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Deutsches Institut für Entwicklungspolitik / Briefing Paper

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Publikationen des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
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Failing forward in the EU's common security and defense policy: the integration of EU crisis management

mer, 21/07/2021 - 10:16

Recent years have witnessed renewed efforts to advance integration in the EU's Common Security and Defence Policy (CSDP), including in the domain of military and civilian capability development. The adoption of a Civilian CSDP Compact (CCC) and the creation of a European Peace Facility (EPF) are prominent examples of recent steps taken towards further integration. Still, despite recent progress, CSDP reforms have often been slow to materialise, lag behind the reform ambitions of key EU foreign policy actors, and fail to address important shortcomings experienced by CSDP. This article addresses why this might be by exploring the evolution of CSDP crisis management through a failing forward approach, which charts the course of integration dynamics, identified by neofunctionalism and liberal intergovernmentalism, through time, revealing its cyclical nature. Our case studies of the EPF and the CCC demonstrate how the long-term integrative dynamics in EU military and civilian crisis management are marked by a cycle of crisis followed by incomplete institutional reforms, policy feedback, experiential learning and subsequent, yet again incomplete, efforts to remedy institutional shortcomings and policy failure.

A systematic review on ethical challenges of 'field' research in low-income and middle-income countries: respect, justice and beneficence for research staff?

mar, 20/07/2021 - 17:15

Primary data collection in low-income and middle-income countries (LMICs) is associated with a range of ethical complexities. Considerations on how to adequately ensure the well-being of research staff are largely neglected in contemporary ethics discourse. This systematic review aims to identify the ethical challenges that research staff across different hierarchical levels and scientific disciplines face when conducting research in LMICs.

We searched 13 electronic databases and handsearched publications in six selected journals as well as the reference lists of all included studies. No restrictions were applied with respect to the publication date, research design, and target population.

23 151 studies were retrieved, 183 of which met our inclusion criteria. We identified nine different types of ethical challenges that research staff may be exposed to during field research, including (1) role conflicts that can emerge from participants’ help requests and the high level of deprivation found in certain study settings, (2) feelings of guilt and (3) detrimental mental health impacts. Further challenges were (4) sexual harassment (5) safety risks and (6) political repression, particularly in postconflict, disaster-ridden or autocratic study contexts. Additionally, studies reported (7) inadequate working conditions and (8) power imbalances within research teams, while (9) ethics boards were found to be ill equipped to anticipate and address emerging risks, thus increasing the ethical liability of researchers.

This review revealed several complex ethical challenges that research staff may face during data collection. In order to achieve the Sustainable Development Goal 8.8 on ‘safe and secure working environments’ and to protect research staff from harm, amendments must urgently be made to current ethical standards.

Buchbesprechung: "Schäfer, Armin, und Michael Zürn (2021): Die demokratische Regression. Die politischen Ursachen des autoritären Populismus"

mar, 20/07/2021 - 08:58

Die Buchbesprechung rezensiert das Buch "Die demokratische Regression", in dem Armin Schäfer und Michael Zürn eine politische Erkärung für das Erstarken autoritär-populistischer Parteien und Politiker*innen entwickeln, die auf Defizite in der Funktionsweise der bestehenden Demokratien verweist.

CO₂-Grenzausgleich sollte in die Klimafinanzierung fließen

sam, 17/07/2021 - 09:41

Am 14. Juli 2021 hat die Europäische Kommission ihr Fit-for-55-Paket vorgestellt. Dazu gehört der Vorschlag für einen CO2-Grenzausgleichs­mechanismus, der Importe in die Europäische Union mit einer Abgabe belastet, die ihrem CO2-Gehalt entspricht.
Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte dieses Instrument vor zwei Jahren als Teil des "Green Deal" angekündigt, um in der EU anspruchsvollere klimapolitische Ziele verfolgen zu können, ohne dass energieintensive Sektoren ihre CO2-Emissionen ins Ausland verlagern ("Carbon Leakage"). Die Gesetzesvorlage muss nun im Detail durch die EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament ausbuchstabiert werden. Dabei sollte der Fokus neben der klimapolitischen Effektivität auch auf den außenpolitischen Wirkungen liegen. Denn internationale Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg eines CO2-Grenzausgleichsmechanismus und muss daher eine zentrale Rolle für die Entscheidungen der europäischen Gesetzgeber spielen.

The EU’s Carbon Border Adjustment – proceed with caution

sam, 17/07/2021 - 09:39

The European Commission presented its “Fit-for-55” proposal which includes a Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). The CBAM would impose a levy on imports into the EU based on their CO2 content from 2023. As part of the European Green Deal, Commission President von der Leyen had announced this instrument two years ago in order to be able to implement more ambitious climate policy targets without energy-intensive sectors shifting their emissions abroad (carbon leakage). Following the Commission’s proposal, the CBAM must now be spelled out in detail by the EU member states and the European Parliament. Going forward, it is key to ensure that the CBAM is effective in fighting climate change, that it is WTO compatible and, above all, that it has as few ramifications as possible for foreign policy and for developing countries in particular.

Kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland: Stand und Perspektiven

jeu, 15/07/2021 - 15:04

Zunehmend und auf vielfältige Art und Weise zeigen deutsche Kommunen im In- und Ausland entwicklungspolitisches Engagement. Über die Hintergründe und Ausgestaltung ihres Engagements aber ist sehr wenig bekannt.
Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) eine Bestandsaufnahme der Kommunalen Entwicklungspolitik (KEpol) in Deutschland gemacht. Finanziert wurde sie von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Auf Grundlage einer bereits 2009 vom DIE durchgeführten Studie (Fröhlich & Lämmlin, 2009) sollten Entwicklungstrends in diesem kommunalen Politikfeld ausgemacht werden. Zu diesem Zweck führte das DIE in Kooperation mit dem Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) eine deutschlandweite Befragung von Kommunen durch, die auch vertiefende qualitative Interviews mit Vertreter*innen von Kommunen und relevanten Bundes- und Länderinstitutionen umfasste.
Wie die Ergebnisse zeigen, wächst in Deutschland die KEpol infolge verbesserter politischer Rahmenbedingungen und beeinflusst durch veränderte globale Leitbilder (z. B. Agenda 2030). Bei größeren Kommunen ist der Anteil entwicklungspolitisch aktiver Kommunen deutlich höher als bei kleineren. Häufig konzentrieren sich kleinere Kommunen auf niedrigschwellige Aktivitäten mit geringeren Anforderungen an das Projektmanagement wie z.B. die Förderung von fairem Handel.
In einigen Fällen organisieren sie sich in Verbundprojekten. KEpol umfasst ein breites thematisches Spektrum, das von der Informations- und Bildungsarbeit bis hin zu vielfältigen Partnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden reicht. Bei den Kooperationen der kommunalen Verwaltungen nehmen die Zahl und die Vielfalt der Akteure sowie ihre Funktionen zu. Sie agieren als Umsetzende, Multiplikator*innen und Vernetzende. Dem internationalen Engagement und den entsprechenden Aktivitäten der Kommunen liegt nicht zuletzt ein Eigeninteresse zugrunde. Beispielsweise, um international Verantwortung zu übernehmen
oder um für neue Mitarbeitende attraktiv zu sein.
Entwicklungspolitik ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. KEpol gehört dabei zu den freiwilligen kommunalen Tätigkeiten und wird daher nicht überall praktiziert. Oft sind personelle Kapazitäten unzureichend und benötigte Kenntnisse über die diversen Themenfelder komplex. Zum Teil schätzen Kommunen den mit dem KEpol-Projektmanagement verbundenen Aufwand als zu hoch ein.
Nichtsdestotrotz leisten Kommunen durch ihr Engagement einen zentralen Beitrag zur transnationalen Nachhaltigkeitspolitik. Sie ermöglichen es insbesondere, die globalen Ziele kontextspezifisch umzusetzen beziehungsweise sie zu lokalisieren. Als spezifischen Vorteil bietet KEpol die Nähe zu den Bürger*innen und den direkten Kontakt zu lokalen Akteuren im In- und Ausland. Zurzeit ist allerdings der kommunale Beitrag gemessen an den gängigen Maßzahlen und Indikatoren der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) (etwa der Official Development Assistance, ODA) noch zu wenig erkennbar. Kommunen weiterhin und vor allem unbürokratisch zu unterstützen ist wichtig, damit KEpol in aktiven und bislang noch nicht aktiven Kommunen ihr volles Potenzial entfalten kann.

Who called Team Europe? The European Union’s development policy response during the first wave of COVID-19

mar, 13/07/2021 - 07:25

The COVID-19 pandemic is a critical juncture for global development. Under the label of “Team Europe”, the EU has sought to mobilize rapid development assistance to support partners in addressing the impacts of the crisis, while promoting joined-up approaches among European actors to assert itself in a changing and competitive geopolitical context. This article assesses how substantive and process-oriented EU development policy norms are reflected in the Union’s global COVID-19 response. Focusing on the EU’s response during the first wave of the COVID-19 pandemic in the first half of 2020, the article shows that the EU’s response to this extraordinary crisis consisted of a deepening of EU integration. In so doing, the EU emphasized process-oriented over substantive norms in its development policy.

Do non-maternal adult female household members influence child nutrition? Empirical evidence from Ethiopia

lun, 12/07/2021 - 21:42

Child malnutrition is an enormous public health problem in low- and middle-income countries (LMICs). In this paper, we study the relationship between non-maternal adult female household members (AFHMs) and under-5 child nutritional outcomes using nationally representative Ethiopian Demographic and Health Survey data, 2016. Because most of the primary inputs that go into the production of child health are intensive in maternal time, having additional AFHMs may ease the time constraints of the child's mother. We use anthropometric measures such as height-for-age z-scores (HAZ) and weight-for-age z-scores (WAZ) to measure stunting and underweight, respectively, as objective indicators of child nutritional status. Among our sampled households, we find that 40% of the children are stunted, 18% severely stunted, 27% underweight and 8% severely underweight. Furthermore, about 20% of the sampled children live with at least one extra non-maternal AFHM. The multivariate regression results suggest that an additional AFHM is associated with significantly higher HAZ and WAZ scores and less likelihood of severe stunting compared with children living with fewer AFHMs. Finally, the paper discusses the potential pathways through which non-maternal AFHMs can influence child nutritional status.

G20 ministerial meetings: high-time for development and finance ministers to work hand in hand for a sustainable global recovery

mer, 07/07/2021 - 16:02

On 29 June, G20 Ministers responsible for development policy convened for the first time under the Italian Presidency. The meeting saw the adoption of a detailed and ambitious policy communique that in addition to prompting international action is also expected to further inform the deliberations of other G20 ‘tracks’ that may affect developing countries. It seems particularly strategic to us that the meeting of Finance Ministers at the end of this week in Venice picks up and further develops on these commitments.

Optimising carbon taxation: tax energy sources, not sectors, and be consistent

mer, 07/07/2021 - 12:42

Many governments consider carbon taxation an efficient tool to reduce carbon emissions, but it can negatively affect welfare in terms of emission reductions versus reductions in output. So, how can carbon taxes be best introduced? In a new study using evidence from Mexico, we show that when governments cannot select the most optimal policy –simply taxing some energy sources but not others – this may have substantial implications on how emissions and output, and eventually welfare, are affected.

A global review of ecological fiscal transfers

mar, 06/07/2021 - 14:51

Ecological fiscal transfers (EFT) transfer public revenue between governments within a country based on ecological indicators. EFT can compensate subnational governments for the costs of conserving ecosystems and in principle can incentivize greater ecological conservation. We review established EFT in Brazil, Portugal, France, China and India, and emerging or proposed EFT in ten more countries. We analyse common themes related to EFT emergence, design and effects. EFT have grown rapidly from US$0.35 billion yr−1 in 2007 to US$23 billion yr−1 in 2020. We discuss the scope of opportunity to expand EFT to other countries by ‘greening’ intergovernmental fiscal transfers.

WTO reform: the role of the G20

lun, 05/07/2021 - 23:17

Discussions on the reform of the World Trade Organization (WTO) have intensified over the last few years, and the often uncoordinated trade-policy responses to the Covid-19 pandemic further highlight the need to strengthen multilateral trade cooperation. The chapter discusses which roles the G20 can play in the increasingly dynamic and overlapping discussions on reform-ing the WTO – not least in the light of the fact that the group’s members have been actively submitting multiple proposals for WTO reform.

Key players in accountable SDG implementation: national human rights institutions

ven, 02/07/2021 - 15:02

Achieving the Sustainable Development Goals (SDGs) of the 2030 Agenda will require strong, accountable institutions. Since no global compliance mechanisms are in place, member states need to establish or use their own institutions and mechanisms to be held accountable for SDG implementation. In July 2021, governments, civil society and the private sector will gather at the annual UN High-level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) to take stock of progress on the 17 SDGs. The event provides an opportunity to assess progress made in the establishment of national-level accountability frameworks for the SDGs.
Given their legal mandates, national human rights institutions (NHRIs) can play a key role in the implementation and follow-up of the SDGs. However, so far, this role has been scarcely acknowledged by governments in their Voluntary National Reviews (VNRs) on the implementation of the 2030 Agenda.International practice shows that NHRIs play a more active role in providing information for SDG implementation than indicated in the VNRs. For instance, they collect and provide data and build capacities of national institutions. However, NHRIs are rarely represented in national bodies established to oversee SDG implementation. Yet, their ability to support the SDG process increases when they collaborate with the government, get information about SDG policy planning and receive the opportunity to demand explanations about “why” certain policies are adopted and “how” they shall contribute to successful SDG implementation. It is important to note, though, that preconditions for NHRI engagement vary considerably according to country contexts. To strengthen national horizontal accountability in general, and to ensure a human-rights-based approach in implementing the SDGs across all sectors of development, it will be important to:
- Establish NHRIs that are compliant with the Paris Principles. The pace of progress for establishing NHRIs is too slow. Currently, only half of all countries will achieve SDG indicator 16.a.1 (Existence of independent NHRIs in compliance with the Paris Principles) by 2030. The UN and other international organisations should assist gov-ernments in establishing institutions to be in conformity with the Paris Principles and to enable their effective and independent operation.
- Ensure an independent voice for NHRIs. Amidst current autocratisation trends worldwide, fundamental freedoms need to be protected. This allows non-state actors and independent state oversight agencies such as NHRIs to criticise government action and demand human rights in SDG implementation. This will also contribute to the direct implementation of SDG target 16.10 on the protection of fundamental freedoms.
- Enable the participation of NHRIs in national SDG oversight bodies. As a first step, it is necessary that NHRIs themselves raise awareness of their relevant role for better accountability of governments’ SDG implementation among national stakeholders. National governments should include NHRIs in the national SDG infrastructure by ensuring their representation in national SDG oversight bodies or government advisory committees.
- Improve VNR reporting. Governments should make sure to adequately reflect in VNR reporting the role played by NHRIs and assess what they can contribute to national SDG implementation and monitoring.

Key players in national SDG accountability: the role of parliaments

ven, 02/07/2021 - 14:14

Achieving the Sustainable Development Goals (SDGs) of the 2030 Agenda will require strong accountable institutions. Since no global compliance mechanisms are in place, member states need to establish or use their own institutions to be held accountable for SDG implementation. In July 2021, governments, civil society and the private sector will gather at the annual UN High-level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) to take stock of progress on the 17 SDGs. The event provides an opportunity to assess progress made in the establishment of national-level accountability frameworks for the SDGs.
As representatives of the people, parliaments should play a key role in localising the 2030 Agenda and holding governments accountable to their commitments. Over recent years, some progress has been made in enabling parliaments around the world to fulfil their accountability functions. Most notably, almost half of the countries that presented Voluntary National Reviews (VNRs) between 2016 and 2019 reported that capacity-building events took place to inform members of parliament about the SDGs, and parliaments are being increasingly consulted by governments in the process of preparing the VNRs.
However, in addition to a lack of awareness about the 2030 Agenda, several factors constrain parliaments’ SDG accountability function. In many countries, parliamentarians lack access to the data needed to assess governments’ SDG performance, and only a few governments have committed to regularly report on SDG progress beyond the VNRs. Furthermore, only in a third of countries has responsibility
for the SDGs been clearly assigned within the structures of parliament itself. In addition, thus far, parliaments have only been weakly involved in processes of localising the SDGs through the adoption of national SDG implementation strategies and the development of national priority goals and indicators. In general, legislatures’ ability to hold governments accountable has decreased amidst recent autocratisation trends.
Good practices to overcome these obstacles include the use of digital tools to increase the transparency of governments’ fiscal behaviour vis-à-vis parliament and the creation of discursive formats to foster parliament–government dialogues about sustainability transformation. Peer learning will play an important role in disseminating information about such empowering practices among parliamentarians worldwide.
More importantly, however, national governments need to recognise parliaments as critical actors in the SDG process. Amidst current autocratisation trends worldwide, peer pressure by the international community, pressure by independent media and NGOs, and the support of UN agencies will be necessary to strengthen the role of parliaments in promoting SDG accountability.
Parliaments themselves should seek to establish dedicated SDG committees with formal powers to undertake in-depth examinations of government action as well as legislation. This will also contribute to the continuity of parliamentary SDG activities beyond electoral cycles.

Global governance needs reshaping if we’re to achieve the SDGs

jeu, 01/07/2021 - 17:00

The challenge of achieving the Sustainable Development Goals (SDGs) puts the way in which we govern ourselves to the test. If we wanted to achieve the SDGs by 2030 by just using the governance structures of the pre-2015 world, we would end up in that world again, or even worse. For several years, our domestic political systems and the global governance architecture have been struggling to respond effectively to people’s changing needs and aspirations, as well as to present and future threats to our societies. The COVID-19 pandemic has further laid bare the deficiencies of how our societies, as well as humanity as a whole, deal with common and collective problems.

Warum ökologische Strukturpolitik Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit sein sollte

jeu, 01/07/2021 - 12:02

Die Europäische Union hat mit ihrem Green Deal ein Zeichen gesetzt: Der notwendige ökologische Umbau der Volkswirtschaften wird als Chance für die Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft erkannt. Das bricht mit einer noch immer weit verbreiteten Sicht, der zufolge die Wirtschaft nur florieren könne, wenn Umweltauflagen möglichst gering seien und Umweltschutz eher nachsorgenden Charakter haben sollte, um Umweltschäden nachträglich teilweise zu kompensieren.  


Kluge Strukturpolitik zeichnet sich dadurch aus, dass sie zukünftige Marktbedingungen antizipiert und die heimische Wirtschaft dahingehend lenkt und fördert, sich auf diese Bedingungen einzustellen – im Idealfall bevor die Wettbewerber dies tun. Neben der Digitalisierung ist Umweltschutz derzeit der stärkste Treiber wirtschaftlichen Strukturwandels. Ein Beispiel: China erkannte schon vor gut 15 Jahren, dass die Elektrifizierung der Busflotten nicht nur eine der kostengünstigsten Maßnahmen ist, um die Feinstaubbelastung zu senken, sondern auch ein Wachstumsmarkt, weil irgendwann alle Großstädte der Welt diesen Weg gehen würden. Mit einer Mischung aus Regulierung, Forschungsförderung und Kaufprämien wurden Elektrobusse zur Serienreife gebracht. Chinas Anteil am Weltmarkt für Elektrobusse liegt heute bei 96%, Verkehrsverbünde aus aller Welt kaufen in China. Große Automobilnationen wie Deutschland haben diesen Trend verschlafen.   


Wie kann die internationale Entwicklungszusammenarbeit ökologische Strukturpolitik fördern? Gerade arme Länder und Bevölkerungsgruppen werden nachhaltiges Wirtschaften nur akzeptieren und umsetzen, wenn sie darin ein zukunftsfähiges Wirtschaftsprogramm erkennen. Das spricht für eine systematische Verzahnung der traditionellen Handlungsfelder „Wirtschaftsförderung“ und „Umweltschutz“ – wie im Fall der chinesischen Elektrobusse. Damit könnte die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein besonderes Profil ausbauen. Einige Beispiele:


Ein gutes Dutzend afrikanischer Länder mit guten Solar-, Wind- oder Geothermieressourcen könnten diese nutzen, um vor Ort energieintensive Industriecluster aufzubauen, insbesondere wenn sie die Stromerzeugung mit Elektrolyse zur Speicherung („grüner Wasserstoff“) verknüpfen. Sie könnten damit Industrien anziehen, die ihren CO2-Fußabdruck verkleinern müssen, wie z.B. die Autoindustrie, oder die Produktion von grünem Stahl und Zement voranbringen. Länder mit rasch wachsender städtischer Infrastruktur könnten sich auf klimafreundliches Bauen mit Holz, Lehm und anderen nachwachsenden Ressourcen spezialisieren und dadurch lokale Wirtschaftskreisläufe in Gang setzen, anstatt kapital- und energieintensiven Zement, Stahl und Aluminium zu verbauen. Indien könnte darin unterstützt werden, den U-Bahn-Bau weiter zu entwickeln, denn die Wachstumsmärkte hierfür liegen in den Megastädten des Südens. Aus bestehenden Umweltprogrammen zur Abfallvermeidung könnten solche werden, die Kreislaufwirtschaft zu einem beschäftigungsintensiven Wettbewerbsvorteil weiterentwickeln. Bio-ökonomische Innovationen – von Bioplastik aus Agrarabfällen bis hin zu innovativen Fleischersatzprodukten – könnten gefördert werden, um vor Ort industrielle Wertschöpfung und neue Märkte für die bäuerliche Landwirtschaft zu erschließen.


Eine wichtige Grundlage für all dies sind ökologische Fiskalreformen. Nur wenn Verschmutzung und Ressourcenverschwendung teurer werden, entstehen Anreize für die oben genannten Innovationen. Hier bietet sich derzeit eine große Chance für die Entwicklungszusammenarbeit. Durch Mehrausgaben und Einnahmeausfälle in der Corona-Pandemie steigt weltweit die Notwendigkeit, Steuern zu erhöhen und Subventionen zu überdenken. Anstatt Arbeit oder Kapital stärker zu besteuern, ist dies der Moment, ökologische Lenkungssteuern auch in Partnerländern einzuführen und Subventionen auf fossile Energieträger abzuschaffen. Dieses sozialverträglich auszugestalten, muss zu einem Schwerpunkt der nächsten Legislaturperiode werden.


Von einer solchen Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit auf ökologische Strukturpolitik würde ganz nebenbei auch die deutsche Wirtschaft profitieren; denn sie würde Märkte für innovative Umweltgüter und -dienstleistungen fördern, auf denen deutsche Unternehmen gut dastehen. Deren Expertise einzubinden, würde allen Beteiligten nützen. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie klein der Spielraum dafür ist, hiesige Unternehmen durch Kreditsubventionen, Exportbeihilfen oder Hermes-Bürgschaften für Investitionen in den globalen Süden zu locken. Erfolgversprechender ist es, die Entwicklungszusammenarbeit mit dem europäischen Green Deal zu harmonisieren.

Populist communication during the Covid-19 pandemic: the case of Brazil’s president Bolsonaro

lun, 28/06/2021 - 11:36

Brazil has been one of the hardest hit countries by the Covid-19 pandemic. Far-right populist president Bolsonaro promoted social polarisation and politicised the crisis, while neglecting the seriousness of the health emergency. Despite the consequences ofthe lack of response by the federal government to contain the high infection rates, Bolsonaro’s approval ratings remained stable and slightly increased during the  outbreak.  Against  this  background,  this  article  turns  to  the  question  on  how  populist  politicians  in government have used communication to frame the Covid-19 pandemic and navigate the crisis. Looking at the  case  of  Brazil,  we  ask:  how  was  the  Covid-19  pandemic  framed  or  used  by  a  populist  leader  like Bolsonaro? How did he communicate the pandemicin his social media speeches? By mobilising literature on  populism  from  both theideational  and  discursive  perspective,  we  formulated  a  rubric  and  analysed Bolsonaro’s speeches on social media according to a “populist-crisis” approach, using the holistic grading method. Our findings suggest that, aligned with the literature, populists like Bolsonaro use crises to advance some  strategies  that  can  help  them  maintain  support:  the  creation  and  blaming  of  enemies,  an  alleged proximity to “the people”, and the projection of a paradoxical image of “exceptionality” and “ordinariness” of the populist leader.

Warum die Wissensproduktion über marine Kohlenstoffbeobachtungen so wichtig ist

lun, 28/06/2021 - 08:17

Am 1. Juni wurde die UN-Dekade zur Ozeanforschung feierlich eröffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel, UN-Generalsekretär António Guterres und andere Redner*innen hoben dabei nicht nur den Stellenwert des Ozeans als Nahrungsquelle, Energieversorger und Handelsweg hervor, sondern stellten vor allem seine Funktion als Kohlenstoffsenke in den Vordergrund. Diese Funktion macht den Ozean zu einem Kerngegenstand der Klimawandelforschung. Dennoch spielt er in der Klimapolitik sowie in Klimaverhandlungen bisher nur eine untergeordnete Rolle. Wie mehrere hochrangige Redner*innen betonten, wissen wir mehr über den Mond als über den Ozean. Entsprechend ist die Ausweitung mariner CO2-Beobachtungen ein essentielles Anliegen der UN-Dekade, da Langzeitbeobachtungen von marinem Kohlenstoff die Grundlage für die Erforschung des Kohlenstoffkreislaufs des Erdsystems abbilden.


Der Ozean hat seit der vorindustriellen Zeit fast 40% der fossilen Kohlenstoffemissionen absorbiert. Der Anstieg der Emissionen strapaziert diese Kapazität jedoch zunehmend, da die Ozeantemperatur und -versauerungsraten steigen. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf die Fähigkeit des Ozeans aus, Kohlenstoff zu speichern, beeinflussen aber auch die atmosphärischen Bedingungen und bedrohen Meeres- und Küstenökosysteme. Zunehmend wenden sich auch Diskussionen zur Kohlenstoffspeicherung dem Ozean zu. Solche Ansätze zielen darauf ab, nicht nur den oben genannten negativen Trend aufzuhalten, sondern die Kapazität des Ozeans zur Aufnahme von atmosphärischem CO2 noch zu erhöhen. Dies verdeutlicht die enge Verbindung zwischen marinen Kohlenstoffwerten und dem Erreichen globaler Klimaziele. Marine CO2-Messungen liefern wesentliche Inputs für (inter-)nationale Klimawandelszenarien, Klimaverhandlungen und -politik. Entsprechend haben marine Kohlenstoffmessungen eine inhärente politische Dimension.


Aufgrund dieser politischen Dimension ist es besonders wichtig, Daten über marine CO2-Beobachtungen offen zu teilen, sowie sie für verschiedene Nutzer*innen kognitiv zugänglich und vertrauenswürdig zu machen. Hierfür müssen Daten in verständliche Produkte übersetzt werden, die transparent Unsicherheiten sowie Verhandlungen, die bei ihrer Erstellung stattfinden, darlegen. Während das internationale Netzwerk mariner CO2-Beobachtungen bereits eng miteinander verknüpft ist und in der Wissenschaft ein weitgehender Konsensus über die Notwendigkeit eines offenen Datenaustauschs herrscht, erschweren administrative Hürden und begrenzte Kapazitäten noch immer den Prozess. Ebenso wie der Ausbau mariner Kohlenstoffbeobachtungen stellt dies eine wichtige Herausforderung dar, die es zu bewältigen gilt, um nicht nur „einen vorhersehbaren Ozean“, sondern auch „einen zugänglichen Ozean“ gemäß den Zielen der UN-Ozeandekade zu schaffen.


Wie der Global Ocean Science Report der UN zeigt, existieren große globale Unterschiede in Bezug auf die vorhandene Infrastruktur und Technologie für Meeresforschung. Die USA, Japan, Australien, die EU, Südkorea und Kanada stellen die größten Budgets für Meeresforschung bereit und haben die höchste Anzahl an Forschungsschiffen. Da diese Regionen über die am stärksten ausgebaute Forschungsinfrastruktur verfügen, entscheiden sie darüber, wo und welche Art von Daten gesammelt werden und welche Themen wissenschaftlich untersucht werden sollen.


Die Untersuchung dieser globalen Ungleichheiten ist wichtig, da verschiedene Weltregionen und Länder auf unterschiedliche Art und Weise auf den Ozean angewiesen sind und mit ihm interagieren. Laut dem Ocean Science Report spezialisiert sich die Forschung in Sub-Sahara Afrika beispielsweise primär auf den Ozean in Bezug auf menschliche Gesundheit und Wohlbefinden. Auf globaler Ebene spielt diese Dimension im Vergleich zu Themen wie Meerestechnik oder Blue Growth jedoch kaum eine Rolle. Ungleichheiten in Bezug auf Forschungsfinanzierung und Infrastruktur führen daher zu Ungleichgewichten beim wissenschaftlichen Agenda-Setting und bei der Relevanz des produzierten Wissens.


Die Ausweitung biogeochemischer Messungen bei gleichzeitiger Berücksichtigung der sozialen und politischen Dimensionen mariner CO2-Beobachtungen erfordert einen inter- und transdisziplinären Forschungsprozess, zu dem das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Rahmen des C-SCOPE Projekts beiträgt. Hier untersuchen Forscher*innen Pfadabhängigkeiten und Machtkonstellationen auf (inter-)nationaler Ebene und die Art und Weise, wie diese die Datenproduktion sowie ihre Verarbeitung, Bereitstellung und Kommunikation prägen. Sie betrachten Forschung als einen sozialen Prozess und vollziehen nach, wie äußere Einflüsse wie Geschlecht und kulturelle Vielfalt die Interaktionen zwischen Forschenden prägen und welche Rolle sie bei der Datenanalyse und -kommunikation spielen. Während diese Art von Forschung noch selten ist, stellt die UN-Ozeandekade eine einzigartige Gelegenheit dar, ein umfassendes, transparentes und zugängliches Informationssystem über marine Kohlenstoffbeobachtungen aufzubauen, das die Erreichung des Pariser Abkommens unterstützt und gleichzeitig die Gleichberechtigung zwischen verschiedenen Wissensnutzern und -anbietern fördert.

Wie wir die Ocean Resilience in und mit Südostasien stärken können

ven, 25/06/2021 - 09:57

Der Ozean ist ein existenzieller Teil der kulturellen Identitäten und des kulturellen Erbes Südostasiens. Gleichzeitig ist die Region den Folgen des globalen Meeresspiegelanstiegs und weiteren komplexen Risiken in höchstem Maße ausgesetzt. Dortige Küstengemeinden sind in ihrer Historie von Katastrophenereignissen geprägt, wodurch sie umfassendes Wissen sammeln und Überlebensstrategien entwickeln konnten. Diese reichen jedoch angesichts rasanten Bevölkerungswachstums, zunehmender Mobilität, Infrastruktur und technologischer Entwicklungen nicht länger aus. Kürzlich betonte Peter Schoof, deutscher Botschafter in Indonesien, dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) und Timor-Leste, wie wichtig ein Wandel der internationalen Perspektive in Bezug auf Südostasien und den Indopazifik sei, nicht nur im Hinblick auf dessen großen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, sondern auch auf seine Resilienz gegenüber Naturkatastrophen. Die UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung hat gerade erst begonnen – und Südostasien wird 2022 im Fokus mehrerer dort stattfindender politischer Prozesse stehen.

Das Wissen südostasiatischer Länder in Bezug auf den Ozean gründet auf ihrer kulturellen Vielfalt sowie ihrer Verbundenheit. Letztere steht im Zentrum der Vision der ASEAN-Gemeinschaft und stärkt die Resilienz im täglichen Umgang mit meeresbedingten Gefahren. Doch welche Erkenntnisse und aktuellen Herausforderungen sind mit dem Risikomanagement und der Förderung von Ocean Literacy in der Region verbunden?
Die ASEAN-Staaten zeichnen sich sowohl als einzelne Akteure als auch in ihrer Gemeinschaft durch vorbildliche Leistungen bei der überregionalen Koordination aus. In den letzten Jahren haben sie erheblich in Infrastruktur für den Hochwasser- und Küstenschutz investiert, etwa in Dämme und Polder sowie in gemeinsame Programme zur Katastrophenvorsorge und Risikominimierung wie Tsunami-Frühwarnsysteme oder das Koordinierungszentrum der ASEAN für humanitäre Hilfe im Bereich Katastrophenmanagement (AHA). Durch den Aufbau von Institutionen mit erweiterten Kapazitäten zum Notfallmanagement soll die „letzte Meile“ erreicht werden: die verbesserte Resilienz von Küstengemeinden. Dennoch lassen sich technologische Fortschritte bei Frühwarn- und Risikomanagement-Systemen nur mit einem größeren Verständnis der Bedeutung einer verantwortungsbewussten Ocean Governance erzielen. Die südostasiatischen Länder sollten noch stärker zusammenarbeiten um die Nachhaltigkeit der erreichten Fortschritte zu gewährleisten und für den Umgang mit meeresbedingten Gefährdungen nicht nur auf rein landbezogene Maßnahmen zurückgreifen. Zudem muss Ocean Governance integraler Bestandteil nationaler Leitstrategien werden. Hingegen ist es etwa während Präsident Joko Widodos zweiter Amtszeit um ein solches Konzept, Indonesien zu einem globalen maritimen Knotenpunkt zu machen, sehr still geworden.

Wollen wir das Bewusstsein für Küstenrisiken stärken, muss dies auf dem Verständnis gründen, „dass der Ozean und die Menschen untrennbar miteinander verbunden sind“ – eines der Grundprinzipien der Ocean Literacy, welche die internationale Forschungsgemeinschaft gemeinsam entwickelt hat. Dies bedeutet auch, dass wir bei der Vermittlung von Meereswissen innovative Wege einschlagen müssen. Überregionale Veranstaltungen wie das Ozeanforum auf dem ASEAN-Südkorea-Sondergipfel 2019 vertiefen den Austausch an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik. Kreative Formen der Wissenschaftskommunikation umfassen interaktive Plattformen oder Ausstellungen, Kunstprojekte, Filme, Graphic Novels und Schulprojekte. Diese modernen Ansätze verbinden aktuelle Forschungserkenntnisse und -narrative mit überliefertem Wissen. Gleichzeitig ermöglichen sie in einer digitalisierten Gesellschaft eine breitere Zugänglichkeit, denn die Nutzung sozialer Medien und mobiler Apps in Südostasien gehört zu den höchsten weltweit. Jene Art von Wissensbildung um Risiken, ergänzt durch Technologien, kräftigt und stellt die bedrohten Gemeinden sowie die Menschen selbst in den Mittelpunkt. Sicherlich können auch hier gezielte Fehlinformationen Ängste schüren, zu Misstrauen in Risikowarnsysteme führen oder, ganz im Gegenteil ein falsches Gefühl der Sicherheit hervorrufen. Der Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004 ist jedoch eines der besten Beispiele dafür, wie fundiertes Meereswissen die Resilienz stärkt: Die Zerstörung und die inspirierenden Geschichten von Überlebenden markierten einen Wendepunkt im Bereich Ocean Literacy und Katastrophenmanagement.

Im nächsten Jahr richtet sich die Aufmerksamkeit erneut auf Südostasien: Indonesien wird den Vorsitz der G20 übernehmen und die Global Platform for Disaster Risk Reduction in Bali ausrichten. Zudem wird das World Climate Research Program (WCRP) die internationale Konferenz „Regional Sea Level Change and Coastal Impacts“ in Singapur abhalten. Anlässlich dieser Veranstaltungen sollten die südostasiatischen Inselstaaten ihre Führungsqualitäten im Bereich internationaler Zusammenarbeit sowie Ocean Governance und Förderung von Ocean Literacy unter Beweis stellen. 2022 ist ein gutes Jahr, um das Bild der Region in der Welt zu verändern und deren Erfahrungen zu Beginn der Ozeandekade dafür zu nutzen, eine bessere und sicherere Zukunft zu schaffen.

Weather index insurance: promises and challenges of promoting social and ecological resilience to climate change

mer, 23/06/2021 - 14:22

Rural communities are particularly vulnerable to weather shocks and ecosystem decline. Traditionally, farmers have adapted to climate variability and extremes through various risk management strategies, either individually or cooperatively. However, climate change amplifies the frequency and intensity of extreme weather events and exacerbates environmental degradation processes.
Market-based risk transfer instruments are now being developed as complements to these conventional risk management strategies to shield rural households from increasing climate risks. At present, risk transfer solutions play a central role in the global climate and development agenda. International- and regional-level initiatives such as the InsuResilience Global Partnership support vulnerable developing countries to increase their financial protection coverage through climate risk finance and insurance, including through innovative micro-level schemes such as weather index insurance.
Over the last decade, index-based weather insurance has been gaining attention in the climate resilience discourse. These schemes compensate insured individuals based on a pre-defined weather index instead of individual losses, as with traditional types of insurance. Therefore, this instrument has several advantages, including greater time- and cost-effectiveness and reduced moral hazard risk.
Although weather-index insurance holds great promise, there are several challenges in designing and promoting it in developing countries. First, on the demand side, there is a lack of accessibility to affordable insurance, especially for the poorest rural populations exposed to climate hazards. Second, on the supply side, insurance providers are facing an elevated risk of paying larger claims due to the increasing frequency and severity of weather extremes, while reinsurance services are often missing. Third, the ecological effects of implementing weather index microinsurance initiatives receive little attention in research and policy. Yet, protecting the environment and building ecological resilience are critical policy dimensions of climate risk management in rural regions, where the poor disproportionately depend on ecosystem goods and services for a living, as they often lack alternative livelihood strategies.
Looking into the key challenges to microinsurance initiatives and drawing upon findings of a review of literature on weather index insurance and field research, this Briefing Paper derives recommendations for development cooperation, governments and insurers for an enhanced action agenda on climate risk insurance. The discussion is focused on the specific case of weather index insurance for the rural poor at the micro level. We emphasise the importance of enhancing knowledge on the potential positive and negative ecological effects of weather insurance schemes, and the need to develop a diverse set of climate risk management strategies for the poor, including social protection mechanisms.

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