the verification process. About one-fifth of eligible individuals had verified their status within a year of launch. Verification was more likely among older adults, with those ≥60years having higher odds than those 0–15 years of age (adjusted Odd Ratio [AOR] 2.339; 95% CI 2.071-2.641). Those with higher education had higher odds than those with no formal education (AOR 2.303; 95% CI 2.048-2.590), those with prior PFHI enrolment had higher odds compared to those not enrolled (AOR 1.947; 95% CI 1.827-2.075), and those with chronic illness had higher odds than those without (AOR 1.175; 95% CI 1.071-1.289). Women and household members other than spouses were less likely to verify. Disadvantaged castes and minority religions demonstrated relatively higher verification rates. District-level factors explained nearly one-third of variability, indicating that infrastructure and implementation capacity differences influence uptake. Many beneficiaries reported long wait times, varying documentation demands, and informal payments during verification. Addressing these barriers requires gender-sensitive outreach, streamlined household-wide verification, and strengthened local health system capacity. Policy reforms that simplify verification, ensure equitable access, and strengthen health infrastructure are vital to advancing effective universal health coverage for India’s most vulnerable populations.
Publicly-funded health insurance schemes, wherein governments subsidize insurance contributions for disadvantaged groups, are a key strategy under universal health coverage. India’s Pradhan Mantri Jan Arogya Yojana (PM-JAY) uses an entitlement-based approach whereby approximately 700 million beneficiaries are automatically eligible for scheme benefits, subject to a simplified identity verification procedure instead of enrolment. This study investigates the determinants of undergoing verification among PM-JAY’s target population to identify underserved groups and inform strategies to expand coverage. We used cross-sectional survey data from 2019-2020, covering 50,002 individuals across five states. We examined individual and household characteristics associated with verification using logistic regression models with district-level random effects, and beneficiary experiences with the verification process. About one-fifth of eligible individuals had verified their status within a year of launch. Verification was more likely among older adults, with those ≥60years having higher odds than those 0–15 years of age (adjusted Odd Ratio [AOR] 2.339; 95% CI 2.071-2.641). Those with higher education had higher odds than those with no formal education (AOR 2.303; 95% CI 2.048-2.590), those with prior PFHI enrolment had higher odds compared to those not enrolled (AOR 1.947; 95% CI 1.827-2.075), and those with chronic illness had higher odds than those without (AOR 1.175; 95% CI 1.071-1.289). Women and household members other than spouses were less likely to verify. Disadvantaged castes and minority religions demonstrated relatively higher verification rates. District-level factors explained nearly one-third of variability, indicating that infrastructure and implementation capacity differences influence uptake. Many beneficiaries reported long wait times, varying documentation demands, and informal payments during verification. Addressing these barriers requires gender-sensitive outreach, streamlined household-wide verification, and strengthened local health system capacity. Policy reforms that simplify verification, ensure equitable access, and strengthen health infrastructure are vital to advancing effective universal health coverage for India’s most vulnerable populations.
Publicly-funded health insurance schemes, wherein governments subsidize insurance contributions for disadvantaged groups, are a key strategy under universal health coverage. India’s Pradhan Mantri Jan Arogya Yojana (PM-JAY) uses an entitlement-based approach whereby approximately 700 million beneficiaries are automatically eligible for scheme benefits, subject to a simplified identity verification procedure instead of enrolment. This study investigates the determinants of undergoing verification among PM-JAY’s target population to identify underserved groups and inform strategies to expand coverage. We used cross-sectional survey data from 2019-2020, covering 50,002 individuals across five states. We examined individual and household characteristics associated with verification using logistic regression models with district-level random effects, and beneficiary experiences with the verification process. About one-fifth of eligible individuals had verified their status within a year of launch. Verification was more likely among older adults, with those ≥60years having higher odds than those 0–15 years of age (adjusted Odd Ratio [AOR] 2.339; 95% CI 2.071-2.641). Those with higher education had higher odds than those with no formal education (AOR 2.303; 95% CI 2.048-2.590), those with prior PFHI enrolment had higher odds compared to those not enrolled (AOR 1.947; 95% CI 1.827-2.075), and those with chronic illness had higher odds than those without (AOR 1.175; 95% CI 1.071-1.289). Women and household members other than spouses were less likely to verify. Disadvantaged castes and minority religions demonstrated relatively higher verification rates. District-level factors explained nearly one-third of variability, indicating that infrastructure and implementation capacity differences influence uptake. Many beneficiaries reported long wait times, varying documentation demands, and informal payments during verification. Addressing these barriers requires gender-sensitive outreach, streamlined household-wide verification, and strengthened local health system capacity. Policy reforms that simplify verification, ensure equitable access, and strengthen health infrastructure are vital to advancing effective universal health coverage for India’s most vulnerable populations.
The development of new cities has become a defining feature of contemporary global urbanisation. More than 150 new cities are currently in planning worldwide, predominantly in low- and middle-income countries. While new city projects often claim to address pressing urban challenges, many such initiatives fail to achieve their stated urban development goals. A significant number of new city developments, for example, remain underpopulated or entirely abandoned. Yet despite this mixed record, over 40 governments continue to promote their construction. In this policy brief, we argue that shadow interests – hidden political economic interests pursued by powerful elites – explain why certain governments continue to promote new city developments even when they fail. New cities can significantly underperform regarding their stated urban development objectives and nevertheless serve hidden political agendas very effectively. Urban failures must therefore not preclude political gains. Three examples illustrate our argument: new town planning in Egypt between the 1970s and 1990s, Masdar City in Abu Dhabi and Forest City in Malaysia. In all three cases, political goals complemented urban development objectives, and some of these political goals were realised even after the projects themselves fell short of their declared urban development goals. We recommend that international development actors, including donor governments, multilateral development banks and bilateral development agencies, exercise particular caution when invited to participate in new city developments. Even though many of these projects claim to tackle pressing urban challenges, their stated urban objectives must not necessarily reflect their underlying political economic motivations. Any technical or financial support ideally builds upon two complementary analyses: first, a political economy analysis of the interests motivating the project, including potential shadow interests; and second, an alternatives analysis comparing the proposed project with more limited and incremental interventions in existing cities. Incorporating such analyses into project approval processes will help discipline public and private investment in urban development and thereby reduce the risk that new city developments serve the interests of political elites rather than the needs of urban residents.
The development of new cities has become a defining feature of contemporary global urbanisation. More than 150 new cities are currently in planning worldwide, predominantly in low- and middle-income countries. While new city projects often claim to address pressing urban challenges, many such initiatives fail to achieve their stated urban development goals. A significant number of new city developments, for example, remain underpopulated or entirely abandoned. Yet despite this mixed record, over 40 governments continue to promote their construction. In this policy brief, we argue that shadow interests – hidden political economic interests pursued by powerful elites – explain why certain governments continue to promote new city developments even when they fail. New cities can significantly underperform regarding their stated urban development objectives and nevertheless serve hidden political agendas very effectively. Urban failures must therefore not preclude political gains. Three examples illustrate our argument: new town planning in Egypt between the 1970s and 1990s, Masdar City in Abu Dhabi and Forest City in Malaysia. In all three cases, political goals complemented urban development objectives, and some of these political goals were realised even after the projects themselves fell short of their declared urban development goals. We recommend that international development actors, including donor governments, multilateral development banks and bilateral development agencies, exercise particular caution when invited to participate in new city developments. Even though many of these projects claim to tackle pressing urban challenges, their stated urban objectives must not necessarily reflect their underlying political economic motivations. Any technical or financial support ideally builds upon two complementary analyses: first, a political economy analysis of the interests motivating the project, including potential shadow interests; and second, an alternatives analysis comparing the proposed project with more limited and incremental interventions in existing cities. Incorporating such analyses into project approval processes will help discipline public and private investment in urban development and thereby reduce the risk that new city developments serve the interests of political elites rather than the needs of urban residents.
The development of new cities has become a defining feature of contemporary global urbanisation. More than 150 new cities are currently in planning worldwide, predominantly in low- and middle-income countries. While new city projects often claim to address pressing urban challenges, many such initiatives fail to achieve their stated urban development goals. A significant number of new city developments, for example, remain underpopulated or entirely abandoned. Yet despite this mixed record, over 40 governments continue to promote their construction. In this policy brief, we argue that shadow interests – hidden political economic interests pursued by powerful elites – explain why certain governments continue to promote new city developments even when they fail. New cities can significantly underperform regarding their stated urban development objectives and nevertheless serve hidden political agendas very effectively. Urban failures must therefore not preclude political gains. Three examples illustrate our argument: new town planning in Egypt between the 1970s and 1990s, Masdar City in Abu Dhabi and Forest City in Malaysia. In all three cases, political goals complemented urban development objectives, and some of these political goals were realised even after the projects themselves fell short of their declared urban development goals. We recommend that international development actors, including donor governments, multilateral development banks and bilateral development agencies, exercise particular caution when invited to participate in new city developments. Even though many of these projects claim to tackle pressing urban challenges, their stated urban objectives must not necessarily reflect their underlying political economic motivations. Any technical or financial support ideally builds upon two complementary analyses: first, a political economy analysis of the interests motivating the project, including potential shadow interests; and second, an alternatives analysis comparing the proposed project with more limited and incremental interventions in existing cities. Incorporating such analyses into project approval processes will help discipline public and private investment in urban development and thereby reduce the risk that new city developments serve the interests of political elites rather than the needs of urban residents.