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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Briefing Paper

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Publikationen des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Updated: 5 days 1 hour ago

Managing Global Governance (MGG) und freiwillige Nachhaltigkeitsstandards (VSS) – Die Mobilisierung öffentlicher und privater Entscheidungsträger

Fri, 12/03/2021 - 08:54

Freiwillige Nachhaltigkeitsstandards (VSS) bieten nachfragegesteuerte oder marktbasierte Instrumente, die zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beitragen können. Durch seine Aktivitäten mit wesentlichen VSS-Stakeholdern aus Brasilien, China, Indien, Indonesien, Maxiko und Südafrika trägt das Managing Global Governance (MGG) Programm des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) zur Nutzung des transformativen Potentials der VSS bei.
Dabei sollen Verfahren zur Festsetzung und Überwachung von Standards Auswirkungen auf die (globale) Wertschöpfungskette haben (UNFSS, 2020, S. 1). VSS definieren Anforderungen, zu denen sich Produzenten, Händler, Hersteller, Einzelhändler und Dienstleister freiwillig ver pflichten und deren Einhaltung überwacht wird. Diese Anforderungen beziehen sich auf eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsaspekten, „einschließlich des Respekts für grundlegende Menschenrechte, die Gesundheit und Sicherheit von Arbeiter*innen, die Umweltauswirkungen der Produktion, Beziehungen zum lokalen Umfeld, Raumplanung und anderen“ (UNFSS, 2013, S. 3).

Outside‐in politicization of EU–Western Africa relations: what role for civil society organizations?

Thu, 11/03/2021 - 18:11

This article explores the empirical relevance of researching outside‐in politicization processes in European studies. To this end, it examines to what extent and how civil society organizations (CSOs) have contributed to the politicization of EU policies towards Western Africa in two cases: the negotiation of Economic Partnership Agreements and the EU's engagement with the G5 Sahel. CSOs were strongly engaged in the trade negotiations, while they were largely excluded from the G5 Sahel process. In both cases this was due to CSOs' own initiatives, or the absence thereof, with these strongly linked to being either invited or discouraged by official actors. The article argues that authority transfer and the domestic context – including state fragility and state–society relations – are relevant to explaining the (non‐)involvement of CSOs in outside‐in politicization.

Wie sich weibliche Führungskräfte in der Pandemie durch ihre politische Kommunikation hervorheben

Wed, 10/03/2021 - 14:14

Das Krisenmanagement weiblicher Führungskräfte wird während der COVID-19-Pandemie als ausgesprochen kompetent und effizient porträtiert. Eine Studie der University of Reading bestätigt, dass Länder, die von Frauen geführt werden, den Lockdown als Maßnahme zur Pandemiebekämpfung deutlich früher umgesetzt haben. Diese Länder hatten – zumindest bei der ersten Welle der Pandemie – weniger COVID-19-Infektionen und Todesfälle zu beklagen.

Wie lässt sich erklären, dass Regierungschefinnen die Folgen der Pandemie vergleichsweise erfolgreich abmilderten? Die Antwort steckt in der Verbindung aus kommunikativen und strukturellen Elementen. Strukturelle Faktoren beinhalten die geografische Lage eines Landes, die Bevölkerungsdichte, die Gesundheitsinfrastruktur sowie die Beziehungen auf internationaler Ebene und letztlich das Regierungssystem selbst.

Die Studie der University of Reading betont die proaktiven Handlungen weiblicher Führungskräfte in der Pandemie-Bekämpfung, die maßgeblich dazu beitrugen, Menschenleben zu retten. Eine effektive Krisenkommunikation sowie die Fähigkeit, auf diversen Plattformen mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, scheinen einen erheblichen Unterschied zu machen. Regierungschefinnen nutzten individuelle Ansätze, um die Entwicklung der Pandemie zu erklären und zur Einhaltung staatlicher Maßnahmen aufzurufen.

Natürlich existiert nicht nur ein erfolgreiches Modell der Krisenkommunikation. Es scheint jedoch, dass die Kommunikation mit der Bevölkerung dann besonders effektiv ist, wenn diese auf einer Mischung aus Wissenschaft, Vernunft und Emotion basiert. Insbesondere dann, wenn die Führungskraft auch ein gewisses Maß an Empathie ausdrückt. Länder, in denen die führenden Politiker*innen transparent kommunizierten und so Vertrauen zu den Bürger*innen aufbauten, erfuhren eine stärkere Zustimmung zu den COVID-19 Maßnahmen. Einige Beispiele veranschaulichen die Krisen-Kommunikationsstrategien von Regierungschefinnen.

Angela Merkel, die bekannteste Europäische Führungspersönlichkeit, setzte bereits zu Beginn der Pandemie auf einen objektiven, wissenschaftsbasierten Kommunikationsansatz. Sie erklärte den Bürger*innen frühzeitig Kennzahlen wie den R-Wert und verteidigte ihre Strategie anhand von Daten über Infektionsraten. Merkel wurde für ihren Kommunikationsstil und ihre wissenschaftliche Expertise in vielen Teilen der Welt gelobt. Zudem brachte sie ihr Mitgefühl für die bedrückende Situation des Social Distancings zum Ausdruck, die auch ältere Menschen stark trifft.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat eine emotionalere Perspektive eingenommen. Sie kommunizierte ausbalanciert und verständlich und bezog die Bedürfnisse der Bürger*innen aktiv z.B. durch Fragen und andere Beteiligungsmöglichkeiten ein. Expert*innen zufolge entwickelte sich ihr Kommunikationsansatz von einer institutionellen Strategie hin zu dem Narrativ der gemeinsamen Herausforderung, die sie mit ihren Mitbürger*innen teilt. Studien zeigen, dass insbesondere Empathie und Mitgefühl zu den entscheidenden Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskommunikation zählen, da diese beeinflussen, wie die Bürger*innen die Krise und die Fähigkeit des Staatsoberhaupts, darauf zu reagieren, beeinflussen.

Auch die finnische Regierungschefin Sanna Marin überzeugte durch einen schnellen, inklusiven Kommunikationsstil. Ähnlich wie in Neuseeland galten auch in Finnland klare Lockdown-Regelungen für COVID-19-Hotspots. Die Maßnahmen waren restriktiv, wurden jedoch von den Bürger*innen akzeptiert und mitgetragen. Marins Strategie war eine Balance aus kommunikativer Entschlossenheit und Offenheit gegenüber den sich ständig verändernden Bedingungen. So sicherte sie den Zusammenhalt in der finnischen Bevölkerung. Des Weiteren wird die für COVID-19 entwickelte App zur Kontaktverfolgung aktiv von den Bürger*innen genutzt. Digitales Homeschooling war dank der Verfügbarkeit technischer Geräte an finnischen Schulen ebenfalls kurzfristig umsetzbar. Marin nutzte diese digitale Ausstattung wiederum geschickt; zum Beispiel für eine persönliche Frage-Antwort-Runde mit Schulkindern.

Weibliche Führungspersonen zeichnen sich in der Pandemie durch ihre Fähigkeit aus, Risiken verantwortungsbewusst einzuschätzen sowie auf Basis von Wissen und Emotionen zu agieren. Ebenso relevant ist ihre Flexibilität, den Prozess der Pandemie-Bekämpfung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse anzupassen und gleichzeitig die Bedürfnisse verschiedener Menschen, unter anderem von Kindern, Senior*innen und Minderheiten, mit einzubeziehen. Diese Mischung aus empathischer Kommunikation und wissenschaftsbasierter Politikgestaltung beschränkt sich natürlich nicht nur auf weibliche Führungspersönlichkeiten. Doch aufgrund gesellschaftlich konstruierter Geschlechteridentitäten und der Art und Weise, wie die Pandemie die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit verwischt, waren weibliche Führungspersonen besser darauf vorbereitet, schnell entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, Gefühle zu zeigen und den sozialen Zusammenhalt in einer solchen umfassenden Krise zu erhalten.

Der Kommunikationsstil weiblicher Führungspersonen ist in dieser Krise ein wichtiger Faktor, um die Legitimität der Lockdown-Maßnahmen sowie deren Einhaltung zu fördern. Emotionale Unterstützung und zukunftsorientiertes Handeln ermöglichen es, die langen Phasen der Pandemie durchzustehen. Anlässlich des Internationalen Frauentags gibt es also zahlreiche Gründe, die Weitsicht und inklusive Kommunikation von Frauen zu feiern.

COVID-19 and conservation: crisis response strategies that benefit people and nature

Wed, 10/03/2021 - 13:08

The COVID-19 pandemic is a global human health crisis that is deeply intertwined with the global biodiversity crisis. It originated when a zoonotic virus spilled over from wild animals to humans. Viruses can spread easily in disturbed ecosystems, and with increasing contact between humans and wildlife the risk of contagion grows. Conservation is crucial to reduce the risks of future pandemics, but the current pandemic also impacts on conservation in many ways.
In this Briefing Paper we suggest strategies to alleviate the pandemic’s adverse effects on conservation in the Global South. Many zoonoses originate there, and livelihoods are strongly dependent on natural resources. The paper considers the pandemic’s overarching economic implica-tions for protected and other conserved areas, and specific ramifications for the tourism and wildlife trade sectors, which are closely related to these areas.
As economies shrink, natural resources come under pressure from various sides. Financial resources are reallocated from the conservation to the health sector, countries decrease environmental protection standards to boost economic recovery, and poor people in rural regions resort to protected wild resources as a subsistence strategy. Together, these trends speed up the loss of biodiversity and ecosystem services and create supportive conditions for the emergence of zoonotic disease and the undermining of livelihoods.
Before the COVID-19 pandemic, nature-based tourism was a multi-billion dollar industry, and the temporary breakdown in tourism is having both positive and negative impacts on sustainable development. On the negative side, many people employed in tourism have lost their jobs and livelihoods, and a key source of funding for management of protected areas has been depleted. On the positive side, a temporary decline in tourism has given nature time to recover, and a drop in international flights has lowered global carbon emissions from air travel. The need for the industry to plan its post-COVID outlook offers a chance to promote more community-driven tourism to support inclusion of local people.
Wildlife trade – a major spreader of zoonotic viruses – has been banned in response to the pandemic in some countries. Yet social safeguards for local communities dependent on protein from wild animals are still largely missing.
Our recommendations to address these challenges are that conservation must remain high on the international agenda, especially in the midst of a global health crisis that could quickly repeat itself if ecosystem destruction continues at the current pace. Environmental legislation must be upheld and funding made available for sustainable livelihoods. The resurgence of nature-based tourism should be supported because of its potential to generate conservation funding and income for local communities. In the meantime, the tourism industry should work on further reducing its environmental footprint and improving community self-determination. Bans on wildlife trade need to be designed in ways that do not undermine communities’ need for sources of protein.

The untapped potential of global climate funds for investing in social protection

Wed, 10/03/2021 - 12:52

Social protection plays a central role in achieving several of the social and environmental goals of the 2030 Agenda for Sustainable Development. As a result, this policy area is gaining increased recognition at the nexus of global climate change and development debates. Various social protection instruments are deemed to have the potential to increase the coping, adaptive and transformative capacities of vulnerable groups to face the impacts of climate change, facilitate a just transition to a green economy and help achieve environmental protection objectives, build intergenerational resilience and address non-economic climate impacts. Nevertheless, many developing countries that are vulnerable to climate change have underdeveloped social protection systems that are yet to be climate proofed. This can be done by incorporating climate change risks and opportunities into social protection policies, strategies and mechanisms. There is a large financing gap when it comes to increasing social protection coverage, establishing national social protection floors and mainstreaming climate risk into the sector. This necessitates substantial and additional sources of financing.
This briefing paper discusses the current and future potential of the core multilateral climate funds established under the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) in financing social protection in response to climate change. It further emphasises the importance of integrating social protection in countries’ Nationally Determined Contributions (NDCs) to access climate finance and provides recommendations for governments, development cooperation entities and funding institutions.
To date, investments through the Green Climate Fund (GCF), the Adaptation Fund (AF), and the Global Environment Facility (GEF) for integrating climate change considerations into social protection programmes, policies and mechanisms are generally lacking, even though social transfers and subsidies have often been used to implement climate change projects. Yet, these climate funds can support governments in mainstreaming climate risk into social protection-related development spheres and aligning social security sectoral objectives with national climate and environmental strategies. This, in turn, can help countries increase their capacity to tackle the social and intangible costs of climate change.
This paper makes the following recommendations:
• Funding institutions should make explicit reference to opportunities for financing projects on social protec¬tion under their mitigation and risk management portfolios.
• National governments and international cooperation entities should use climate funds to invest in strengthening social protection systems, work towards improved coordination of social protection initiatives, and utilise the potential of NDCs for climate-proofing the social protection sector.
• Proponents of social protection should make the most of two major opportunities to boost climate action in the social protection domain: the 2021 United Nations Climate Change Conference (COP26) and the momentum to build back better after the COVID-19 crisis.

The moral space and the logic of collective self-organisation of domestic workers in Chennai, India

Wed, 10/03/2021 - 10:52

Our overarching contribution in this chapter is the claim that a shared “moral topography” (Taylor, 1994) of lower classes can create forms of collective ‘consciousness’ which may lead to collective action. In order to establish that a shared moral topography is an incremental prerequisite for creating practical spaces for self-organisation, the chapter outlines Charles Taylor’s concept of morality, “moral topography”, “moral space and actions” as well as the concept of “identity”. Empirical data show that the moral topography of domestic workers in Chennai (Tamil Nadu, India) is characterized by a shared meaning and collective experiences of injustice. Further empirical evidence demonstrates that due to this common understanding of injustice, domestic workers in Chennai start organising themselves informally and establishing trade unions. Through self-organisation, domestic workers meet a demand for social security which the state fails to provide.

Analysing the effect of climate policies on poverty through employment channels

Tue, 09/03/2021 - 17:30

The recently proposed Green Deals and 'building back better' plans have affirmed the importance to make green transitions inclusive. This is particularly related to the labour market, which may witness significant changes. Empirically, this issue has until now received limited attention. The links between poverty and climate change are explored mainly through the lenses of climate change adaptation, or via the effects of rising energy prices on the purchasing power of poor households. We aim to address this gap by using results from a simulation of the global energy transition required to meet the 2-degree target, and compare this to a 6-degree baseline scenario. The simulation with a multi-regional input–output model finds that, overall, this transition results in a small net job increase of 0.3% globally, with cross-country heterogeneity. We complement this macro-level analysis with cross-country household data to draw implications of the effects on poverty through labour market outcomes. The few job losses will be concentrated in specific industries, while new jobs will be created in industries that currently witness relatively high in-work poverty rates, such as construction. We show that high in-work poverty in the industries of interest, and especially in middle-income countries, is often associated with low skills and an insufficient reach of social protection mechanisms. We conclude that green transitions must ensure that the jobs created are indeed decent including fair wages, adequate working conditions, sufficient social protection measures, and accessible to the vulnerable and poorest households.

The politicisation of European development policies

Tue, 09/03/2021 - 14:42

In the past few years decision‐making processes and the normative underpinnings of EU external relations have become subject to intense debate in the European institutions, member states and the wider public. Previous research suggests that there is variation in the extent to which individual domains of EU external relations are politicized and contested. This special issue aims to theorize further and investigate empirically this, using the example of European development policy and its relations with other external policies. It brings together a broad variety of research covering different arenas, objects and levels of politicization as well as different policy nexuses. The ten contributions to the special issue also combine various theoretical perspectives that include rationalist and constructivist approaches and different methods including statistical and discourse analyses. Individual articles both focus on politicization processes within the EU and member states as well as at the level of partner countries in Europe and Africa. Building on these different approaches and foci, they draw insights that help us to theorize the two mechanisms that may drive politicization dynamics in European development policies and that are at the core of this special issue – horizontal politicization and outside‐in politicization.

The EU-China Comprehensive Agreement on Investment: stuck half-way?

Tue, 09/03/2021 - 10:49

The China-EU Comprehensive Agreement of Investment (CAI) addresses important issues of market access, regulatory cooperation and sustainable development, but does not include sections on investment protection and ISDS. The ratification of the CAI could be difficult in the EU. Additional efforts are needed in further negotiating the CAI in the future.

Framing the emergence of new social contracts in Middle East and North African countries

Mon, 08/03/2021 - 19:30

The concept of the social contract is a powerful tool for the analysis of state-society relations and can, in particular, help us understand recent developments in the Middle East and North Africa (MENA). The term is increasingly used in social science – in particular with reference to the MENA – but has never been fully defined. This special issue intends to fill this gap. The introductory article develops a framework for understanding what the term ‘social contract’ is about and shows how that concept can help to interpret differences and changes in state-society relations.
The following articles in this collection apply the concept to the countries of the MENA. Hinnebusch argues that MENA countries had similar social contracts after independence, based on generous social benefits rather than political participation, and that these degenerated after 1985 because of budgetary constraints and changes in the international environment. Social contracts became less inclusive, which provoked the Arab uprisings in 2010-11. Heydemann claims that the Arab uprisings have given rise to even more exclusionary social contracts, and Ibrahim provides evidence for what this means for low-income groups in Egypt. Ahram and Revkin show that the so-called Islamic State was able to build up a specific kind of social contract in the areas it controlled.
Four articles focus on policy fields where there is potential for reforms that could improve social contracts in MENA countries: subsidy reform (Loewe and Vidican Auktor), economic policy making (El-Haddad), education (Sobhy) and the distribution of land and water in rural areas (Houdret and Amichi). Furness and Trautner then discuss what it takes to establish a new national social contract in countries where it has been destroyed by war, focussing on Iraq and Libya.

Deutschland und Europa müssen die MENA-Region stärker im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 unterstützen

Mon, 08/03/2021 - 14:57

Europas südliche Nachbarländer, die Region Naher Osten und Nordafrika (MENA), werden stärkere Unterstützung von Deutschland und der EU benötigen, um sich von der COVID-19-Pandemie zu erholen. Europa hat bereits einige kurzfristige Unterstützungsmaßnahmen für Gesundheitssysteme und kleine Unternehmen und Konjunkturprogramme im Rahmen von „Team Europe“-Initiativen mobilisiert. Diese Initiativen sind zwar nicht unerheblich, doch sie werden wahrscheinlich nicht ausreichen.

Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erhöhen den Druck auf die angespannten Gesellschaftsverträge der MENA-Länder. Das Ende dieser Übereinkunft, wonach die Regierungen einen angemessenen Lebensstandard ermöglichten, und die Bürger*innen im Gegenzug stillschweigend die autoritären Systeme zu akzeptieren hatten, war der Hauptgrund der arabischen Aufstände vor einem Jahrzehnt.

Die Pandemie zog eine drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in vielen Ländern nach sich. Langsames Wachstum, hohe Haushaltsdefizite und Sparmaßnahmen, die öffentliche Dienstleistungen aushöhlen, sind seit mehreren Jahren die Norm. Einrichtungen des Gesundheitswesens sind unterfinanziert. Die tunesische Haushaltskrise ist zurückzuführen auf eine Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen Erwartungen der Öffentlichkeit und dem wenigen was eine instabile Regierung zu leisten in der Lage war. Die Pandemie bremst das Wirtschaftswachstum weiter und verschärft die Ungleichheit.

Das Vertrauen der Bürger*innen in die Regierungen nahm weiteren Schaden, da diese nicht in der Lage waren, angemessen auf COVID-19 zu reagieren. In Jordanien kamen beispielsweise Spannungen zwischen Arbeitnehmer*innen des öffentlichen Sektors auf, die von der Krise nicht so stark betroffen waren, und Menschen, die im privaten und informellen Sektor arbeiten, die stärker unter den strikten Lockdowns litten.

Diese Spannungen werden sich wohl auch im Falle einer nachlassenden Pandemie nicht in Luft auslösen. Die Weltbank sagt voraus, dass eine Erholung in der Region nicht „V-förmig“, sondern „K-förmig“ sein wird, das heißt, dass eine Minderheit profitiert, die Mehrheit jedoch nicht. Bestehende Ungleichheiten werden verschärft. Frauen, Beschäftigte des informellen Sektors und Migrant*innen sind von diesen Folgen der Pandemie am stärksten betroffen.

Die Verteilung von Impfstoffen an die MENA-Länder ist die dringlichste Aufgabe. Zum dritten oder vierten Quartal 2021 stehen den EU-Ländern wahrscheinlich große Mengen zu viel bestellter Impfstoffe zur Verfügung. Diese Bestände sollten über die WHO-Initiative COVAX, die von Deutschland unterstützt wird, oder bilateral verteilt werden. Dies wäre ein deutliches Zeichen der Unterstützung Europas für die südliche Mittelmeerregion.

Ein zweites Feld der Unterstützung wäre ein Schuldenerlass, um Regierungen der MENA-Länder in die Lage zu versetzen, ihre Haushalte auszugleichen ohne die öffentlichen Dienstleistungen weiter einzuschränken. EU-Initiativen zum Erlass oder zur Umschuldung von Altschulden sollten mit eindeutigen Strategien kombiniert werden, um a) öffentliche Dienstleistungen zu verbessern, v. a. im Gesundheitswesen, und einen spürbaren sozialen Schutz für alle bieten, b) die Regierungsführung durch Investitionen in Digitalisierung und öffentliche Infrastruktur zu verbessern, und c) mit der Dekarbonisierung der Wirtschaft zu beginnen.

Daran schließt sich ein dritter Schlüsselbereich für die Zusammenarbeit an: die grüne Transformation. Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission haben dieses Thema mittlerweile auf ihrer Prioritätenliste, denn es ist für die Zukunft der Gesellschaftsverträge in der Region von entscheidender Bedeutung. Klimafreundliche Infrastrukturprojekte wie z. B. Solarkraftwerke oder grüne urbane Infrastruktur und grüner urbaner Verkehr könnten Arbeitskräfte des informellen Sektors, die derzeit besonders unter der Pandemie leiden, in den formellen Sektor eingliedern.

Ein Jahrzehnt nach den arabischen Aufständen ist es noch zu früh, um sagen zu können, ob der Wunsch nach politischer Transformation zu repräsentativeren Regierungen in der MENA-Region führen wird und ob die COVID-19-Pandemie ein Motor für positiven Wandel sein wird.

Im Hinblick auf die Unterstützung bei der Erholung von COVID-19 in den MENA-Ländern sind Deutschland und Europa daher doppelt gefordert. Einerseits müssen die EU-Staaten die Unterstützung von Initiativen, von denen die Bevölkerung profitiert, d. h., Impfungen, Dienstleistungen und grüne Arbeitsplätze, im Rahmen der Beziehungen zu den MENA-Regierungen priorisieren. Andererseits ist Europa trotz der unvermeidbaren Zusammenarbeit mit autoritären Regierungen gut beraten, die Prinzipien zu beachten, für die sie einstehen: Bürger- und Menschenrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine repräsentative und verantwortungsvolle Regierung. Eine stärkere Unterstützung der MENA-Region wird teuer. Allerdings sind die politischen und wirtschaftlichen Kosten der Untätigkeit angesichts dieser Jahrhundertkrise gewiss erheblich größer.

Thomas Claes ist verantwortlich für die Sozial- und Wirtschaftspolitik sowie die gewerkschaftliche Zusammenarbeit der Friedrich Ebert Stiftung in der MENA-Region. Er lebt seit 2016 in Tunis, Tunesien.

Mark Furness ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprogramm „Inter- und transnationale Zusammenarbeit“ am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Can the G20 serve as a launchpad for a multilateral investment agreement?

Fri, 05/03/2021 - 13:38

The international system for the governance of foreign investments is highly fragmented consisting mainly of bilateral agreements. With the adoption of nine guiding principles for global investment policy‐making in 2016, some observers argue that the G20 can actually serve as a launchpad for negotiations of a multilateral investment agreement. This paper provides empirical evidence on the question of whether the contents of international investment agreements (IIAs) have gradually converged to facilitate the multilateralization of investment rules. We find that IIAs negotiated among non‐G20 countries are more similar to each other than those concluded by G20 countries in general and even more so since 2000 in particular. This result calls into question the premise that the G20 can serve as the most suitable forum to initiate multilateral negotiations on multilateral investment rules. Instead, an extended analysis using different country grouping criteria suggests that the Member States of the European Union may be a more suitable alternative in this regard. Here the EU can jointly take a leading role in facilitating related negotiations on multilateral investment rules.

O desafio da direita radical populista na Europa: alternativa política para além da dimensão eleitoral

Fri, 05/03/2021 - 11:06

The aim of this chapter (in Portuguese) is to present an overview about the challenge of the rise of populist radical right parties in Europe. Based on the literature, it is argued that their electoral rise has allowed these parties to exert influence on the political agenda, beyond the dimension of electoral competition itself. Populist radical right positions have resonated in other spheres, such as public opinion, traditional parties, democratic institutions and public policies. The chapter starts with a definition of populist radical right parties, then discusses what they represent and what are the explanations found in the literature for their emergence and electoral persistence, with a focus on supply-side factors. In the end, the chapter reflects on some of the implications of the rise of the populist radical right in the the European continent.

Does private aid follow the flag? An empirical analysis of humanitarian assistance

Thu, 04/03/2021 - 17:43

This paper compares the allocation of private humanitarian aid to that of official humanitarian aid awarded to 140 recipient countries over the 2000–2016 period. We construct a new database that offers information on the country in which the headquarters of private donors are located to test whether private aid tends to follow the humanitarian aid allocation pattern of the respective official donor. Our empirical results confirm that private humanitarian aid tends to “follow the flag”. This finding is robust against the inclusion of various fixed effects, estimating instrumental variables models and disaggregating private humanitarian aid into corporate aid and NGO aid. Donor country‐specific estimations reveal that private humanitarian aid from China, Sweden, the United Kingdom and the United States tend to “follow the flag”.

Deutschlands Multilateralismus – Der Status quo ist nicht genug

Thu, 04/03/2021 - 14:15

Die Zeiten für multilaterales Handeln sind schwierig. Viele blicken hoffnungsvoll auf Deutschland, das mit der Allianz für Multilateralismus einen wichtigen Kontrapunkt zur Devise „Mein Land zuerst“ setzt. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bundesregierung mit ihrem neuen Weißbuch für Multilateralismus inhaltlich klar positioniert. Sie muss der eigenen Bevölkerung und anderen Staaten klar kommunizieren, warum die Zusammenarbeit mit anderen Staaten, auch wenn sie oft mühsam ist und stets Kompromisse erfordert, genauso im ureigenen deutschen Interesse liegt wie starke und unabhängige internationale Organisationen und globale Normen und Regeln, die für alle gelten. Und sie muss spezifizieren, für welche Veränderungen sie sich einsetzen will.

Warum die Welt globale Governance für Wissenschaftskooperation braucht

Mon, 15/02/2021 - 10:23

Soziale Gerechtigkeit ist ein integraler Bestandteil von nachhaltiger Entwicklung. Global betrachtet heißt das: Ohne den Abbau von Machtungleichheiten zwischen den Ländern bleibt soziale Gerechtigkeit Zukunftsmusik. Die angewandte transnationale Forschungszusammenarbeit löst zwar recht erfolgreich spezifische Nachhaltigkeitsprobleme, z.B. durch forschungsbasierte Innovationen für klimaneutrale Urbanisierung oder integriertes Wassermanagement. Jedoch bleibt globale Gerechtigkeit ein blinder Fleck – globale Wissenshierarchien werden meist nicht angetastet.

Dabei könnte Wissenschafts-zusammenarbeit dazu beitragen, bestehende systemische Ungleichheiten abzubauen: Wenn Forschende über Grenzen hinweg gemeinsam Wissen erarbeiten und Erkenntnisse teilen, begegnen sich die Partner*innen auf gleicher Höhe – im Gegensatz zur Entwicklungszusammenarbeit. Denn diese beruht in ihrer Essenz auf einer Hierarchie des Wissens, wenn Expertise aus einem „entwickelten“ in ein „zu entwickelndes“ Partnerland fließt.

Durch Wissenschaftskooperation verbessert sich im besten Fall die Wertschätzung und Sichtbarkeit aller Beteiligter im globalen Wissenschaftssystem. Gemeinsames Forschen und Publizieren bietet so die Chance, die Vorherrschaft des im globalen Norden geprägten Wissens zu durchbrechen und damit zusammenhängende Machtgefälle in Frage zu stellen. Dazu bedarf es jedoch fairer Kooperationsmuster.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Südafrika (oder auch China, Peru oder jedes andere Land des globalen Südens) veröffentlicht eine Ausschreibung für transnationale Forschungsprojekte, um ein Nachhaltigkeitsproblem in Deutschland zu erforschen und zu lösen. Festgelegt wurde der Forschungsgegenstand von südafrikanischen Forscher*innen und politischen Entscheider*innen. Es fanden keine Regierungskonsultationen mit Deutschland statt, um gemeinsam das Problemfeld einzugrenzen und darauf aufbauend eine transnationale Förderlinie zu gestalten. Eine Ko-Finanzierung für die deutschen Partner*innen gibt es nicht. Die Rollen im Projektteam sind dementsprechend klar verteilt. Die Südafrikaner*innen leiten das Projekt, bestimmen den konzeptionellen Rahmen, werten Ergebnisse aus und sorgen für die richtigen Schlussfolgerungen; die Deutschen sind zuständig für die lokale Anbindung und liefern empirische Daten.

Seltsame Vorstellung – und auch unwahrscheinlich. Der Vorschlag einer solchen Initiative würde wohl in der deutschen Politik- und Forschungscommunity als übergriffig und empörend empfunden. Und dennoch zeigt das Beispiel, jedoch in umgekehrter Konstellation, die gängige Praxis deutscher Forschungsförderung für die Kooperation mit Partner*innen des globalen Südens. Eine aktuelle deutsche Ausschreibung für Forschung zum Wassermanagement in Südafrika illustriert dies. Trotz der Rhetorik einer „Kooperation auf Augenhöhe“ sind alleine gestaltete Ausschreibungen üblich; das förderpolitische Ko-Design bleibt die Ausnahme. Ausbalancierte Machtverhältnisse sehen so nicht aus.

Die problematische Konzipierung der Forschungspolitik wirkt sich auch auf die Projektpraxis aus. Selbst auf Gleichrangigkeit bedachte Konsortialpartner*innen können das im politischen Entstehungsprozess verankerte Machtgefälle in der Kooperationspraxis nur schwer ausgleichen. Partner*innen ohne Finanzierung und ohne grundlegende inhaltliche Mitgestaltungsmöglichkeiten sind per se nicht gleichrangig. Und deshalb können Lösungsansätze nicht ausschließlich in der sensiblen Ausgestaltung der Kooperation durch die Forschenden liegen. Sie müssen auf der politischen Ebene beginnen.

Eine Analyse der Forschungsprogramme und -ausschreibungen der letzten Jahre zeigt, dass sich der Mainstream der deutschen Forschungspolitik für transnationale Kooperation sowohl an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) als auch an deutschen Prioritäten, wie insbesondere der Hightech Strategie als Instrument der Wirtschaftsförderung, orientiert. Eine öffentliche Debatte zu Zielkonflikten ist ebenso notwendig wie eine Diskussion der Partnerkonstellationen, die sich aus diesen Prämissen ergibt. Dies ist jedoch nicht erkennbar. Die Agenda 2030 selbst klammert Fragen globaler Machverteilung aus und macht keine Vorschläge zur Ausgestaltung von Forschungskooperationen. Aber auch die internationalen Partnerschaftsprinzipien für die Entwicklungszusammenarbeit sind kein Leitbild für die Forschungspolitik als Politikfeld, das auf Eigenständigkeit pocht.

Forschungszusammenarbeit sollte sich nicht damit begnügen, SDGs lokal umzusetzen oder Nachhaltigkeitsprobleme wissenschaftlich zu reflektieren. Sie sollte den Anspruch haben, durch faire und gleichrangige Kooperation auch zu einem Abbau systemischer globaler Ungerechtigkeit beizutragen. Dazu bedarf es verbindlicher globaler Governance-Mechanismen für Forschungskooperation, auf deren Basis Politiker*innen faire transnationale Forschungsprogramme konzipieren, die anschließend durch Forschende machtsensibel ausgestaltet werden. Die Partnerschaftsprinzipien müssen dabei über „Effektivität“, dem Ideal der Entwicklungszusammenarbeit, hinausgehen. Gegenseitiger Respekt und Gerechtigkeit durch die gemeinsame Gestaltung des politischen Rahmens, der Themenwahl und der Forschungspraxis: Das wäre nicht nur effektiv, sondern auch nachhaltig fair.

What have we learned about learning? Unpacking the relationship between knowledge and organisational change in development agencies

Fri, 12/02/2021 - 08:58

Development cooperation has spent decades wrangling over the merits, evidence, and implications of what we may term “the learning hypothesis”: the idea that increased knowledge by development organisations must logically lead to increased effectiveness in the performance of their development activities. Organisations of all stripes have built research and monitoring and evaluation (M&E) departments, adopted a multitude of knowledge management systems and tools, and tinkered with different ways to structure their organograms to stimulate knowledge sharing and learning. The topic of organisational learning is particularly significant as the global development community grapples with increasingly complex problems and the aspiration of evidence-based policymaking.

This paper presents an analytical framework for interrogating “the learning hypothesis”, breaking it down into causal steps: knowledge causes learning, learning causes organisational change, change causes effectiveness. The framework focuses on the first two sub-hypotheses, mapping out the conceptual space around them by outlining potential relationships between different types of knowledge – tacit and explicit, internal and external – and between different types of learning – operational and strategic. This map provides a foundation for three key research questions: What impact has the rising knowledge agenda had on development organisations? Which factors appear to enable or inhibit organisational learning? What is the relationship between operational and strategic learning and organisational change?

A review of available evaluations and studies, including two cases from former UK Department for International Development (DFID) and the World Bank, reveals that there is insufficient evidence to support the causal claim that knowledge leads to learning and thereby to organisational change in development agencies. Sources point to tacit learning prevailing while explicit knowledge management systems flounder, and external advocacy agendas appear more compelling than internal research and evaluation products. It is not entirely clear how, or indeed, whether operational and strategic learning intersect, with delivery-level lessons hardly aggregating into structural or policy shifts. Organisational change – even that aimed at enhancing learning – is rarely based on lessons learned from practice.

More research is necessary to fully unpack the learning hypothesis, but what limited evidence is available disproves rather than confirms its central claim. This has significant implications for the future of learning in development agencies as advocated by thought leaders, researchers, and reformers. In particular, the latter should consider an evidence-based reassessment of the function and value-for-money of research and M&E in development practice, and a more critical examination of the politics of external advocacy efforts around innovative aid approaches like thinking and working politically, adaptive management, or results-based management.

Navigating through an external agenda and internal preferences: Ghana’s national migration policy

Wed, 10/02/2021 - 13:13

In the context of international migration from African countries to Europe, the EU widely applies the strategy of curbing irregular migration. EU efforts focus on combating the root causes of migration and flight as well as achieving African compliance on return and re-admission. This approach ignores the interests of the countries of origin. It also undermines what countries of origin do to deal with migration in their own states. In West Africa, the regional organisation ECOWAS strongly promotes migration management, and introduced the 2008 ECOWAS Common Approach on Migration with guidelines for migration governance in the region. Ghana, as one of the first ECOWAS member states, adopted a National Migration Policy (NMP) in 2016. The country has a long history of migration, has experienced different migration trends and is affected by various streams of migration. As little is known about the country’s policy responses to migration, this study investigates migration policy-making in Ghana. It specifically examines the case of the NMP for Ghana and aims at uncovering stakeholder involvement in the policy-making process as well as its determinants. Guided by an analytical framework derived from theoretical considerations of the advocacy coalition framework, the interconnection of institutions, actors and ideas and an extensive literature review, the study uses a qualitative approach. The results are based on 14 weeks of field research in Ghana in which 40 experts were interviewed. Together with an analysis of a plethora of secondary data the study finds that when deciding to get involved in the policy-making process for the NMP for Ghana, stakeholders tend to be led by their interests and the resources they possess, as these are what their power is based on. The research further reveals that the NMP does not primarily address a perceived problem related to migration within Ghana, that is to say the internal migration flows from deprived to less deprived areas. Rather it largely pursues the interests of the EU, who is the main financer of the policy, to foster migration control. The results of the study therefore suggest that in the policy formulation process for Ghana’s NMP, internal interests were outweighed by the external agenda of the EU.

The importance of tackling inequality for global poverty

Wed, 10/02/2021 - 12:42

In recent decades, global extreme poverty has been substantially reduced. While over a third of the world’s population lived below the extreme poverty line (less than $1.90 per day) in 1990, that share had fallen to just 10% by 2015 (World Bank, 2018). This dramatic improvement has shown the world that it is possible to end extreme poverty, and the international development community has thus set itself a goal to do that by 2030. Meanwhile, national inequality has also become a topic of greater focus in the development policy debate in recent years (World Bank, 2016). These two distinct, but connected, issues have been recognised by the international community with inclusion in the Sustainable Development Goals (SDGs), as both a goal to end poverty (SDG 1) and a goal to reduce inequality within countries (SDG 10).

Voluntary Sustainability Standards (VSS) – Mobilising public and private rule-makers in managing global governance

Wed, 10/02/2021 - 12:19

Voluntary sustainability standards (VSS) offer demand-led or market-based regulatory instruments that can help implement the 2030 Agenda for Sustainable Development. In its activities with key VSS stakeholders from Brazil, China, India, Indonesia, Mexico and South Africa, the Managing Global Governance (MGG) Programme of the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) aims to help utilise the transformative potential of VSS.

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